"Mein Vater baut Schiffe, und ich segle damit." Der Satz aus "Der talentierte Mr. Ripley" trifft auf eine Reihe von Personen zu, die der britische... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max11/kuk11/kuk24/u1124077/b150x150.jpg Jude Law
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Jude Law

  • Geburtstag
    29.12.1972
  • Geburtsort
    Black Heath, London

"Mein Vater baut Schiffe, und ich segle damit." Der Satz aus "Der talentierte Mr. Ripley" trifft auf eine Reihe von Personen zu, die der britische Schauspieler Jude Law seit seinem sensationellen Debüt in "Shopping" verkörperte. Meist sind es launische Egoisten, die ihr Leben ganz nach ihren Vorstellungen sorglos leben, keine Tradition oder Verantwortung kennen und sich herkömmlichen Moralvorstellungen bewusst entziehen. Der von seinem Freund Tom Ripley (Matt Damon) ermordete Dickie brachte Law eine Oscar-Nominierung und einen British Academy Award als bester Nebendarsteller ein.

In "Shopping" fuhren Law und seine zeitweilige Ehefrau Sadie Frost hemmungslos mit Luxusautos Fensterscheiben zu Bruch, um die Konsumwelt zu brüskieren - bis dieses Vergnügen ein tödliches Ende findet. Als junger schwuler Lord spielte Law bedenkenlos mit den Gefühlswelten des Schriftstellers "Oscar Wilde" (Stephen Fry). Die Rolle dieses Exzentrikers brachte ihm mehrere britische Filmpreise ein.

Ähnlich angelegt waren seine Rollen als Vampir in "Die Weisheit der Krokodile", als schwuler Liebhaber eines reichen Südstaatlers (Kevin Spacey) in Clint Eastwoods Gesellschaftskrimi "Mitternacht im Garten von Gut und Böse" und als durch einen Unfall an den Rollstuhl gefesselter Jerome, der im Science-Fiction-Film "Gattaca" die nötigen Gene der Elite hat und sie mit seinem Freund Vincent (Ethan Hawke) tauscht.

Als Begleiter von Spieledesignerin Jennifer Jason Leigh reiste Law in David Cronenbergs "eXistenZ" durch die virtuellen Welten des Cyberspace, als künstlicher Mensch in Steven Spielbergs "A. I. - Künstliche Intelligenz" stand er dem jungen David (Haley Joel Osment) auf der Flucht vor Kopfgeldjägern zur Seite.

Als Scharfschütze an der Front des Zweiten Weltkriegs in Stalingrad in Jean-Jacques Annauds "Duell - Enemy at the Gates" gelang Law in absoluter Konzentration eine beinahe meditative Darstellung der Person des Heckenschützen.

Wegen seiner makellosen Gesichtszüge und der Ähnlichkeit mit dem jungen Alain Delon wird Law als schöner "eiskalter Engel" mit ähnlichen schauspielerischen Fähigkeiten eingeschätzt. In Sam Mendes' düsterem Gangster-Epos "Road to Perdition" spielte er aber ebenso überzeugend gegen sein Image als Schönling und bewies als Furcht einflößendes Narbengesicht Maguire seine dunkle Seite.

Für das hochkarätig besetzte Drama "Unterwegs nach Cold Mountain" arbeitete Law erneut mit Anthony Minghella zusammen: Als verwundeter Deserteur kämpft er sich während des amerikanischen Bürgerkrieges 300 Meilen nach Hause zurück, wo seine Liebe Ada (Nicole Kidman) auf ihn wartet.

Eine neue Erfahrung konnte Law mit dem Science Fiction-Abenteuer "Sky Captain and the World of Tomorrow" machen, da er seine Rolle des tollkühnen, titelgebenden Piloten komplett in digitalen Kulissen spielen musste. Sein eigenes Image als Schönling nimmt Law in der außergewöhnlichen Farce "I Heart Huckabees" als aalglatter, opportunistischer Yuppie auf die Schippe, während er in Mike Nichols' "Hautnah" Leinwand und Bett mit Julia Roberts teilen darf.

Jude Law trat in Alfie das Erbe von Originaldarsteller Michael Caine als gewissenloser Herzensbrecher an, turtelte in der Weihnachtskomödie "Liebe braucht keine Ferien" mit Cameron Diaz und gab in Wong Kar-Wais poetischem "My Blueberry Nights" den lange unerkannten Traummann von Norah Jones.

Law war zudem einer von drei Schauspielern, die in Terry Gilliams Märchenspektakel "Das Kabinett des Dr. Parnassus" die Rolle des während der Dreharbeiten verstorbenen Heath Ledger weiterführte.

Die Rolle als intelligenter und ausnahmsweise höchst attraktiver Dr. Watson in Guy Ritchies Neuinterpretation von "Sherlock Holmes" neben Titelheld Robert Downey jr. führte Law dann wieder in Blockbuster-Gefilde, Fortsetzung inklusive.

Spannend ist Jude Laws Auftritt im kleinen aber feinen SciFi-Schocker "Repo Men": Als Zwangsvollstrecker operiert er Patienten Spenderorgane wieder heraus, die diese nicht bezahlen können. Doch dann trifft es ihn selbst.

Für Martin Scorsese mimte er eindrücklich den Vater von "Hugo Cabret" und in der Tolstoi-Neuverfilmung "Anna Karenina" den gefühlskalten Ehegatten der Titelfigur. Einen weiteren schillernden Auftritt liefert er in "Side Effects" als mitfühlender Arzt, der Psychopharmaka verschreibt. Law stieg in Wes Andersons wunderbar schrägem "Grand Budapest Hotel" ab und spielt nun in "Dom Hemingway" gegen sein Nice-Guy-Image einen brutalen und derben Safeknacker, der zehn Jahre im Knast seine Komplizen gedeckt hat, und nun vehement seinen Beute-Anteil einfordert.

Jude Law spielt regelmäßig Theater, in London und New York unter anderem an der Seite von Kathleen Turner.

Er war von 1997 bis 2003 mit der Schauspielerin Sadie Frost verheiratet und hat mit ihr drei gemeinsame Kinder. 2009 kam sein viertes Kind, Tochter Sophia zur Welt, mit dessen Mutter, dem Model Samantha Burke, Law aber nur kurz liiert war und nicht zusammenlebt.

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