Zwar plant Sony Sony den Release der Komödie auf DVD und Blu-ray erst im Spemtember - wir unterhielten uns mit Hauptdarsteller Friedrich Mücke aber schon mal über den Film und seine Einstellung zur DVD generell.
Allem Leinwanderfolg zum Trotz: "Ich möchte auf jeden Fall weiter Theater spielen" (Foto: EMV)
Du warst vor "Friendship" im Kinobereich eine relativ unbekannte Größe und vor allem als Theaterschauspieler tätig. Wie kam es dazu, dass Friedrich Mücke neben Matthias Schweighöfer der zweite Hauptdarsteller in "Friendship" wurde?
Friedrich Mücke: Ich hatte vor ca. zwei Jahren meine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin abgeschlossen. Es war immer mein Ziel, beim Theater zu landen. Das ist mir dann mit einem festen Engagement beim Münchner Volkstheater gelungen. Ich hatte im Internet auch ein zweiminütiges Band von mir reingestellt. Das wurde von einem Caster gefunden und vier Wochen vor Drehbeginn an das "Friendship"-Team weitergeleitet. Nach Sichtung eines weiteren Bandes wurde ich zum letzten Casting mit Matthias Schweighöfer eingeladen. Und die Chemie zwischen uns beiden hat einfach gepasst.
Mit "Friendship" gelang Friedrich Mücke an der Seite von Mathias Schweighöfer ein Überraschungserfolg (Foto: Sony)
Siehst Du Deine Zukunft primär im Theater oder beim Film?
"Friendship" hat mir riesigen Spaß gemacht und gezeigt, dass ich auf die große Leinwand gehöre. Durch den großen Erfolg des Films hat sich natürlich einiges getan und es kommen viele Angebote, vor allem für Komödien. Ich passe aber sehr gut auf, dass ich bei meinen Rollen nicht in ein bestimmtes Schema gepresst werde. Ich möchte mir alles offen lassen. Da bin ich aber auf dem richtigen Weg, weil ich derzeit durchaus auswählen kann. Für mich ist das Ganze auch ein Lernprozess. Eines ist aber klar: Ich möchte auf jeden Fall weiter Theater spielen und hoffe, dass mir dies zeitlich auch gelingt.
Du hast im Januar auch den Bayrischen Filmpreis als Bester Nachwuchsdarsteller erhalten. Was hat sich für Dich dadurch verändert?
Das macht mich schon stolz und ist für mich nicht irgendeine Auszeichnung. In erster Linie verändert es radikal den Kontostand. Ich hatte nicht gewusst, wie hoch dieser Preis dotiert ist. Letztlich ist es eine tolle Auszeichnung für eine gelungene Arbeit, umso schöner, wenn dies auch finanziell entlohnt wird.
Mücke über Schweighöfer: "Die Chemie zwischen uns beiden hat einfach gepasst" (Foto: Sony)
"Friendship" erscheint im September auf DVD und Blu-ray. Wie wichtig sind dir diese Formate?
Ich bin ein absoluter Fan der DVD und habe selber ganz viele davon. Ich gehe auch sehr viel ins Kino. Dort gehe ich zumeist nicht in das amerikanische Original und leiste mir als Luxus dann die DVD. Vor allem bin ich ein riesiger Fan des Bonusmaterials. Behind the scenes, Interviews und der Audiokommentar ist für mich Pflicht. Im Kino interessiere ich mich für den Film, auf DVD um das ganze Drumherum. Bei "Friendship" ist es schön, dass dadurch noch mehr Leute den Film sich ansehen. Die DVD war auf jeden Fall während des ganzen Drehs schon ein sehr großes Thema.
Du hast ja zum Bonusmaterial von "Friendship" auch Einiges beigetragen, oder?
Ich habe während der Drehs mit meiner eigenen Kamera gefilmt und alleine dadurch stehen sechs Stunden Filmmaterial zur Verfügung. 80 Prozent der Aufnahmen könnte man sogar freigeben. Ein Beispiel: Matthias und ich hatten drei Tage drehfrei und sind 16 Stunden mit dem Auto nach San Francisco gefahren. Es dreht sich also nicht alles nur dem Drehalltag.
Was sind Deine drei Lieblings-DVDs?
Schwierig. Definitiv "Brügge sehen... und sterben?" mit Colin Farrell. Der Film ist gigantisch und auch das Bonusmaterial muss man sich mehrmals von Anfang bis Ende ansehen. Das wäre ein ganz anderer Film geworden, wenn alles verwendet worden wäre. Als Film unglaublich bewegend ist "Zeiten des Aufruhrs" mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet. Als dritten würde ich aktuell "The Hurt Locker" nennen. Ein geradezu wichtiger Film.
Gibt es für einen Schauspieler, den Du als Vorbild bezeichnen würdest?
Matthias habe ich bereits über Jahre beobachtet und fand ihn in all seinen Rollen sehr überzeugend. Durch den gemeinsamen Film hat sich die Vorbildfunktion in Freundschaft gewandelt. Zusammen drehen würde ich sehr gerne einmal mit Rosalie Thomass, Julia Jentsch oder Karoline Herfurth. International gibt es natürlich jede Menge, vor allem fasziniert mich aber Leonardo DiCaprio.
Mit welchem Projekt beschäftigst du Dich aktuell?
Wir haben gerade "Mahler auf der Couch" abgedreht. Der Film startet am 8. Juli im Kino in Deutschland und Österreich. Regie führt hier Percy Adlon, der vor allem durch "Out of Rosenheim" bekannt ist. Ich spiele die Rolle von Walter Gropius, der mit Alma Mahler, der Ehefrau des Komponisten Gustav Mahler, ein Verhältnis anfängt, während dieser sich mit Siegmund Freud trifft. Ein sehr interessantes und anspruchsvolles Thema und trotzdem ein toller Film mit viel Witz und Esprit.