Die Story ist nichts Neues, der Regisseur ein Unbekannter und ein Blockbuster-Budget steht auch nicht zur Verfügung. Trotzdem gehört "Bottoms up" zu den interessantesten Filmprojekten des Jahres.
Und das liegt einzig und allein an den beiden Hauptdarstellern: Die Dramödie vereint Hotelerbin und Peinlichkeits-Queen Paris Hilton mit dem kultigen Independent-Darsteller Jason "Jay" Mewes zu einem schrillen Liebespaar.
Hilton gilt als Gallionsfigur des schlechten Geschmacks. So veröffentlichte ihr geschasster Ex ein gemeinsames Sex-Video im Internet, Hilton trägt Kleider, die mehr zeigen als sie verhüllen, sie ist der "Star" einer unsäglichen Reality Show namens "Simple Life", sie verschlampte kürzlich ihr Handy und sorgte so dafür, dass unzählige Telefonnummern prominenter Freunde im Internet auftauchten. Die Quittung: Bei der Oscar-Verleihung im März wurde Paris im Rahmen des "Luder-Verbots" ausgeladen.
Dabei versucht Paris gerade verzweifelt, eine Filmkarriere zu starten. Letzten Sommer war sie in "Liebe auf Umwegen" als Model zu sehen, im Juni kommt sie mit ihrem ersten "richtigen" Part als Scream Queen im Horrorschocker "House of Wax" ins Kino und eben fiel die letzte Klappe zum College-Klamauk "Pledge This!", in dem auch Schwesterlein Nicky mitspielen durfte.
In "Bottoms up" hat Hilton mit Jason Mewes erstmals einen Filmpartner, der in einigen von der Kritik hoch gelobten Filmen zu sehen war. Er bildet eine Hälfte des kultigen Duos "Jay und Silent Bob", dessen Widerpart stets von Indie-King und Jasons Hausregisseur Kevin Smith verkörpert wurde. Vom Kultfilm "Clerks" über "Chasing Amy", "Dogma", "Scream 3" bis zu "Jay & Silent Bob schlagen zurück" nölte sich "Jay" als quasseliger Schlaks durchs Kino, während "Bob" - nomen est omen - meist schwieg.
Das einzige, das Hilton und Mewes verbindet, sind also die blonden Haare. Dennoch soll sich Mewes laut Drehbuch zu "Bottoms up" als abgetakelter Barkeeper in einer miesen Spelunke irgendwo im Mittleren Westen in Paris Hiltons Figur verlieben - und dank ihr zu Erfolg und Moneten in Hollywood kommen.
Produziert wird das Werk von Paul Walker aus "The Fast and the Furious", der auch einen Cameo-Auftritt absolvieren soll.
Stellt sich nur noch die Frage, was mit dem Titel eigentlich genau gemeint ist. Denn der bedeutet frei übersetzt soviel wie "Hoch die Ärsche!".