Jean Marais

Jean Marais

Leben & Werk

Obwohl ihn das Kino in den 50er Jahren zum Weltstar machte, war das Theater die Leidenschaft seines Lebens. Einer der charmantesten Leinwandhelden der Filmgeschichte, wurde Jean Marais (1913 – 1998) als französisches Pendant von Douglas Fairbanks in Mantel-und-Degen-Filmen (“Der Graf von Monte Christo”, “Des Königs bester Mann”, “Im Zeichen der Lilie”), in Historienfilmen und Melodramen sowie einigen wenigen Kriminal- und Agentenfilmen (“Rendezvous der Killer”) zum Publikumsliebling und Herzensbrecher, dessen große Zeit von den 50er Jahren bis in die 60er reichte. Marais war nach kleinen Bühnenrollen 1933 zum Film gekommen und hatte 1937 Jean Cocteau kennen gelernt, der sein Geliebter, Freund und Förderer wurde und den athletischen Marais mit den blonden Haaren und dem stets lachenden breiten Mund und Kinn in seinen Filmen “Orphée” und “Die schrecklichen Eltern” auch im Kunstfilm zum Star machte. Charmanter Prinz wurde er wegen seiner Doppelrolle als Prinz und Untier in “La belle et la bête – Es war einmal” genannt, wollte es jedoch trotz seiner ausnehmenden Freundlichkeit auch in der Öffentlichkeit nicht sein. Als Draufgänger sah man ihn in zuletzt in der komödiantischen “Fantomas”-Trilogie neben Louis de Funès, wo er den Superverbrecher und den ihn verfolgenden Journalisten spielte. Nach Jacques Demys Märchenfilm “Peau d’ane” werden Malerei und Bildhauerei sein wesentlicher Lebensinhalt. Marais hat unzählige Preise gewonnen, allein drei Mal den “Bambi” als beliebtester ausländischer Filmstar in Deutschland. Marais’ Inszenierungen von Cocteau-Stücken gehörten in den 50ern zu den international erfolgreichen französischen Regiearbeiten. Er verfasste literarische Werke, schrieb drei Bände Memoiren und war Autor eines Balletts. Seine letzte Rolle im Film spielte Marais für Bernardo Bertolucci: Als hünenhafter weißhäuptiger guter Geist einer Villa in der Toskana in “Stealing Beauty – Gefühl und Verführung” verabschiedete er sich 1996 für immer von der Leinwand.

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