Entdeckt wurde der "macho iberico" Javier Bardem von Spaniens Erotikregisseur Bigas Luna, der den stämmigen Mimen mit dem kantigen Kinn und der plattgehauenen Nase in den Filmen "Jamón, Jamón" (1992) und "Huevas de Oro" (1994) als animalischen Provinzgockel einsetzte. In "Jamón, Jamón" verführt er Penelope Cruz (vor einer riesigen Stierattrappe in der Sierra Madre) und Stefania Sandrelli und erschlägt einen Rivalen mit einer Schinkenkeule.
Geboren 1969 war Bardem einer der Shooting-Stars des spanischen Kinos und erhielt bereits 1995 den "Goya" als bester Nebendarsteller in dem Krimi "Deine Zeit läuft ab", dem 1996 der "Goya" als bester Hauptdarsteller in der Erotikkomödie "Boca a Boca" folgte. Bardem arbeitete mit allen wichtigen Regisseuren des Landes und wurde international durch Pedro Almodóvars "Live Flesh" bekannt: als junger Polizist, der nach einem Schusswechsel gelähmt ist, Meister im Behindertensport wird und in eine Geschichte aus unerfüllter Sexualität, Schuld, Rache und Leidenschaft gerät. In dem Erotikdrama "Segunda piel" (1999) spielte er einen Schwulen, in den sich ein ehemaliger Hetero (Jordi Mollá) verliebt.
Internationale Anerkennung widerfuhr Bardem, als er 2001 für seine Rolle in "Bevor es Nacht wird" als erster spanischer Schauspieler für den Oscar als Bester Hauptdarsteller nominiert wurde. Darin spielte er den kubanischen Schriftsteller Reinaldo Arenas, der als regimekritischer Homosexueller verfolgt wird, in die USA flieht, an Aids erkrankt und 1990 in New York Selbstmord begeht. Die Rolle brachte ihm bereits 2000 in Venedig die "Coppa Volpi" als Bester Hauptdarsteller ein. Im Anschluss war Bardem in John Malkovichs Regiedebüt "Der Obrist und die Tänzerin" als Polizei-Agent zu sehen, der eine Reihe von Attentaten aufklären soll und sich in die Ballettlehrerin seiner Tochter verliebt, die in den Verdacht gerät, zu den Terroristen zu gehören.
In Fernando Leon de Aranoas "Montags in der Sonne" spielt Bardem einen der arbeitslosen Werftarbeiter, die jeden Montag gemeinsam die Fähre in die Stadt nehmen, um dort vergeblich nach neuen Jobs Ausschau zu halten. Sein Santa ist ebenso aufbrausend wie großherzig, unbeugsam und charmant (zu Frauen) und träumt von einer besseren Zukunft in Australien. Für diese Rolle durfte Bardem seiner Sammlung einen weiteren "Goya" als Bester Hauptdarsteller hinzufügen.
2004 gewann er bei den Filmfestspielen in Venedig für seine Darstellung des querschnittsgelähmten Ramon in "Das Meer in mir" von Alejandro Amenábar den Coppa Volpi als bester Darsteller. Das Verdienst Bardems bestand darin, ohne viel Körpersprache, da er meist bewegungslos im Bett liegend zu sehen war, Gefühle der Zerbrochenheit, aber auch Wärme in der Mimik zu transportieren. Der als bester ausländischer Film mit einem Oscar prämierte Film thematisiert das Tabuthema Sterbehilfe mit viel Sensibilität. Als Gegenspiel dazu seine Rolle des Lorenzos in Milos Formans Film "Goyas Geister". Hier erleben wir ihn als Mönch, der Hauptstreiter der Inquisition ist und Ines (Natalie Portman) vor dem Tod bewahrt. Dann ist Bardem als Florentino Ariza in Mike Newells Verfilmung des Romans von Gabriel García Marquez "Eine Liebe zu den Zeiten der Cholera" zu bewundern.
Eine Oscar als bester Nebendarsteller gab's zurecht für seinen Gänsehaut erzeugenden Killer in der Coen-Groteske "No Country for Old Men". Anschließend becircte er Penelopé Cruz und Scarlett Johansson in Woody Allens "Vicky Cristina Barcelona" und dann gar Hollywood-Mythos Julia Roberts in der Selbstfindungsdramödie "Eat, Pray, Love". Erneut für den Oscar nominiert, diesmal als bester Hauptdarsteller, ist Bardem nun als Kleingangster in Barcelona, der in "Biutiful" versucht, seine Söhne trotzdem zu anständigen Menschen zu erziehen.
Daniel Craig lobt neues Bond-Drehbuch und fiebert erster Klappe entgegen
Es wird höchste Zeit, wieder in den schwarzen Smoking zu schlüpfen…
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Daniel Craig sehnt den Drehstart des nächsten James Bond-Films herbei (Foto: Kurt Krieger)
Eine ganze Weile sah es nicht gut aus für die Rückkehr von Superagent James Bond in die Kinosäle. Finanzprobleme beim Filmriesen MGM hatten das Projekt lange auf Eis gelegt.
ZU lang, wenn es nach Hauptdarsteller Daniel Craig geht. Jetzt, da der 23. Bond schließlich doch Grünes Licht hat, sehnt Craig die erste Klappe herbei: "Ich hatte ja eine ziemlich lange Pause", erklärt Daniel Craig. "Jetzt dürstet mich richtig danach, endlich mit Bond anzufangen."
Doch der große zeitliche Abstand zum letzten Bond-Film "Ein Quantum Trost" ist nicht der einzige Grund für Daniel Craigs Vorfreude. Der Hauptdarsteller gehört zu den wenigen Menschen auf der Welt, die das streng geheime Drehbuch zum noch unbetitelten 007-Abenteuer bereits sehen durften: "Ja, wir haben ein Skript und es ist fantastisch!", lobt Craig.
Spagat zwischen alt und neu?
Wenn schon die Handlung des neuen James Bond geheim ist, so gibt es zumindest ein paar spärliche Informationen zu den Darstellern: Javier Bardem spielt den Bösewicht und "Fluch der Karibik"-Orakel Naomie Harris wird als Bonds Lieblingssekretärin Moneypenny zurückkehren. In den letzten beiden 007-Filmen seit der Verpflichtung von Daniel Craig war Moneypenny gar nicht vorgekommen.
Dasselbe gilt für den kultigen Technik-Tüftler Q, den jahrzehntelang der inzwischen verstorbene Waliser Desmond Llewelyn gespielt hatte. Diesen hatte dann "Monty Python"-Star John Cleese beerbt. Nun soll angeblich Ralph "Voldemort" Fiennes im neuen Bond den findigen Ingenieur mimen.
Insider sehen in diesen zwei Personalien einen Versuch, eine Spur des Charmes der älteren Bond-Filme in die eher von Realismus und harter Action geprägten neuen 007-Abenteuer zu integrieren.
Indes muss sich Daniel Craig auch nicht mehr allzu lang gedulden, bis der neue Regisseur Sam Mendes ("American Beauty", "Road to Perdition") das erste Mal "Action!" ruft: "Auch wenn es lange Zeit nicht danach aussah - im Oktober oder November fangen wir an zu drehen", verrät Daniel Craig.