Mit ihren eng anliegenden, teils transparenten Kleidern und Blusen, unter denen sie meist keinen BH trug, wurde Jean Harlow (1911-1937, eig. Harlean Carpenter) eines der ersten Sexsymbole des Films. Sie war eine der populärsten Schauspielerinnen der 30er-Jahre, die zudem eine vorzügliche Komödiantin war, deren Schlagfertigkeit, Schalknatur und voremanzipierte Freizügigkeit damals nur von Mae West erreicht wurde. War Mae West eine füllige Frau, so war Harlow extrem schlank, spielte erotisch provozierende Schauspielerinnen, leichte Mädchen, Gangsterliebchen, Abenteuerinnen und, als sie wegen ihres skandalreichen Privatlebens ins Schussfeld der puritanischen Frauenverbände geriet, sportliche junge Frauen, die "gute Kameradinnen" ihrer Partner waren. Sie bot Clark Gable mehrfach Paroli und stellt ihre Unabhängigkeit in kaum gealterten, witzigen und temporeichen Komödien wie "Vor Blondinen wird gewarnt", "Die Sexbombe" oder "Saratoga" sowie Abenteuerfilmen wie "Die gelbe Hölle" oder "Abenteuer im Gelben Meer" heraus. Eine der sofort Sympathie erlangenden fröhlichen Blondinen, starb Harlow unerwartet plötzlich an einem Zerebralödem in Folge eines Nierenleidens, das nicht rechtzeitig behandelt worden war. So mussten wenige Szene ihres letzten Films "Saratoga" mit einem Double beendet werden. Ihr Leben wurde 1965 mit Carroll Baker als Jean Harlow in "Die Welt der Jean Harlow" verfilmt.