Kathryn Bigelow

Kathryn Bigelow

Leben & Werk

Mit nur acht Filmen seit 1981 schrieb sich Kathryn Bigelow, geboren 1951, in die Filmgeschichte ein. 2010 erhielt sie als erste Frau überhaupt einen Oscar für die Beste Regie für ihren bereits vorab vielfach prämierten Irakkriegsthriller “Tödliches Kommando – The Hurt Locker“. Ihr Ruf, “männlicher” zu sein als viele ihrer Kollegen, haftet ihr zwar an, sie selbst wehrt sich aber gegen geschlechtsspezifische Kategorisierungen. Bigelow studierte bei Milos Forman und debütierte mit “Die Lieblosen” als Spielfilmregisseurin: Eine Gruppe Biker unter Führung von Willem Dafoe fällt in eine Kleinstadt ein und legt sich, wie 1953 Marlon Brando mit seiner Motorrad-Gang in “Der Wilde“, mit den Bürgern an. Der Film beeinflusste Walter Hills “Straßen in Flammen” (1983), in dem Dafoe seine Rolle variierte. Ihr Vampir-Western “Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“, in dem eine Gruppe Vampire in einem Road Movie auf der Suche nach Freiheit ist und eine blutrünstige Spur hinterlässt, galt wiederum John Carpenters “Vampires” als Vorlage. Ihren Durchbruch erzielte Bigelow 1990 mit dem Cop-Thriller “Blue Steel”. Darin spielte Jamie Lee Curtis eine junge Polizistin, die ein gefährliches erotisches Spiel mit einem Banker (Ron Silver) beginnt (der als Serienkiller mit ihrem Revolver umgeht) und erst nach einem radikalen Showdown siegt. “Blue Steel” hatte in seinem Motiv des Täters und möglichen Opfers Einfluss auf “Das Schweigen der Lämmer“. Nicht weniger einflussreich, was das Tempo und den Drive des Action-Thrillers angeht, war Bigelows größter kommerzieller Erfolg “Point Break – Gefährliche Brandung”, in dem Keanu Reeves undercover in einer Gruppe Surfer ermittelt, die mit Konterfeis von vier US-Präsidenten über dem Gesicht Bankraube begeht: im Auto, zu Fuß, in der Luft beim Fallschirmspringen und im Meer finden die atemberaubenden Konfrontationen statt. “Point Break” wurde von Bigelows damaligem Ehemann James Cameron produziert, der auch das Drehbuch zu ihrem Science-Fiction-Film “Strange Days” (1995) schrieb, der trotz seiner visionären Inhalte und der kraftvoll-dynamischen Regie Bigelows nicht den erwarteten Erfolg brachte. Ein Ex-Polizist (Ralph Fiennes) dealt mit einer “Squids” genannten Unterhaltungssoftware, die die Aufzeichnung und Wiedergabe von realen Sinneswahrnehmungen gestattet. Er kommt einem Polizeikomplott auf die Spur, das Rassenunruhen auslösen soll, und kann sich in den Stunden um die Jahrtausendwende gerade noch dank seiner Freundin (Angela Bassett) retten.

Ihren größten Triumpf feierte die Regisseurin mit “Tödliches Kommando – The Hurt Locker”. Ihr Adrenalin-geladener Blick auf den gefährlichen Job einer US-Elite-Einheit von Bomben-Entschärfern im Irak bescherte nicht nur ihr selbst einen Oscar – den ersten in der Geschichte des Filmpreises überhauptet für eine Frau in der Kategorie Beste Regie – sondern auch noch weiteren Mitgliedern ihres Kreativteams. Das packende Drama wurde in insgesamt sechs Kategorien ausgezeichnet, darunter in der Königskategorie Bester Film.

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