Außer einem Keuschheitsgürtel trägt sie wenig am Leib - und das wenige ist meist aus Lack und Leder. Ihr Job: Auftragskillerin.
Diese reizende Person namens "Aeon Flux" wird im September Berlin unsicher machen. Denn im gleichnamigen Film ist Charlize Theron in der Rolle der gefährlichen Amazone zu sehen - und dafür dreht sie teils in der Hauptstadt.
Statt Hässlichkeit und starkem Charakterspiel, mit dem Theron den Oscar als "Monster" einheimste, braucht sie für diese Killerin aus der Zukunft aber vor allem die körperlichen Vorzüge, mit denen sie ebenso gesegnet ist: Aeon Flux hat eine derart kurvige Figur, dass selbst Lara Croft dagegen wie eine vorpubertäre Grundschülerin wirkt.
Fetischismus, SM-Ästhetik und enorme Brutalität kennzeichnen die Comic-Serie des Musiksenders MTV, die nun mit Theron als Realfilm ins Kino kommt. Einer der Schauplätze der Gewaltorgie wird das Berliner Tierheim Falkenberg sein. Dort werden bereits unter Hochdruck riesige Gruben ausgehoben, die als künstliche Wasserbecken dienen sollen. Die moderne Architektur des Tierheims soll zum Drehbeginn im September als Gesamtkomplex die Kulisse für ein Regierungsviertel 400 Jahre in der Zukunft stellen.
Theron folgt damit Tom Cruise, der in Berlin Teile von "Mission: Impossible 3" drehen wird und dazu kürzlich eine Villa im Stadtteil Wannsee angemietet hat.
Die genaue Story des Films ist noch unklar, doch die Ausgangssituation der bekannten MTV-Folgen aus der Zeit zwischen 1991 und 1996 wird auch im Kino wiederkehren: Im 25. Jahrhundert ist die Menschheit fast komplett durch ein Virus ausgerottet. Eine riesige Blase schützt eine einzige Stadt mit den wenigen Überlebenden vor dem tödlich verseuchten Rest des Planeten. Aeon Flux ist eine Auftragskillerin, deren Motive stets unklar bleiben. Sie scheint eine klare Gegnerin der Regierung unter Trevor Goodchild zu sein, die für die letzte Stadt die totale Überwachung á la Big Brother anstrebt.
Entsprechende Aufträge erhält sie von der Untergrund-Chefin "The Handler" - im Film übrigens von Frances McDormand dargestellt, die sich in der Hauptstadt bestens auskennt, seit sie im Februar die Berlinale-Jury leitete. Doch Aeon hegt klammheimlich romantische Gefühle für Goodchild und so nimmt sie auch Aufträge an, die scheinbar der gegnerischen Seite dienen.
Fünf Jahre lang gammelte das Projekt in den Schubladen verschiedener Produzenten herum, bis sich schließlich Regisseurin Karyn Kusama ("Girlfight") der Sache annahm und Theron engagierte. Die kassiert mit 10 Mio. Dollar ihre bisher höchste Gage und absolvierte ein dreimonatiges Training für die akrobatischen Kampfeinlagen der Martial-Arts-Amazone. Ihre blonde Löwenmähne darf Charlize dabei leider nicht zeigen: Aeon ist dunkelhaarig, daher wird Theron mit Perücke morden.