Jean-Pierre Léaud

Jean-Pierre Léaud

Leben & Werk

Das “Kind der Nouvelle Vague” des französischen Kinos, wurde der 1944 in Paris geborene Jean-Pierre Léaud mit seiner ersten Filmrolle in “Sie küssten und sie schlugen ihn” als Schüler und Heiminsasse Antoine Doinel berühmt und spielte in vier weiteren autobiografisch angehauchten Filmen als Doinel das alter ego des Regisseurs François Truffaut. Léaud ist der nie erwachsen werdende Pariser Stadtneurotiker, oft an der Grenze zum Wahnsinn, der in seiner Hektik und Nervosität als verunsicherter Softie seine Partnerinnen zur Verzweiflung treibt. Léaud variierte diesen Rollentypus nur geringfügig, z. B. in Filmen von Jean-Luc Godard. Ende der 1960er Jahre trat er in essayistischen Politfilmen auf und war in Bernardo BertoluccisDer letzte Tango in Paris” 1972 der filmbesessene Jungregisseur mit wirren Flausen im Kopf. Nach dem Tod Truffauts, für den er auch in anderen Filmen (“Die amerikanische Nacht“) spielte, war er nur vereinzelt zu sehen, brachte sich aber mit der Glanzrolle als lebensmüder Angestellter in Aki KaurismäkisI Hired a Contract Killer” und als Graf in dessen “Das Leben der Boheme” wieder in Erinnerung. Seitdem tritt Léaud wieder öfter in Filmen französischer Jungfilmer auf, teils als müdes Selbstzitat seiner selbst.

Originell, komisch, einfach großartig spielt er seine Rolle als Hausmann, der für die Karriere seiner Frau (Ornella Muti) in der Komödie “Pour rire!” seinen Beruf aufgibt und von einem Liebhaber erfahren muss. In “Le pornographe” hingegen zeigt er uns einen Titelhelden, der nach finanziellen Engpässen, wieder in sein “altes Geschäft” als Pornoregisseur einsteigen will und dabei erkennt, dass sich das Business gewaltig geändert hat. 2001 wurde Léaud dafür zusammen mit Regisseur Bertrand Bonello in Cannes mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet. Nach der Entgegennahme des Ehren-Césars war er in kleineren Rollen wie in der Liebesgeschichte der taiwanesischen Regisseurin Tsai Ming-liang “What Time Is It There”, Bernardo Bertoluccis Film “Die Träumer” und dem Thriller “J’ai vu tuer Ben Barka” von Serge Le Peron zu sehen. 2009 stand er zusammen mit Laetitia Casta und Fanny Ardant vor der Kamera zu “Visages”.

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