Sie ist für ihre Nabelschauen berühmt, denn in kaum einem ihrer Filme lässt sich Kirsten Dunst die Gelegenheit entgehen, ihren süßen Bauchnabel vorteilhaft im Bikini, unter dem Top oder wenigstens im regennassen Shirt zu präsentieren: als Spideys Girlie wie als Cheerleader-Captain oder Suizid-Teenie. Dabei gehört die 1982 geborene deutschstämmige und goldlockige Dunst zu den Teenie-Stars, die allürenlos Karriere machten und schauspielerisch in Charakterrollen wuchsen.
Als Dreijährige von der Mutter als Fotomodell bei der Ford-Model-Agentur untergebracht, debütierte Dunst mit sieben Jahren nach 100 Werbefilmen im Woody-Allen-Segment von "New York Stories". Mit zwölf war sie kleiner Blutsauger und Kindgeliebte von Brad Pitt in "Interview mit einem Vampir", und Tom Cruise schwärmte: "Im Körper dieses kleinen Mädchens scheint die Erfahrung einer 35-jährigen Schauspielerin zu stecken." Dunst focht in "Small Soldiers" die Schlacht gegen Spielzeugsoldaten und stürzte sich mit Robin Williams in die Fantasy-Abenteuer von "Jumanji".
Teenie-Rollen unterschiedlicher Art, ob schrill, ob kess, ob frühreif, ob melancholisch, brachten ihr Ansehen. Auf Vatersuche in "Luckytown", im Schönheitswettbewerb in "Gnadenlos schön" (mit Konkurrentin Denise Richards), auf Selbstmordtrip in "The Virgin Suicides", im Cheerleader-Vortanz in "Girls United", mit Liebeskummer in "Ran an die Braut" und als reiche Tochter eines Kongressabgeordneten, die in "Verrückt/Schön" einen mittellosen Latino liebt: Stets konnte Dunst als junge Frau zwischen Anforderungen und Träumen überzeugen. Den weltweiten Durchbruch brachte ihr ihr Part als rothaarige Freundin von "Spider-Man", wo sie in einer denkwürdigen Szene den kopfüber hängenden Superhelden im Regen küsst.
Eine angebliche Affäre mit Tobey Maguire blieb unbestätigt: "Ich gehe nicht viel mit Jungen aus. Erstens fühle ich mich zu jung, zweitens habe ich viel zu tun." Obwohl sie dies nicht davon abhielt, ihr Herz zumindest vorübergehend an einen anderen Jungstar, Jake Gyllenhaal, zu vergeben, ist ihr Arbeitseifer beeindruckend: Auf ihre Rolle in "Mona Lisas Lächeln", in dem sie an der Seite von Gyllenhalls Schwester Maggie als eher widerwilliger Schützling von Lehrerin Julia Roberts ihre Qualitäten als hinterhältiges Biest unter Beweis stellen konnte, folgten 2003 die Dreharbeiten zu "Vergiss mein nicht!" (Dunst als Sprechstundenhilfe, die bei der Auslöschung von Erinnerungen behilflich ist), "Spider-Man 2" (Maguire gespalten zwischen Superheldendasein und Liebe zu Dunst) und "Wimbledon", in dem es ihr als Jungprofi gelingt, in einem alternden Tennis-Crack neue Ambitionen zu wecken.
Cameron Crowe engagierte sie 2005 für seine - zuweilen tragische - Komödie "Elizabethtown", in der sie als redselige und überdrehte Stewardess Claire den Designer Drew (Orlando Bloom) kennenlernt. Es folgte "Marie Antoinette", in dem Dunst eine brillante Titelheldin gab, die sich von einem unverbildeten Mädchen in eine Kennerin des hermetisch abgegrenzten Universum des Ancien Régime entwickelte. Regisseurin Sofia Coppolas dritter Kinofilm erfuhr seine Uraufführung 2006 auf den Filmfestspielen in Cannes. Auch im dritten Spinnenabenteuer holte sie Regisseur Sam Raimi 2007 erneut an das Set zu Tobey Maguire.
Ein darstellerisches Glanzlicht setzt sie im Drama "Melancholia" um zwei Schwestern, die wegen des bevorstehenden Weltuntergangs Bilanz ziehen. Während sich Regisseur Lars von Trier bei der Präsentation auf den Filmfestspielen in Cannes mit einem unbedachten Hitler-Kommentar zur Skandalfigur und Persona non grata machte, gewann Kirsten Dunst für ihre starke Leistung den Preis als beste Schauspielerin.
Kirsten Dunst & Tobey Maguire wollen Gastauftritt in neuem "Spider-Man"
Da fällt jemandem der Abschied schwer…
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Denkwürdig: Kirsten Dunst wäre gerne auch im neuen "Spider-Man"-Film dabei (Foto: Columbia TriStar)
Er hängt im rot-blauen Spinnenkostüm kopfüber, sie reckt ihre Lippen den seinen entgegen und küsst ihn im strömenden Regen: Tobey Maguire und Kirsten Dunst haben der Filmgeschichte mit diesem denkwürdigen Kuss aus "Spider-Man" einen der romantischsten Momente geschenkt.
Kein Wunder, dass sich Kirsten Dunst nun im "Spider-Man"-Vorruhestand nicht so recht wohl fühlt. Nachdem bekannt wurde, dass Regisseur Sam Raimi keinen vierten Spidey-Film mit dem bewährten Team drehen darf, sondern die Reihe stattdessen im Stil von "Batman Begins" neu gestartet wird, war auch für die beiden Hauptdarsteller kein Platz mehr: Tobey Maguire wurde für "The Amazing Spider-Man" durch "Social Network"-Star Andrew Garfield ersetzt, Kirsten Dunst durch Emma Stone aus "Einfach zu haben". Doch Kirsten wünscht sich trotzdem einen Auftritt im Neuanfang "The Amazing Spider-Man":
"Ich wollte gerne einen kleinen Gastauftritt absolvieren", berichtet Kirsten Dunst. "Meine Idee war, dass Tobey und ich als Komparsen dabei sind und in einer Szene irgendwo im Hintergrund durchs Bild laufen."
Trotz Rauswurfs Lob für die Nachfolger
Die Fans des Spinnenmannes hätten sich darüber sicher gefreut. Doch die Macher fanden die Idee weniger toll und lehnten Kirstens Vorschlag ab. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Entscheidung, so kurz nach den bisherigen drei Filmen einen kompletten Neuanfang ins Kino zu bringen, unter Fans nicht unumstritten ist. Da wollte man vermutlich die Erinnerung an die erste Trilogie so wenig wie möglich mit dem neuen Film in Verbindung bringen.
Kirsten Dunst zeigt indes Verständnis für die Entscheidung und lobt sogar ihre Nachfolger Andrew Garfield und Emma Stone: "Zwischen den beiden stimmt die Chemie!", meint Dunst - so ziemlich das höchste Lob, das in Hollywood an Leinwandpaare vergeben wird.
Ob dem tatsächlich so ist, gibt's ab 3. Juli 2012 zu erleben, wenn "The Amazing Spider-Man" sich durchs Kino schwingt.