Die in New York als Betty Joan Perske geborene Lauren Bacall landete eher zufällig beim Film. Nach Studien an der American Academy of Dramatic Arts erhielt sie kleinere Rollen am Broadway und machte zudem eine recht erfolgreiche Karriere als Fotomodell. Ihr Titelfoto auf Harper's Bazar erregte Aufmerksamkeit bei den großen Studios und brachte ihr ihre erste Rolle in Howard Hawks' "To have and have not" an der Seite von Humphrey Bogart ein. Die beiden wurden auch privat ein Paar, und ihre gemeinsamen Filme, wie z.B. "Tote schlafen fest" und "Key Largo", zählen noch heute zu den absoluten Klassikern des Film Noir.
Im Gegensatz zu anderen weiblichen Stars ihrer Zeit verkörperte Bacall immer die starke, selbstbewusste Frau, deren Markenzeichen zwar ihr berühmter "Anmachblick", genannt "The Look", war, die aber vor allem mit ihrer kratzbürstigen Cleverness ihren Mann stand. Schön zu sehen in "Wie angelt man sich einen Millionär", in dem sie neben Betty Grable und Marilyn Monroe spielte.
Ihrer schlagfertigen, kein Blatt vor den Mund nehmenden Art dürfte es Bacall zu verdanken haben, bislang von der Academy bei den "Oscars" übergangen worden zu sein. Nach Bogarts Tod heiratete sie 1961 Jason Robards, und es wurde etwas stiller um sie, bis sie sich in den 80er- und 90er-Jahren mit Filmen wie "Rendezvous mit einer Leiche", "Prêt-à-Porter" oder "Liebe hat zwei Gesichter" wieder zurückmeldete. Für Letzteren erhielt sie 1997 den "Golden Globe" als beste Nebendarstellerin. Vier Jahre zuvor wurde sie bei der "Golden-Globe"-Verleihung mit dem "Cecil B. DeMille Award" geehrt. Eine Wiedervereinigung mit ihrem alten Freund und Filmpartner Kirk Douglas gab es 1999 in dem Film "Diamonds" - die beiden spielten schon 1950 in dem Jazzfilm "Der Mann ihrer Träume". Zuletzt war sie zusammen mit Nicole Kidman in Lars von Triers "Dogville" sowie in Jonathan Glazers "Birth" zu bewundern.
Bogart und Bacall in "Tote schlafen fest"
Ein Privatdetektiv, wie er im Buche steht, begibt sich auf eine Mission, die ihn Kopf und Kragen kosten kann...
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Bacall und Bogart gemeinsam in "Tote schlafen fest" (Foto: Warner)
Am 23. August 1946 startete Howard Hawks' "Tote schlafen fest" in den amerikanischen Kinos. Der Mystery-Thriller, der nach einer Romanvorlage von Raymond Chandler entstanden ist, gilt noch heute als einer der großen Vorreiter des Film Noir und vereinigte Humphrey Bogart und Lauren Bacall zum zweiten mal nach "Haben und Nichthaben" vor der Kamera.
Nach Ende der Dreharbeiten wurde der Film erst einmal auf Eis gelegt, da Warner Bros. kriegsbezogene Filme vorziehen musste. Dass das Traumpaar Bogart/Bacall schon sehr bald Publikumsliebling Nummer eins werden sollte, war damals noch nicht vorhersehbar. Also wurden einige Szenen im Nachhinein gedreht, um die beiden noch mehr in der Vordergrund zu rücken.
Allgemeine Verwirrung
Die Handlung und Zusammenhänge des Thrillers sind nicht ganz unkompliziert und so kam es, dass man selbst am Set ein wenig den Überblick verlor. Ein Anruf bei Raymond Chandler sollte dem Abhilfe schaffen, doch der wusste angeblich ebenfalls nicht mehr so genau, was er da 1939 in seinem Roman "The Big Sleep" so alles geschrieben hatte.