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Im Interview

"Wer braucht schon Oscars?"
In "Mondkalb" zeigt sich der Star aus "Aimée & Jaguar" in einer ihrer anspruchsvollsten Rollen. Fast ohne Text gibt sie eine gebrochene Frau, für die menschliche Nähe und Kontakt zum Problem geworden sind.
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Harte Kost: In "Mondkalb" spielt Juliane Köhler eine gerade aus dem Gefängnis entlassene Frau (Foto: Warner) |
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» Worum geht es in "Mondkalb"?
JULIANE KÖHLER: "Mondkalb" erzählt von Menschen, die nicht aus ihrer Haut können. Ich spiele eine Frau, die ihren Mann halb tot geschlagen hat und nach sechs Jahren aus dem Gefängnis kommt. Sie versucht, sich ein neues Leben aufzubauen und hat damit große Probleme, weil sie es letztendlich nicht schafft, Nähe zuzulassen. Ähnlich geht es dem kleinen Jungen, der gesehen hat, wie seine Mutter sich umbrachte. Seitdem steht er unter Schock und ist sehr verschlossen.

Sein Vater, gespielt von Axel Prahl, macht dagegen über alles Witze, konfrontiert sich aber am Ende nicht wirklich mit sich selbst. Der Film handelt von dem Versuch, zusammenzukommen, von dem Versuch, zu lieben, aber es ist keine Liebesgeschichte.

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Als Eva Braun war sie in "Der Untergang" neben Bruno Ganz zu sehen (Foto: Constantin) |
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» Ist so eine Konstellation realistisch?
Dass Menschen nicht aus ihrer Haut können, stumm sind, obwohl sie sprechen möchten, kommt oft vor. Davon wird nur selten erzählt - es ist aber auch schwer, das zu spielen.

» Ihre Figur ist fast stumm ...
Ja. Normalerweise kann ein Schauspieler anhand des Textes eine Figur aufbauen. Hier ging das nicht. Besonders dieser Rückzug in die Einsamkeit war mir fremd. Die Seele der Frau ist so tief vergraben, das war nicht einfach zu spielen. Sehr geholfen hat mir Regisseurin Sylke Enders. Sie hat die Figur geschaffen und machte mir ihre Vision von Alexandra mit Blicken und bestimmten Tonlagen deutlich. Ohne sie hätte das nicht funktioniert. » weiter zu Seite 2 |
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