Als Sohn sizilianischer und irischer Immigranten errang Travolta ersten Ruhm als großspuriger Vinnie Barbarino in der TV-Serie "Welcome Back, Kotter" (1975). Er arbeitete in Nachtclubs, drehte Werbespots fürs Fernsehen, spielte Theater in New York und trat in diversen TV-Serien und -filmen auf. Sein Broadway-Debüt gab er mit "Grease", für dessen Filmfassung er 1978 eine "Golden Globe"-Nominierung erhielt. Der Sensationserfolg kam mit "Saturday Night Fever", das eine regelrechte Disco-Welle auslöste.
Seine tänzerische Begabung und sein cooles Auftreten, die ihm in der Rolle des Tony Manero eine "Oscar"- und "Golden-Globe"-Nominierung eingebracht hatten, führten mit Abklingen der Discowelle jedoch zu einem steilen Karriereknick, der Travolta in den 80er Jahren das Negativimage eines arroganten Machos bescherte. Er spielte in diversen Dramen und TV-Filmen, aber erst mit der spritzigen Komödie "Kuck mal, wer da spricht" (1989) gelang ihm der Einstieg in ein phänomenales Comeback.
Mit Quentin Tarantinos "Pulp Fiction", für das er eine "Golden Globe"- und "Oscar"-Nominierung verbuchen konnte, avancierte Travolta zum Kultstar einer neuen Generation. Mit dem "Golden Globe" für "Schnappt Shorty" (1995) krönte er den ersten Abschnitt dessen, was erst der Beginn einer noch größeren Karriere darstellen sollte.
Heute zählt Travolta mit Filmen wie "Operation: Broken Arrow", "Phenomenon", "Michael", "Im Körper des Feindes" oder "Passwort: Swordfish" zu den erfolgreichsten internationalen Stars des US-Kinos. Einzig das deutsche Kinopublikum war zeitweilig seinen Filmen gegenüber leicht kritisch eingestellt, da Travolta sich freimütig zu seiner Mitgliedschaft in der Scientology-Sekte bekennt. Der von ihm produzierte SF-Film "Battlefield Earth" nach dem Buch des Scientology-Gründers Hubbard geriet auf beiden Seiten des Ozeans zum Flop.
Für "Basic" standen Travolta und "Pulp Fiction"-Kostar Samuel L. Jackson erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera, wobei Travolta in John McTiernans Militärthriller ganz klar im Vordergrund steht: Als DEA-Agent Hardy soll er das Verschwinden eines Drillsergeanten und mehrerer seiner Auszubildenden im Dschungel in Panama aufklären. In "Be Cool" schlüpfte Travolta erneut in die Rolle des Ganoven Chili Palmer, der im Hit "Schnappt Shorty" das Filmbiz aufmischte und es nun in Elmore Leonards Folgeroman im Musikbiz probiert.
In dem Debütfilm "Love Song für Bobby Long" von Shainee Gabel wohnt er als alternder, trinksüchtiger Literaturprofessor mit einem früheren Studenten und der jungen Vermieterin (Scarlett Johansson) zusammen, woraus sich eine tragikomische Liebesgeschichte entwickelt. Regisseur Todd Robinson besetzte ihn für die Rolle des Ermittlers Elmer C. Robinson, der im Fall der "Lonely Hearts Killers" ein Serienmörder-Pärchen entlarvt. Der auf einer realen Geschichte basierende Thriller hat direkten Bezug zum Filmemacher, da Todds Großvater der wahre Elmer C. Robinson war. In "Born to be Wild - Saumäßig unterwegs" verschlägt es Travolta als Woody zusammen mit drei Freunden auf einen ereignisreichen Biker-Trip von Cincinnati nach Kalifornien.
Der zweifache Vater ist seit 1991 mit Kelly Preston verheiratet.
Vierter Mann beklagt sich über John Travolta
Kriminelle Posse oder handfester Hollywood-Skandal um John Travolta? Nun erhebt bereits der vierte Mann schwere Vorwürfe wegen angeblicher Belästigung
Großansicht
"Alles Lüge!" John Travolta will nicht als Triebtäter in die Filmgeschichte eingehen (Foto: Walt Disney)
Jetzt sind es schon vier Männer, die behaupten, von John Travolta sexuell belästigt worden zu sein. Innerhalb weniger Tage droht dem Star aus "Pulp Fiction" und "From Paris with Love" ein komplett zerstörtes Image.
In der vergangenen Woche erhob ein Masseur Klage gegen den Hollywood-Star und behauptete, Travolta hätte während Behandlungstermins vor ihm masturbiert und ihn unsittlich berührt. Dann meldete sich ein zweiter Masseur, vertreten durch denselben Anwalt, mit ähnlichen Vorwürfen. Beide verlangen je zwei Millionen Dollar Schmerzensgeld.
Damit nicht genug, denn kurz darauf beschuldigte auch ein ehemaliger Mitarbeiter der Kreuzfahrt-Linie 'Royal Caribbean Cruises' Travolta. Er soll ihm 12.000 Dollar für Sex angeboten haben: "Er zog seinen Bademantel aus und war darunter nackt. Er umarmte mich und verlangte eine Massage." Fabian Zanzi, so der Name des Klägers, beschwerte sich bei seinem Arbeitgeber über den berühmten Gast - und wurde dafür gekündigt, behauptet er.
Den ersten Kläger bereits der Lüge überführt
Der vierte Mann nun behauptet, dass John Travolta vor etwa 10 Jahren Hausverbot in einem Hotel bekam, in dem er Angestellter war. Grund dafür sei sein unangemessenes Benehmen im Spa des Hauses gewesen sein: "Er verlangte immer einen männlichen Masseur", sagt Michael Caputo. "Aber keiner wollte ihn mehr behandeln wegen seines Verhaltens. Schließlich fand das Hotel niemanden mehr, der Travolta massieren wollte und so erteilten sie ihm Hausverbot."
John Travoltas Rechtsanwalt verklagt im Gegenzug alle vier Männer einschließlich deren Anwalt, denn "es ist alles Lüge! Er hat niemals Hausverbot bekommen, das garantiere ich. Das Hotel hat ihn nicht hinausgeworfen und er hat sich immer korrekt verhalten." Der erste Kläger musste bereits einen Rückzieher machen - John Travolta konnte Fotos und Restaurantquittungen vorlegen, die beweisen, dass er an dem Tag, als er den Masseur in Kalifornien belästigt haben soll, tatsächlich in New York war. Der Mann sagt nun, er hätte sich lediglich im Termin geirrt. Sein Anwalt ließ ihn dennoch sofort fallen.