Als Entdeckung des Jahres hinterließ der 1976 in London geborene Lucas Gregorowicz 2001 mit der charmanten Slackerkomödie "Lammbock" bleibenden Eindruck - nicht nur mit seinen Endlosmonologen über die unterschiedlichen Stilqualitäten von Mehmet Scholl und Pamela Anderson, sondern auch als absolut ebenbürtiger Filmpartner von Deutschlands Star Moritz Bleibtreu.
Mit der Hauptrolle des unentschlossenen Jurastudenten und Pizzabäckers in Christian Züberts überraschend erfolgreichem ersten Kinofilm gab Gregorowicz ein bemerkenswertes Leinwanddebüt - was ihn jedoch nicht davon abhielt, gleichfalls seine Karriere auf den Brettern, die die Welt bedeuten, fortzusetzen. Seit dem Abschluss an der Westfälischen Schauspielschule 1999 steht er in seiner Wahlheimat Bochum am renommierten Schauspielhaus auf der Bühne und gab hier unter anderem auch ein viel gelobtes Porträt des Musikers Bob Dylan in Sam Shepards Zwei-Personen-Stück "True Dylan" zum Besten. Womit eindrucksvoll bewiesen wurde, dass seine zweite Leidenschaft der Musik gehört: In seiner Freizeit spielt Gregorowicz in einer Rockband und in einer AC/DC-Coverband, die - stilgerecht - nur Lieder aus der Bon-Scott-Ära im Programm hat.
Nach vereinzelten Auftritten in Serien wie "Motorradcops", "Die Wache" und "Adelheid und ihre Mörder" und seinem ersten Leinwandauftritt in "Lammbock" folgten weitere kleine Kinorollen wie in Fatih Akins "Solino" - erneut an der Seite von Moritz Bleibtreu -, Horst Szcerbas Ensembledrama "Herz" und die Hauptrolle in der TV-Liebesgeschichte "So schnell du kannst" von Vivian Naefe mit Nicolette Krebitz. In Sönke Wortmanns bewegendem Familien-Fußball-Film "Das Wunder von Bern" (2003) ist Gregorowicz als Sportjournalist zu sehen, der gemeinsam mit seiner Filmehefrau Katarina Wckernagel für befreiende Komik im Stadionrund sorgt. Abgedreht hat er außerdem "Cattolica" - ein Road Movie über zwei Brüder auf der Suche nach ihrer Identität.
In dem preisgekrönten Film "Sugar Orange" unter der Regie von Andreas Struck spielte er die Hauptrolle. In Gil Mehmerts "Aus der Tiefe des Raumes - ...mitten ins Netz!" sah man ihn als Protokollant und im TV-Zweiteiler "Sterne über Madeira" wurde er für die Rolle des Johannes von Greifenberg engagiert. Weitere Auftritte in den Serien "Stubbe - Von Fall zu Fall", "Utta Danella - Eine Liebe in Venedig" und "4 gegen Z" folgten. 2005, im TV-Krimi "Gegen jedes Risiko", spielte er Robert Schwettger und in der Krimireihe "Lutter: Um jedem Preis" sowie "Essen is'fertig" von Regisseur Jörg Grünler ("Neger, Neger, Schornsteinfeger") den zurückhaltenden Assistenten Michael Bergmann. Sein Boss der Essener Kriminalhauptkommissar und Amateurfußballer Alex Lutter wurde von Joachim Król dargestellt.
Im Januar 2003 erhielt Gregorowicz bei der Verleihung der "DIVA - Der deutsche Videopreis" den Nachwuchsförderpreis.
Standing Ovations für "Das Wunder von Bern"
Kaum ein Film ist je von Film- und Sportbegeisterten gleichermaßen mit derartiger Spannung erwartet worden.
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Jubel auf der Leinwand und im Saal: "Das Wunder von Bern" (Foto: Senator)
Es knisterte im Hauptsaal der wunderbar restaurierten Essener Lichtburg: Vor 1300 geladenen Gästen feierte Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" seine Premiere. Von Politik - sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder war anwesend - über Sport bis Film: Die Verfilmung des sensationellen WM-Erfolgs der deutschen Fußballnationalmannschaft von 1954 stößt durch die Bank auf großes Interesse.
Mit besonderer Spannung sahen sich die WM-Helden von '54 Horst Eckel und Ottmar Walter den Film an, aber auch der aktuelle Teamchef Rudi Völler ließ sich die Premiere nicht entgehen.
Sönke Wortmann hatte die schwierige Aufgabe, den verschiedenen Blickwinkeln seines Publikums gerecht zu werden. Dementsprechend dramatisierte er das Sportereignis, machte nicht einfach einen Fußballfilm über das Team von 1954, sondern verwob mit feinem Garn die sportliche Sensation mit den Lebensgeschichten der Menschen rund um das Finale: Ein Nachwuchsreporter (Lucas Gregorowicz) darf live berichten, seine junge Frau wird zur heimlichen Komplizin des Bundestrainers; der elfjährige Fußballfreak Matthias muss sich mit seinem vom Krieg verstörten Vater (Peter Lohmeyer) auseinandersetzen.
Finale für Wortmann
Bevor sich der Vorhang hob, sagte der Regisseur: "Dieser Film ist mit einem Budget von 7,5 Millionen Euro mein teuerster - ob er mein größter wird, werde ich ab übermorgen sehen. Ich habe Lampenfieber. Dies ist nach vier Jahren Vorbereitung heute mein Endspiel."
Die Nervosität erwies sich als unbegründet: Schon beim Abspann gab es donnernden Applaus, der minutenlang durch den Saal hallte.
Für die traditionsreiche Essener Lichtburg war die Premiere der Höhepunkt des Jahres: Die denkmalgerechte Restaurierung der traditionsreichen Lichtburg in Essen hatte 12 lange Monate gedauert. Am 16. März war sie zum 75. Betriebsjahr wiedereröffnet worden.
Filmverleih Senator, der "Das Wunder von Bern" mit sage und schreibe 413 Kopien in die deutschen Kinos bringt, rechnet für das Startwochenende mit einer Besucherzahl von 300.000 bis 400.000 Besuchern.
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