Mit drei Suspense-Thrillern und High-Tech-Action-Movies katapultierte sich Regisseur und Autor Jonathan Mostow in die Spitze der Hollywood-Filmprofessionals. Das Road Movie "Breakdown", das U-Boot-Drama "U-571" und der dritte Terminator-Film "Terminator 3 - Rebellion der Maschinen" stehen für Tempo, Hochspannung und schnörkellose Materialschlachten. Mostow steht in der Tradition des Hollywood-Kinos von John Ford und Howard Hawks bis zu John Carpenter und Steven Spielberg, das seine Reize aus tadellosen Actionszenen, ehrlicher kerniger Spannung und effektvoller Visualisierung von Extremsituationen bezieht.
In Mostows Debütfilm "Breakdown" (1997) sucht Kurt Russell, dessen Ehefrau in der Wüste von einem Trucker entführt wird, seine Gattin, stößt auf eine Mauer des Unglaubens und wird in eine mörderische Lösegeldaffäre verwickelt. Mostow kondensierte aus klassischen Cliffhanger-Situationen eine atemberaubende Symbiose aus Polanskis "Frantic", Spielbergs "Duell", Boormans "Beim Sterben ist jeder der Erste" und George Sluizers "Spurlos" und schuf einen kraftvollen Thriller, der auch als Studie über Zeit, Raum und Einsamkeit funktioniert. In "U-571" versucht eine U-Boot-Mannschaft den Deutschen die Dechiffriermaschine Enigma abzujagen, verliert das eigene Boot und schlägt sich mit dem der Feinde durch. Mostow war an der Weltkriegstechnologie interessiert, die er als "Beginn des Kriegs auf Knopfdruck" bezeichnete, und filterte die Spannung wie im großen Vorbild "Das Boot" (Wolfgang Petersen) aus klaustrophobischen Situationen. Mit "T3" brachte Mostow nach 12 Jahren die von James Cameron entwickelten Terminator-Visionen zu einem ungewöhnlich düsteren Ende. In seiner Paraderolle reist Arnold Schwarzenegger als T-800 zum dritten Mal in die Vergangenheit und stellt sich einem moderneren weiblichen Gegenstück (Kristanna Loken): "Im Grunde ihres Herzens ein B-Movie in Designerausstattung, erzählt diese unfassbare Materialschlacht..." (Blickpunkt: Film) von wahnwitzigen Verfolgungsjagden, der Bewegungsenergie puren Kinos.
Mostow inszenierte als Student in Harvard preisgekrönte Kurz- und Dokumentarfilme und debütierte 1991 mit der TV-Produktion "Flight of Black Angel", die nach der Premiere bei Showtime mit einer CablAce-Nominierung als bester internationaler Film ausgezeichnet wurde. Er war außerdem an der Entwicklung der Drehbücher für David Finchers Thriller "Seven" und "The Game" beteiligt: In beiden Fällen wollte er selbst Regie führen, hatte aber noch nicht den nötigen Einfluss in Hollywood.
"Terminator"-Regisseur plant Comic-Verfilmung
Von der Kampfmaschine zum gezeichneten Helden.
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Will einen Helden zum Leben erwecken: Jonathan Mostow (Foto: Kurt Krieger)
Jonathan Mostow plant derzeit einige Filme, u. a. auch "Terminator 4". Doch aus einer Fortsetzung des Science-Fiction-Abenteuers wird in nächster Zeit kaum etwas werden, denn der Regisseur hat jetzt Platz in seinem Terminkalender gemacht, um sich einem ganz anderen Projekt zu widmen. Er will den Marvel-Comic "Sub-Mariner" verfilmen.
Die Comic-Figur stammt aus der Feder von Bill Everett und zählt mit ihrem Erstauftritt von 1939 zu den ältesten Helden des Marvel-Universums. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, genannt Namor. Er findet heraus, dass er ein Kind aus Atlantis ist. Als Sohn eines Menschen und einer Prinzessin der Unterwasserwelt besitzt Namor übermenschliche Stärke sowie die Fähigkeit, unter Wasser zu atmen und sich dort mit enormer Geschwindigkeit zu bewegen. Als es zu Spannungen zwischen Atlantis und der oberen Welt kommt und ein Krieg bevorsteht, wird Namor zur wichtigen Schlüsselfigur.
Held gesucht
Der Sub-Mariner tauchte immer wieder in verschiedenen Comics auf. Namor gilt als gutartiger Held, aber auch als Angreifer, der für die Verbrechen der Erdenbewohner gegen sein Unterwasserkönigreich auf Rache sinnt. Als erster Comic-Antiheld ist der Sub-Mariner eine wichtige Figur im Marvel-Universum.
Mostow wird nicht nur Regie führen, sondern sich auch um das Drehbuch kümmern. Wer in die Rolle von Namor schlüpfen soll, ist noch nicht bekannt.