Ihr Debüt neben dem Riesenaffen in dem 1976er Remake von "King Kong" brachte der 1949 geborenen Jessica Lange zwar einen Sieben-Jahres-Vertrag mit Dino de Laurentiis, verdeckte aber den Blick auf ihre schauspielerischen Qualitäten. Diese zeigte sie spätestens 1980 in der Lana-Turner-Rolle der verführerischen Cora in "Wenn der Postmann zweimal klingelt" an der Seite von Jack Nicholson.
Langes blonde Frauen sind zwar äußerlich robust, halten durch, aber ihr Blick spricht von Demütigungen, Härte und Missbrauch, was in dem Biopic über die Schauspielerin Frances Farmer ("Frances") in deren selbstzerstörerischen Akten resultiert. Für diese Rolle für den Oscar nominiert, gewann sie die Auszeichnung ironischerweise in ihrer Parallelnominierung des Jahres 1982 für ihre Freundin von Dustin Hoffman in "Tootsie" in der Kategorie der besten Nebendarstellerin. Danach war Lange u.a. als Farmersfrau zu sehen (in dem von ihr produzierten "Country") und brachte es 1995 für ihre Rolle der Gattin des Offiziers (Tommy Lee Jones) in Tony Richardsons letztem Film "Blue Sky" zu ihrem zweiten Oscar, dieses Mal für die beste Hauptrolle. Zu ihren besten Arbeiten zählen die Anwältin, die ihren Vater in Costa Gavras' "Music Box" als Nazi-Verbrecher entlarven muss, und die vergewaltigte Schottin und Frau von Liam Neeson in dem Historienfilm "Rob Roy".
Seit 1982 lebt Lange mit dem Dramatiker und Schauspieler Sam Shepard zusammen (zwei gemeinsame Kinder), den sie bei den Dreharbeiten zu "Frances" kennen lernte und mit dem sie auch in "Country" vor der Kamera stand. In Wim Wenders' "Don't Come Knocking", dessen Drehbuch von Shepard mitverfasst wurde, treffen die beiden erneut aufeinander: Als zurückgelassene Ex-Geliebte des abgehalfterten Westerndarstellers Howard (Shepard) muss sie diesem klar machen, dass sie nichts mehr für ihn empfindet und ihn für einen Feigling hält. In Jim Jarmuschs "Broken Flowers" stellt Lange ebenfalls eine Station auf der Reise Bill Murrays durch vergangene Liebschaften dar.
Barrymore und Lange versinken im Chaos
Schwarze Schafe gibt es wohl in jeder Familie.
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Bald Tochter und Mutter Bouvier-Beale: Drew Barrymore und Jessica Lange (Foto: Kurt Krieger)
Eine gewisse Jacqueline Lee Bouvier verbrachte als Jackie Kennedy und später als Jackie Onassis ein glamouröses Leben. Ihre Tante Edith und deren Tochter Edie dagegen wohnten in einem heruntergekommenen Häuschen.
Die Verwandten der First Lady machten schließlich Schlagzeilen als die Gesundheitsbehörde drohte, das verwahrloste Anwesen mit dem bezeichnenden Namen "Gray Gardens" (graue Gärten) zu räumen.
Die Geschichte von Mutter und Tochter Bouvier-Beale, die sich anfangs in den erlesensten Kreisen der Gesellschaft bewegten und später ein zurückgezogenes Lotterleben führten, ist filmreif. Jessica Lange übernimmt die Rolle der ehemaligen Sängerin Edith, während Drew Barrymore ihre eigensinnige Tochter spielt.
Leben in den "Grauen Gärten"
Das Drehbuch zu dem Drama stammt aus der Feder von Werberegisseur Michael Sucsy, der mit "Gray Gardens" seinen ersten Kinofilm in Szene setzen wird. Vorlage ist eine Dokumentation aus dem Jahr 1976, die die Bouvier-Beales in ihrem baufälligen Heim zeigt. Edith ist eine exzentrische Frau mit trockenem Humor und messerscharfem Verstand. Edie hingegen macht in der Doku den Eindruck, als ob sie diejenige ist, die alleine nicht zurecht kommt und auf die Hilfe ihrer rüstigen, 80-jährigen Mutter angewiesen ist.
Der Spielfilm wird den Aufstieg und Fall der beiden Frauen über einen Zeitraum von 40 Jahren verfolgen. Auch die berühmte Nichte und Cousine ist Teil des Dramas: Jackie Kennedy Onassis reiste persönlich an, um ihre Verwandten vor einer öffentlichen Demütigung zu bewahren.