Top-Mime und Jedi-Ritter: Der hoch gewachsene (1,90 m) Schauspieler aus Nordirland ist zwar durch seine Rolle des über tausend Juden rettenden Oskar Schindler in "Schindlers Liste" (Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller) ein Weltstar geworden, jedoch ist der tschechische Nazi, der sich zwischen Engagement für die ihm anvertrauten Juden und Arrangements mit dem KZ-Kommandanten Amon Göth (Ralph Fiennes) für ersteres entscheidet, keine seiner typischen Rollen.
Neeson, geboren 1952, ehemaliger Bierfahrer, Amateurboxer und Komparse am Theater, bevorzugt urständige raue Männerrollen als irischer IRA-Mann ("Michael Collins"), schottischer Rebell ("Rob Roy") oder Bergmann ("The Big Man"), als englischer Bauer ("Ethan Frome") oder Priester ("Lamb"), als Jedi-Ritter in "Star Wars - Episode 1" oder als Erster Offizier an Bord des U-Boots "K-19".
Neeson, mit seiner Holzfäller-Statur und den im Kontrast dazu eher weichen Augen, debütierte 1981 als Sir Gawain, Ritter der Tafelrunde, in John Boormans "Excalibur" und fiel in der Rolle des taubstummen Mordverdächtigen in Peter Yates' "Suspect - Unter Verdacht" auf. Er war der IRA-Mann in "Auf den Schwingen des Todes" und der Horrorfilmregisseur im fünften "Dirty Harry"-Film. Neeson spielte den "Qui Gon"-Jinn in "Star Wars, Episode I" und war der Psychologe, der die Probanden in "Das Geisterschloss" lädt.
Vor dem Drehbeginn von Martin Scorseses "Gangs of New York", in dem er den von Daniel Day-Lewis ermordeten Vater Leonardo DiCaprios spielte, hatte Neeson im Juli 2000 einen schweren Motorradunfall. In Richard Curtis' Ensemble-Komödie "Tatsächlich ... Liebe" war Neeson als Witwer zu sehen, der unter dem Tod seiner Ehefrau leidet, von seinem zehnjährigen Stiefsohn aber wieder ins Leben zurückgeholt wird.
2005 kam Ridley-Scott-Historienepos "Königreich der Himmel" hierzulande in die Kinos. Es folgten ein Auftritt in "Batman Begins" und die Rolle eines Priesters in "Breakfast on Pluto", der dem Transvestiten Patrick bei der Suche nach seiner leiblichen Mutter hilft. Im Western "Seraphim Falls" will sich Neeson als Ex-Colonel der Südstaaten an dem Nordstaatenoffizier Gideon (Pierce Brosnan) rächen.
Nachdem er 2005 und 2008 in den "Chroniken von Narnia", Aslan, dem König von Narnia, seine Stimme geliehen hatte, trat er in dem extrem erfolgreichen französischen Actionthriller "96 Hours" als Hauptdarsteller Bryan Mills auf. Nach einem Drehbuch von Luc Besson jagt er als ehemaliger CIA-Agent die Entführer seiner Tochter, die einem Menschenhändlerring angehören. In der Fortsetzung "96 Hours 2 - The Payback" ist Neeson natürlich ebenfalls dabei. Für den deutschen Regisseur Oliver Hirschbiegel spielte er einen ehemaligen IRA-Mann im Drama "Five Minutes of Heaven".
Im Thriller "Chloe" gerät er in ein fatales Liebesdreieck mit Julianne Moore und Amanda Seyfried, im Actionspektakel "Kampf der Titanen" durfte es gar den Obergott Zeus verkörpern, ebenso in der Fortsetzung "Zorn der Titanen". Einen weiteren Höhepunkt in Sachen Mainstream-Kino nach dem Auftritt als Jedi-Ritter markiert zweifelsohne Neesons Rolle als legendärer Colonel John 'Hannibal' Smith in der Kinofassung der TV-Kultserie "Das A-Team". In der deutschen Thriller-Koproduktion "Unknown Identity" spielte er einen Wissenschaftler, dem ein ihm bis aufs Haar gleichender Mann seine Frau und sein gesamtes Leben genommen hat.
Viel Kritikerlob beschert Liam Neeson die Rolle als Überlebenskämpfer in "The Grey - Unter Wölfen" um einen Trupp von Mitarbeitern einer Raffinerie, die sich nach einem Flugzeugabsturz in Alaska gegen Kälte und die titelgebenden Rudeljäger behaupten müssen.
Zudem ist er im Action-Spektakel "Battleship", einer Verfilmung des Hasbro-Spieleklassikers "Schiffe versenken" aus der "Transformers"-Schmiede als stahlharter Admiral zu sehen.
Neeson war mit der Schauspielerin Natasha Richardson verheiratet, mit der er zwei Söhne hat. Richardson verstarb 2009 an den Folgen eines Skiunfalls.
Guy Pearce findet sich talentierter als Liam Neeson
Wenn Christopher Nolan seine Filme besetzt, dann wäre wohl jeder Schauspieler gerne dabei. Manchmal scheitert eine Beteiligung aber auch daran, dass man einfach zu jung ist.
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Guy Pearce ist einfach zu attraktiv für die Rolle des Ra's al Ghul (Foto: Kurt Krieger)
Guy Pearce und Liam Neeson können sich beide nicht über zu wenig Arbeit beschweren. Neeson ist seit dem 29. März mit "Zorn der Titanen" und seit dieser Woche mit "The Grey - Unter Wölfen" und "Battleship" omnipräsent auf den Leinwänden vertreten. Pearce zieht dann seinerseits mit den Science Fiction-Spekakeln "Lockout" (10. Mai) und "Prometheus - Dunkle Zeichen" (8. August) nach. Man teilt das Kinojahr also scheinbar friedlich unter sich auf.
Wenn Liam Neeson aber ab dem 20. Juli in "The Dark Knight Rises" wieder in seiner Rolle als Ra's al Ghul aus "Batman Begins" zu sehen ist, dann dürfte Guy Pearce das auch mit einem weinenden Auge sehen. In einem Interview verriet er jetzt, dass Regisseur Christopher Nolan, mit dem Pearce "Memento" drehte, auch mit ihm über den Part gesprochen hatte. Auf die Frage, ob er für die Rolle von Batmans Mentor nicht sowieso zu jung sei, antwortete der Australier: "Viel zu jung. Zu hübsch, zu jung, zu talentiert. Sie brauchten diesen alten Typ abgehalfterter Jedermann."
Australischer Humor
Doch natürlich stellte Pearce seinen Kommentar sogleich lachend richtig: "Sorry, Liam, das ist nicht wahr. Du weißt, dass ich dich liebe." Und auch wenn diese Zusammenarbeit mit Nolan an seiner "Jugend" scheiterte, so würde Pearce jederzeit gerne wieder mit dem Regisseur drehen: "Er ist offensichtlich ein brillanter Kerl, also wäre das großartig."
Für Action-Filme ist Pearce durch den von Luc Besson produzierten "Lockout" auf jeden Fall bestens gewappnet. Denn in seiner Rolle als Ex-Agent hat er schon mal Bekanntschaft mit den Strapazen des Genres gemacht und gewaltig an Muskelmasse zugelegt. Wie der athletische Guy Pearce sich schlägt, dass können die Zuschauer dann ab dem 10. Mai selbst beurteilen.
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