Schon in Cannes hatte die Filmwelt über ihre Stoppelfrisur gestaunt. Auf der Grünen Insel warf man Natalie Portman nun gar ein brüskes "No, Ma'am!" an den rasierten Kopf.
Schrecken aller Türsteher: Natalie Portman mit Folterfrisur in "V for Vendetta" (Foto: Warner)
Eine von Carrie Fisher inspirierte Haarpracht umspielt das zarte Antlitz einer Loreley-gleichen Schönheit auf der Terrasse hoch über Coruscant. So erleben Fans ihre Natalie Portman derzeit in "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" im Kino. Doch für ihr aktuelles Projekt "V for Vendetta" wurde kurzer Prozess gemacht: Während einer Gefängnis- und Folterszene ließ sich Portman eine Glatze scheren.
"Wir haben das Ganze zur Sicherheit mit fünf Kameras gedreht, denn so etwas geht natürlich nur einmal und da muss alles beim ersten Take sitzen", berichtet Portman am Set der Comic-Verfilmung in London. "Danach fühlte ich mich irgendwie befreit und habe mich schnell mit dem neuen Look angefreundet."
Doch nicht alle zeigten sich derart begeistert von Natalies Meister-Proper-Frisur: "Ich kann es zwar immer noch nicht fassen, aber es gibt tatsächlich Menschen, die sich jetzt vor mir fürchten - wo ich doch gerade mal 1,60 groß bin. Als ich während einer Drehpause privat in Irland unterwegs war, wollte ich in einer Jugendherberge übernachten. Aber da haben sie mich nicht hereingelassen, weil ich nicht vertrauenswürdig aussah."
Portman trägt es allerdings mit Fassung, denn sie zeigt immer vollen Einsatz, wenn es um ihre Figuren geht. In "V for Vendetta" (ab 10.11. im Kino) spielt sie die junge Journalistin Evey Hammond, die in einem totalitären Überwachungsstaat im England des Jahres 2026 in die Fänge der Staatspolizei gerät und dem sicheren Tod entgegensieht. Doch ein maskierter Guerilla-Kämpfer (Hugo Weaving) rettet sie. Der Mann, der sich nur "V" nennt, hat dem faschistischen System den Kampf angesagt und liebt verbotene klassische Literatur wie Shakespeares Macbeth, Goethes Faust oder Dantes Göttliche Komödie.
Portman, die in Harvard Germanistik studiert hat, griff sich alle Klassiker und las sie extra noch einmal durch:
"Ich finde es toll, wenn in einem so actiongeladenen Film auch die Kunst zu Wort kommt. In 'V for Vendetta' bedeuten verbotene Musik und Literatur einen Angriff auf die totalitäre Verdummungspolitik. Das ist gerade in der heutigen weltpolitischen Situation ein wichtiger Gedanke - und ein guter Grund, Filme wie den unseren zu machen."