Weggefährte von Quentin Tarantino, dessen sämtliche Filme er finanzierte, entwickelte sich Lawrence Bender zu einem der wichtigsten Independent-Produzenten. Seine Filme, darunter "Pulp Fiction" (u.a. Nominierung Bester Film) und "Good Will Hunting", waren neunzehn Mal für den Oscar nominiert, "Good Will Hunting" (neun Nominierungen) gewann den Oscar für das Beste Drehbuch (Matt Damon und Ben Affleck) und die Beste Männliche Nebenrolle (Robin Williams). Bender selbst wurde für "Good Will Hunting" mit dem Producers Guild Award und dem Golden Satellite Award geehrt.
Benders Werdegang begann Welten entfernt von Hollywood: 1958 geboren, studierte er Ingenieurwesen an der Universität von Maine. Während des Studiums nahm er Tanzunterricht, zog nach New York, trat der Dance Academy des "Fame"-Choreographen Louis Falco bei und musste nach einer Reihe von Verletzungen den Tanz aufgeben. Bender wandte sich der Schauspielerei zu und trat auf dem Theater und im Fernsehen auf. Er zog an die Westküste und hielt sich mit Arbeiten als Produktionsassistent über Wasser, machte sich mit den Funktionen hinter der Kamera vertraut und produzierte 1987 für 125.000 Dollar seinen ersten Spielfilm "The Intruder" (Regie: Scott Spiegel).
1988 lernte Bender bei einem Barbecue in Spiegels Haus Quentin Tarantino kennen: Beginn seiner fruchtbarsten Produktionen und ständigen Zusammenarbeit. Sie wurden Freunde, gründeten 1991 die Produktionsfirma A Band Apart und sicherten sich für Tarantinos Debütfilm "Reservoir Dogs" die Beteiligung von Harvey Keitel. "Reservoir Dogs" und Tarantinos epochaler wegweisender Nachfolgefilm "Pulp Fiction" revolutionierten den Gangsterfilm, erzählerische Strukturen der Postmoderne und die Independent-Filmszene, die zu boomen begann.
Mit Tarantino entstanden der Hotel-Episodenfilm "Four Rooms", die Horrorthriller-Zombie-Show "From Dusk till Dawn", der Blaxploitation-Tribut "Jackie Brown" mit Pam Grier und der in zwei Teilen veröffentlichte wieder wegweisende Genrerundumschlag "Kill Bill", Filmenzyklopädie und eine Martial-Arts-Epen und Italo-Western verpflichtete Killer- und Racheballade mit Uma Thurman. "Kill Bill" verhalf David Carradine und Daryl Hannah zu Comebacks.
1996 gründete Bender die Abteilung A Band Apart Commercials, die Musikvideos und Werbefilme produziert.
Diego Luna im kubanischen "Dirty Dancing"
Schwingt bald das Tanzbein: Diego Luna
War das nicht wunderbar, als Patrick Swayze 1987 die entzückend unbeholfene Jennifer Grey mit seinen starken Armen in der Waagrechten gen Himmel reckte?
Und da die 80er gerade mega-in sind, gibt's jetzt das Sequel zum Kult-Film "Dirty Dancing": Swayzes Schweiß-Erotik wird dabei von kubanischer Leidenschaft abgelöst: "Havana Nights" wird das moderne Tanzspektakel heißen, Diego Luna, der Star aus "Y tu Mama tambien", wird den fürsorglichen Meister der Schrittfolgen und Hüftschwünge geben.
Nur nach einer Nachfolgerin für Jennifer Grey wird derzeit noch fieberhaft gefahndet. Sie sollte allerdings ähnlich grazil gebaut sein wie das Original, damit sie bei den Hebefiguren keinen Absturz fürchten muss: Diego Luna ist nämlich von deutlich zierlicherer Statur als seinerzeit Rauhbein Swayze.
Außer der Verlegung ins Kuba des Jahres 1959 hat sich an der Story nicht viel geändert: 17-Jährige verliebt sich in einen Tänzer und entdeckt in seinen privaten Lehrstunden ihr wahres Selbst. Die Familie ist schockiert, aber am Ende siegt die Liebe.
Lawrence Bender wird "Havana Nights" produzieren, sobald er mit Quentin Tarantino dessen "Kill Bill" fertiggestellt hat.