Keane sind eine Band ohne Gitarre - und damit in der momentanen Flut junger britischer Rockgruppen eine Ausnahmeerscheinung. An der Hastigs Secondary School lernten sich 1997 Tom Chaplin (Jahrgang 1979, Gesang), Tim Rice-Oxley (1976, Klavier) und Richard Hughes (1975, Schlagzeug) kennen und beschlossen, eine Band zu gründen. Anfangs verfügten Keane noch über einen Gitarristen, doch als der frühzeitig das Handtuch warf, beschloss das Rumpftrio, aus der Not eine Tugend zu machen und fortan ohne Saiteninstrumente auszukommen. In den Jahren 2000 und 2001 erschienen die Singles "Call Me What You Like" und "Wolf At The Door" allerdings nur in kleinen Auflagenhöhen von 500 Exemplaren. Bei einem Akustik-Konzert in einem kleinen Club hörte sie 2002 Simon Williams, seines Zeichens Chef von Fierce Panda (Coldplay, Supergrass), und bot der Nachwuchsband eine Singleproduktion an. Die Pop-Melancholie von "Everybody's Changing" war irgendwo zwischen Travis und Coldplay angesiedelt und machte es der britischen Musikpresse leicht, sich einzuhören. Die Rechnung des Produzenten ging auf: Die Gruppe erntete erste Lorbeeren und durfte sogar in der BBC auftreten. Im Anschluss an diesen Achtungserfolg verdienten sich die drei erst einmal ihre Sporen auf einer ausgedehnten Tournee durchs Vereinigte Königreich, bevor es zu den Aufnahmen ihres Debüt-Albums wieder ins Studio ging. "Hopes And Fears" erschien 2004 auf Island. Mit der Single "Somewhere Only We Know" eroberten Keane nun auch den "Kontinent". In Deutschland spielten Keane auf mehreren großen Festivals. Der Titel "Something In Me Was Dying" wurde im Oktober 2004 auf dem Rolling-Stone-Sampler "New Noises" veröffentlicht. "Hopes And Fears" entwickelte sich vor allem in Deutschland zum Dauerbrenner. Insgesamt verbrachte das Album fast vierzig Wochen in den deutschen Charts, und wurde immer wieder angefeuert durch publikumswirksame Auftritte der Band, etwa im Vorprogramm der gigantischen U2-Tour 2005. Weltweit verkauften Keane von "Hopes And Fears" über fünf Millionen Exemplare und erhielten für diese Leistung im Jahr 2005 zwei Brit Awards. Nach der autobiographischen DVD "Strangers" war es im Frühsommer 2006 Zeit für das zweite Album. Auf "Under The Iron Sea" präsentierten sich Keane stellenweise überraschend schroff, verzichteten dabei allerdings nicht auf gewohnt einschmeichelnde Melodien. Die CD stürmte in Deutschland auf Platz drei, in den USA auf Platz vier und in Großbritannien standesgemäß direkt an die Chartsspitze.