Von den Western-Regisseuren, die in der Nachfolge von John Ford und Howard Hawks und als Generationskollegen von Anthony Mann und Delmer Daves das Genre in immer neuen Konstellationen zur Perfektion brachten, ist John Sturges (1911 - 1992) der mit der größten Coolness, der vor allem eine gutinszenierte Schau klar und flüssig ablieferte. Sein größter Erfolg (und zugleich Sturges' erste Eigenproduktion) "Die glorreichen Sieben" (1960), nach Akira Kurosawas epochalem "Die sieben Samurai" entstanden, zeigt in einer Lakonie, die den Italo-Western vorbereitete, sieben Revolvermänner (darunter Steve McQueen, Yul Brynner, Charles Bronson, James Coburn), die ihren Job erledigen: routiniert und fast ohne die dem Genre innewohnende Botschaft. Gut bleibt gut, böse bleibt böse. Regeln werden befolgt, Rituale sind Charaktermarkierungen. "Die glorreichen Sieben" war der Höhepunkt einer Entwicklung, die 1949 mit Sturges' erstem Western "Treibsand" angefangen hatte und sich schon in dessen Aufnahmen aus der Wüste mit der visuellen Phantasie auszeichnete, die Sturges' Arbeiten prägte. In "Verrat im Fort Bravo" wird eine kleine Gruppe von Indianern überfallen, in dem Gegenwarts-Western "Stadt in Angst" steht Spencer Tracy als einarmiger Anwalt gegen ein Dorf, das Kriegsverbrechen verheimlicht, in "Das Geheimnis der fünf Gräber", "Der Schatz der Gehenkten" und "Der letzte Zug von Gun Hill" werden Richard Widmark, Robert Taylor und Burt Lancaster zu Entscheidungen gebracht, die ihnen die Umstände aufzwingen. Zweimal beschäftigte sich Sturges mit Wyatt Earp und Doc Holliday: in "Zwei rechnen ab" und zehn Jahre später mit "Die fünf Gefürchteten" werden die Revolverhelden bereits kritisch gezeichnet. Mit Lancaster drehte Sturges den komischen Western "40 Wagen westwärts" (um eine illegale Ladung Whisky), mit Clint Eastwood "Sinola", in dem Eastwood mit einer Lokomotive einen Saloon durchpflügt. Sturges inszenierte zwar auch Krimis, Komödien, Agenten- und Kriegsfilme, aber seine Domäne blieb der Western. Seinen größten Erfolg nach "Die glorreichen Sieben" hatte er indes mit dem Lager- und Ausbruchsfilm "Gesprengte Ketten", in dem Steve McQueen (als "Bunkerkönig"), James Garner, Charles Bronson, James Coburn und Richard Attenborough aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager einen Massenausbruch organisieren. "The Great Escape" diente als Vorbild für den Knetgummi-Hit "Chicken Run - Hennen rennen" (2000), in dem aus dem lässigen McQueen die Henne Ginger wird.
"Die sieben Samurai" schwingen wieder das Katana
Erst die Superhelden, dann die Soldaten, jetzt die Samurai! Hollywood feiert seine neuen Helden immer gleich in Wellen ab! Nachdem sich gerade Tom Cruise in den Kimono hüllt, plant nun auch Miramax einen Samurai-Film.
Liefert auch Jahre nach seinem Tod noch Steilvorlagen für Hollywood: Akira Kurosawa
Da scheint ein neuer Trend auf uns zuzurollen: Tom Cruise steht gerade für "The Last Samurai" vor der Kamera und nun will auch Harvey Weinstein, mächtiger Boss des Filmstudios Miramax, einen Film mit den japanischen Elite-Kämpfern machen. Und weil der gute Harvey nun mal klotzt und nicht kleckert, wagt er sich auch gleich an das Remake eines echten Klassikers heran: Akira Kurosawas Meisterwerk "Die Sieben Samurai".
Dabei sollte ursprünglich das erste Remake des Films, John Sturges' Western-Hit "Die glorreichen Sieben" von 1960, eine Neuauflage erfahren. Doch da sich Rechteinhaber MGM nicht so recht von dem Projekt überzeugen ließen, wandte sich Miramax dem Original zu und bringt nun Schwert- statt Revolverduelle auf die Leinwand.
Das Drehbuch ist bereits in Arbeit und wird von Scott Marshall Smith geschrieben, der bereits die Scripts zu "The Score" und "Men of Honor" verfasste. Wer allerdings in die Rollen der sieben Samurais schlüpfen wird, die ein armes Bauerndorf vor Banditen beschützen, ist noch völlig unklar. Man kann sich ja auch noch ein wenig Zeit lassen, denn Kurosawas Original wird 2004 genau 50 Jahre alt, und das wäre doch dann der ideale Termin für den Start des Remakes.