In "Devil" scheint ein Passagier eines Fahrstuhl direkt aus der Hölle nach oben zu wollen. Produzent M. Night Shyamalan im Gespräch über Aufzüge, Teufel, Ängste - und Gute-Nacht-Geschichten.
"Menschen haben Angst vor dem Unbekannten": Regisseur M. Night Shyamalan im Gespräch (Foto: Paramount/Universal)
Wie geht es Ihnen mit Aufzügen, Mr. Shyamalan - sind Sie klaustrophobisch?
M. Night Shyamalan: Mit diesem begrenzten Platz kann ich gerade noch umgehen - aber ich würde es hassen, durch einen Tunnel krabbeln zu müssen. Da würde es mir nicht gut gehen.
Sind Sie jemals in einem Aufzug stecken geblieben?
Schon oft. Aus irgendwelchen Gründen befinde ich mich dauern in kaputten, schlecht gewarteten Aufzügen (lacht). Ich glaube am schlimmsten war es, als meine Familie und ich von einer Promotion-Tour quer durch die ganze Welt zurückkamen. Wir waren völlig am Ende - einer von den grauenhaften Trips, wo Gepäck verloren ging, wir Flüge verpassten und insgesamt alles schief lief. Wir kamen zu Hause an, stiegen in den Aufzug - und blieben stecken. Zum Glück funktionierte wenigsten mein Handy und der Aufzug bewegte sich bald wieder als jemand zu Hilfe kam.
Glauben Sie an den Teufel?
Ja. Ich glaube, es gibt eine Hölle - und auf eine Art handelt mein Film auch davon. Wenn wir uns hilflos fühlen, wenn Verwundbarkeit und Angst uns lähmen, wenn wir glauben, keinen Einfluss darauf zu haben, was passiert. Aus dieser Hölle kommst du nur heraus, wenn du volle Verantwortung für dein Leben übernimmst.
In "Devil" gibt es ein paar Szenen, bei denen man vom Stuhl gerissen wird. Warum glauben Sie, dass ihr Publikum begrenzten Raum so schrecklich findet?
Ich glaube fest daran, dass man in höchstem Maß die Vorstellungskraft des Publikums ansprechen muss. Nehmen wir einfach mal ein Monster: Es ist viel beängstigender ein Monster nur zu hören als eines zu sehen. Wenn du weißt, dass etwas im Schrank ist, denkst du automatisch: "Oh nein - bitte nicht öffnen". Oder etwas kratzen und atmen zu hören - das ist beängstigend. Es ist noch furchterregender, wenn du hörst, wie jemand darin deinen Namen ruft. Mit so etwas spielen wir zu Unterhaltungszwecken die ganze Zeit herum. Menschen haben Angst vor dem Unbekannten. Also lasse ich die Dinge so unbekannt wie möglich - und beengte Räume sind genau das.
Am Anfang des Films hören wir, dass die Geschichte einem Kind erzählt wird - als Warnung, dass der Teufel mitten unter uns ist. Hat Ihre Mutter auch solche Geschichten erzählt?
Meine Eltern waren beide eingewanderte Ärzte die rund um die Uhr arbeiteten - sie waren also beide mustergültige, extrem hart arbeitende Eltern. Wenn ich meinen Kindern heute Geschichten erzähle, erfinde ich das Meiste. Allerdings neigen sie zu gruseligen Stories, also frage ich sie immer "Wie gruselig wollt ihr es heute auf einer Skala von 0 bis fünf. Normalerweise sagen sie dann "fünf" - und ich erkläre ihnen, dass sie in dem Fall hinterher nicht einschlafen könnten. "Vier" heißt, sie können einschlafen - aber wachen vermutlich mit Albträumen auf. Also einigen wir uns meistens auf "drei".
Und was für Filme sehen Sie, wenn Sie sich gut fühlen wollen?
Als Familie sehen wir Wiederholungen von "Friends" oder Ähnliches. Wenn du solche Sachen siehst, kannst du alles Schreckliche oder Böse von dir einfach abschütteln (lacht)