In Kastelruth gründen die drei Musikanten Karl Schieder, Walter Mauroner und Valentin Silbernagl nach Jahren des gemeinsamen Tingeltangels Anfang der Achtziger eine neue Formation, die sie nach ihrem Heimatort auf den Namen Kastelruther Spatzen taufen. Mit zur Urbesetzung gehören auch Oswald Sattler sowie Ferdinand und Norbert Rier. Der erste Tonträger erscheint 1983: "Das Mädchen mit den erloschenen Augen" wird zum Hit und bringt der jungen Volksmusikgruppe auf Anhieb eine goldene Schallplatte ein. Aus beruflichen Gründen verlassen Schieder und Rier 1986 die Gruppe und werden durch die gebürtigen Kastelruther Albin Gross und Karl Heufler ersetzt. 1990 gelingt der Truppe mit dem Titel "Tränen passen nicht zu dir" beim Grand Prix der Volksmusik der Durchbruch. Dem Sieg folgen Auftritte in zahlreichen Fernsehshows und neue Alben im Jahrestakt, die sich fast alle extrem gut verkaufen und die Kastelruther Spatzen zur erfolgreichsten deutschsprachigen Gruppe im Bereich der volkstümlichen Musik machen. Das Septett kann heute stolz auf über 100 goldene Schallplatten zurückblicken. Mehrfach werden ihnen die Goldene Stimmgabel, der Echo und die so genannte Krone der Volksmusik verliehen. Doch das Personalkarussell dreht sich trotz (und vielleicht gerade auf Grund) dieser Erfolge weiter. 1993 nimmt Sattler seinen Hut, um eine Solo-Laufbahn einzuschlagen. Kurzfristig springt Andreas Fulterer in die Bresche, verlässt die Gruppe jedoch nach einigen Jahre aus demselben Grund wieder. Schließlich hängt Kurt Dasser seinen Job als Mathematiklehrer an der Mittelschule Kastelruth an den Nagel und schließt sich den Spatzen an, die ihre Besetzung mit dem einzigen Nicht-Südtiroler der Gruppe, dem Würzburger Rüdiger Hemmelmann, nun vervollkommnen können. Die Männer im Trachtenlook sind neben ihrem musikalischen Treiben auch um Umsätze in der heimischen Tourismusbranche bemüht. Konzerte können da von einem Werbebreak auf der Großbildleinwand unterbrochen werden, und auch die Homepage der Spatzen verweist auf Hotels und Busunternehmen, die für das Spatzenfest in Kastelruth gerüstet sind. In Südtirol versteht man etwas vom Geschäft. "Zufall oder Schicksal" - so der Titel des 2005 erschienenen Albums - haben mit dem Erfolg der Kastelruther Spatzen jedenfalls eher am Rande zu tun. Noch im gleichen Jahr folgte die Doppel-CD "Nino und das Geheimnis des Friedens", sowie ein Jahr später "... und Singen ist Gold".