Er ist neben Spike Lee einer der wichtigen Regisseure des New Black Cinema der 90er-Jahre. 1968 in Los Angeles geboren und dort aufgewachsen, gab John Singleton nach dem Filmstudium 1991 ein fulminantes Regiedebüt mit "Boyz'n the Hood - Jungs im Viertel", einer Rap und Gewalt mischenden Studie aus dem schwarzen Milieu des berüchtigten South Central Los Angeles. Sein Film beschreibt den Weg dreier Freunde, die sich auf unterschiedliche Weise entwickeln: Zwei wollen dem Teufelskreis entkommen, der Dritte antwortet mit Gegengewalt.
Singleton wurde in der Folge als "Wonder Black Boy" gehandelt und erhielt als erster Afroamerikaner eine Oscar-Nominierung als bester Regisseur. In den folgenden drei Filmen blieb er dem Themenkreis seiner ersten Arbeit verhaftet: "Poetic Justice" (1993), mit Janet Jackson und dem Rapper Tupac Shakur, kreist um eine Liebesgeschichte zwischen einer Friseuse, die Gedichte schreibt, und ihrem Ghetto-Freund. "Higher Learning" (1995) beschreibt das Aufeinandertreffen schwarzer und weißer Studenten an der Universität von Los Angeles. Die sozialkritische Gruppenstudie (mit Omar Epps, Kristy Swanson, Jennifer Connelly, Ice Cube und Laurence Fishburne) brachte als Campus-Drama die Probleme junger Farbiger auf den Punkt. "Rosewood Burning", Wettbewerbsbeitrag der Berlinale 1997, schildert die wahre Geschichte eines Massakers an Schwarzen in einer Kleinstadt in Florida in den 20er-Jahren. Ving Rhames als mysteriöser Fremder und Jon Voight retten in einer verzweifelten Aktion Frauen und Jugendliche aus dem Inferno.
Der als Western inszenierte "Rosewood Burning" brachte Singleton die Regie von "Shaft" (1999) ein, der den Mythos des schwarzen Privatdetektivs John Shaft (1970-1973 in drei Filmen und einer TV-Serie von Richard Roundtree verkörpert, der hier als Onkel des neuen Shaft auftritt) aus der Zeit des Blaxploitation Films der 70er-Jahre reaktiviert, aber den Sex der wilden Jahre außen vor lässt und als Action-Krimi funktioniert. Shaft (Samuel L.Jackson) ist hier ein Polizist, der nach mehreren Versuchen, einen rassistischen weißen Mörder (Christian Bale aus "American Psycho") zu stellen, den Job aufgibt und als Privatdetektiv anheuert. Auf "Baby Boy" (in Deutschland Videopremiere), in dem ein Hood-Slacker den steinigen Weg des Erwachsenwerdens gehen muss, folgte als Auftragsarbeit "2 Fast 2 Furious", die Fortsetzung von "The Fast and the Furious", die auch ohne Macho Vin Diesel an den Kinokassen punkten konnte: In dem PS-starken Auto-Actioner wird Ex-Cop Brian O'Conner (Paul Walker, aus dem ersten Teil) gemeinsam mit seinem alten Freund Roman (Tyrese) vom FBI angeheuert, um einem Drogenboss das Handwerk zu legen. 2005 konnte sich Singleton mit dem Rachethriller "Vier Brüder" an die Spitze der US-Charts setzen. Auf einer klassischen Western-Prämisse beruhend, schildert der Film, wie vier Detroiter Jungs (zwei schwarze und zwei weiße, angeführt von Mark Wahlberg) nach dem gewaltsamen Tod ihrer Adoptivmutter das Gesetz selbst in die Hand nehmen.
Singleton, der in der Regel an den Drehbüchern zu seinen Filmen zumindest mitarbeitet, ist außerdem als Produzent tätig.
Das A-Team trickst im Kino
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Gewaltverherrlichung unter Männerfreunden: "Das A-Team" (Foto: ARD)
...suchen Sie doch "das A-Team!" So heißt es im Intro zum TV-Kult. Und weil die Welt zwanzig Jahre nach Serienstart immer noch voll ungelöster Probleme ist, wird es Zeit für einen richtig großen Auftritt der tatkräftigen Ex-Soldatentruppe: "Shaft"-Regisseur John Singleton soll "Das A-Team" ins Kino bringen.
Derzeit steht eine Bestätigung der beteiligten Studiobosse noch aus. Doch Singleton hat mit seiner Filmversion des coolsten Cops aller Zeiten schon bewiesen, dass er TV-Legenden standesgemäß auf die große Leinwand zu hieven weiß.
Nur dumm, dass schwer bewaffnete Kriegsveteranen, die das Gesetz und großkalibrige Waffen selbst in die Hand nehmen, zwar immer noch bestens zum Selbstverständnis mancher US-Bürger passen, aber im Rest der Welt für reichlich Unbehagen sorgen dürften. Allerdings wird die Fernsehversion zumindest ein bisschen an veränderte Realitäten angepasst: Die Jungs im rotgestreiften Van werden im Film Golfkriegsveteranen sein und nicht wie die TV-Stars ehemalige Vietnam-Helden.
Clooney mit dicker Zigarre?
Darsteller sind zwar noch nicht bekannt, aber Hannibals berühmter Schluss-Satz "Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert" käme doch sicher auch aus George Clooneys Mund überzeugend - und graue Haare kriegt der ja auch schon. Dann noch Brad Pitt als wandlungsfähiger Frauenschwarm Face, Will Smith als wortkarger Van-Besitzer B.A. Barracus und Jack Black als ausgeflippter Hubschrauberpilot Murdock. Die Herren sagen für ein derart hochkarätiges Projekt sicher gerne zu!