Mal erstaunt naiv, mal entzückend trotzig und mal neugierig entrückt, gelegentlich mit einem Hauch von Melancholie, mit Wespentaille und einem Hang zur Spitznase - so betört die britische Schauspielerin Kate Beckinsale ihre - vornehmlich männlichen - Fans.
Beckinsale debütierte im Kino in Kenneth Branaghs schwungvoll-hinreißender Power-Version der Shakespeare-Komödie "Viel Lärm um Nichts" (1993), wo sie als Hero, Tochter des Gouverneurs, in den jungen Helden Claudio verliebt ist, und zum Schein sterben muss, damit sie ihren Bräutigam umso strahlender empfangen kann.
Zum Weltstar wurde sie acht Jahre später als Krankenschwester Evelyn, die sich in "Pearl Harbor" in zwei Piloten der US Air Force (Ben Affleck und Josh Hartnett) verliebt und sich als Florence Nightingale des Zweiten Weltkriegs nach dem Angriff der Japaner auf Hawaii erst verwirrt, dann umsichtig entschlossen um die Verwundeten kümmert.
Beckinsale liebt es, mit leicht gesenktem Haupt und mit schelmischem Blick scheinbar zurückhaltend vorzugehen, um dann ihre Absichten umso energischer, eigensinniger, feuriger und zielstrebiger durchzusetzen.
Immer ein frischer Anblick dank ihres natürlichen Wesens, spielte sie in Jim McBrides Fälscherkrimi "Geheimnisse" als Restauratorin in Barcelona ihre erste Nacktszene, in der Jane-Austen-Verfilmung "Emma" (eine TV-Produktion) die titelgebende Kupplerin aus Neigung, in "Brokedown Palace" eine mit Freundin Claire Danes in Thailand gestrandete Touristin, in "Cold Comfort Farm" eine in der Bauernwelt für Aufregung sorgende angebliche Erbschleicherin, in "Haunted" eine von Geistererscheinungen geplagte junge Frau, in der Henry-James-Verfilmung "The Golden Bowl" die sehr junge englische Gattin des US-Millionärs Nick Nolte und in Whit Stillmans "The Last Days of Disco" eine der Frauen aus dem Freundeskreis, der die Theorie des Disco-Tanzes in einem der Tanzschuppen diskutiert.
In der romantischen Komödie "Weil es dich gibt" vertraute Beckinsale darauf, dass das Schicksal ihr die große Liebe in Person von John Cusack in die Arme führt, in dem heiter-nachdenklichen Drama "Laurel Canyon" fühlte sie sich stärker als zu ihrem soliden Bräutigam zur Rock-'n'-Roll-Welt seiner Mutter, einer Musikproduzentin (Frances McDormand), hingezogen.
Als Verbündete des titelgebenden Monsterjägers "Van Helsing" und mit ihrem ersten Auftritt als wunderschöne Vampirin in laszivem Latex- und Lederoutfit in "Underworld" zeigte Beckinsale, dass sie sich auch in Action-Filmen durchzusetzen vermag. In Martin Scorseses "Aviator" hatte sie als Ava Gardner wiederholt Affären mit Filmmogul und Flugpionier Howard Hughes (Leonardo DiCaprio).
Eine ihrer schönsten Rollen spielte Beckinsale in der britischen Gaunerkomödie "Shooting Fish", in der sie als Medizinstudentin Gauner und Polizei hereinlegte, um Geld für ein Waisenhaus zu ergattern.
In der Filmkomödie "Klick" überzeugte sie als frustrierte Ehefrau, deren Mann (Adam Sandler) die Möglichkeit erhält, per Fernbedienung sein Leben vorzuspulen. Für ihre von der Presse hoch gelobten Darstellungen wurden Sandler und Beckinsale 2006 für den Teen Choice Award nominiert.
Zusammen mit ihrem frisch angetrauten Filmehemann (Luke Wilson) wird sie in dem 2007 abgedrehten Horrorthriller "Motel" von Debüt-Regisseur Nimód Antal Opfer einer Snuff-Bande.
Nach dem Vorgänger "Underworld" drehte Beckinsale mit Ehemann Len Wiseman (Hochzeit 2004) zwei Jahre später die Fortsetzung "Underworld: Evolution". Auch hier besetzte er Beckinsale in der Rolle der Selene, die in atemberaubenden Actionszenen zu sehen ist, und sogar für eine Liebesszene ihre glänzende Latex-Rüstung ablegt. In Teil 3 "Aufstand der Lykaner" war Beckinsale zum Entsetzen vieler Fans nicht dabei, doch nun kehrt sie - die Macher hatten wegen des mangelnden Erfolges ein Einsehen - für den vierten Vampir-Kracher "Underworld Awakening" zurück: Nach über zehn Jahren in Froststarre findet sie eine Welt vor, in der Vampire und Lykaner von Menschen gnadenlos gejagt werden - inklusive ihrer Tochter mit dem inzwischen verstorbenen Michael, die als Hybridwesen erst recht in Todesgefahr schwebt...
Kate Beckinsale hofft mit "Underworld" auf mehr Action-Rollen
Wer sich Selene in den Weg stellt, sollte vorher besser sein Testament machen!
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Kate Beckinsale spielt die tödliche Vampirlady Selene in "Underworld", um ihr Mädchen-Image loszuwerden... (Foto: Sony)
Die schneidige Vampirbraut aus der "Underworld"-Saga ist mit ihren doppelten Schießeisen und dem Untoten-Blut in den Adern eine echte Killermaschine. Dabei hat Darstellerin Kate Beckinsale jetzt zum Start des vierten Films "Awakening" verraten, dass die den Part als Selene eigentlich nur aus Karrieregründen angenommen hat:
"Ich hatte nach Castings ein paar Mal zu oft zu hören bekommen, dass die Macher Dinge gesagten hätten wie 'Wir können uns Kate Beckinsale nicht wirklich für diese Rolle vorstellen, denn hier geht es um einen Cop und sie ist so zierlich, so britisch und so zerbrechlich.' Da dachte ich mir 'Dagegen muss ich dringend etwas unternehmen! Ich muss mal etwas Kantigeres spielen!' Deshalb liebe ich die Rolle der Selene. Ich bin sehr stolz, dass nun ausgerechnet ich diese fast schon ikonenhafte, kraftvolle Frau spiele, die auch anderen Frauen etwas Kraftvolles vermittelt."
Bevor Kate Beckinsale 2003 im ersten "Underworld"-Film gegen die Lykaner antrat, war sie in der Tat eher als zartes Persönchen besetzt worden: angefangen mit ihrem Debüt in der Shakespeare-Verfilmung "Viel Lärm um nichts" über ihren großen Durchbruch in "Pearl Harbor" bis zur Weichspülromanze "Weil es dich gibt".
Beckinsale auf Schwarzenegger Spuren
Der einzige Haken am Karriereplan der schönen Britin: Abgesehen von der "Underworld"-Saga bekam Kate Beckinsale auch nach dem ersten Auftritt als tödliche Vampirlady lediglich den sehr ähnlichen "Van Helsing" angeboten. Ansonsten blieb es bei eher stilleren Charakteren.
Vielleicht kehrt Beckinsale auch deshalb für den vierten Vampir-Film "Awakening" zurück, nachdem sie in Teil 3 "Aufstand der Lykaner" noch eine Auszeit genommen und Rhona Mitra das Feld überlassen hatte.
Anschließend steht mit dem Part im Arnie-Remake "Total Recall" an der Seite von Bad Boy Colin Farrell noch eine weitere "kantige" Rolle an. Die Fans stylisher Action mit Schauwerten dürften Kate Beckinsales weitere Karriere-Planung also mehr als gutheißen…