Mit seinem Charakterkopf gehört der bullige, untersetzte, früh mit großen Geheimratsecken im schütteren Haar gesegnete James Gandolfini zu den vielbeschäftigten Nebendarstellern Hollywoods, die als "Heavy" für schauspielerische Würze sorgen, indem sie als Killer, Mafioso, Cop, Anwalt, Militär oder Kleingauner die zwielichtigen Töne eines Films bestimmen und eine gefährlich zurückhaltende Stille zur Schau tragen, die sich oft in Gewalt entlädt.. Mal düster, wie als Pornoproduzent in "8mm", mal beinhart, wie als Mitarbeiter eines Unternehmens, das eine Region mit giftigen Abwässern verseucht, mal integer, wie als Cop Lou in "Dämon", der zeitweise von einem bösen Geist besessen ist und den Rolling-Stone-Titel "Time is on my Side" summen muss. Gandolfini wurde bekannt als philosophischer Auftragskiller in "True Romance", als Klempner-Freund von Geena Davis in "Angie" und als Bodyguard Bear in der Kriminalkomödie "Schnappt Shorty". Er war Dockarbeiter und der ältere Bruder von John Cusack in "Money for Nothing" und loyaler Marineleutnant in Tony Scotts "Crimson Tide". Zu seinen denkwürdigsten Auftritten gehören der von Billy Bob Thornton ermordete Warenhausmanager Big Dave, der mit Thorntons Gattin Frances MacDormand in "The Man Who Wasn't There" ein Verhältnis hat und von ihm erpresst wird, und der Killer in "The Mexican", der Julia Roberts als Geisel nimmt und mit ihr eine chaotische Reise durch den Südwesten der USA erlebt, in deren Folge ihn die gekidnappte Frau psychologisch aufbaut, weil er als schwuler Hitman mit unglücklichen Liebesgeschichten geschlagen ist. In der Weihnachtskomödie "Surviving Christmas" spielte er den Vater von "Al Bundy"-Dumpfbacke Christina Applegate. Populär wurde Gandolfini mit der HBO-TV-Serie "The Sopranos", in der er als Tony Soprano das Oberhaupt der von Krisen und Nervenkämpfen geschüttelten Mafia-Familie ist. Die Rolle brachte ihm Emmy, Golden Globe und Screen Actors Guild Award ein. Mit seiner Schauspielerkarriere begonnnen hatte der in Westwood, New Jersey geborene Gandolfini auf New Yorker Bühnen, wo er auch inszenierte.
Salma Hayek als Todesengel
Die Braut haut nicht nur ins Auge, sondern auch zu.
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Rollt sie bald über den roten Teppich? Salma Hayek muss zunehmen (Foto: Kurt Krieger)
Dass Salma Hayek von Natur aus heißblütig ist, ist nichts Neues. Dass die Mexikanerin aus Eifersucht tötet, allerdings schon. Immerhin: Der aus Liebe getätigte Racheakt ist nur Teil einer Rolle. Medienberichten zufolge wird Hayek in dem auf wahren Tatsachen beruhenden Thriller "Lonely Hearts" die Serienmörderin Martha Beck darstellen.
In den 40er Jahren schockte Beck gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Raymond Martinez Fernandez die Öffentlichkeit. Knapp 20 Frauen sowie ein zweijähriges Kind hatten die gesellschaftlichen Außenseiter am Ende ihrer Raubmordserie auf dem Gewissen. Als das Paar 1949 gefasst wurde, war von Reue keine Spur: Geschah der erste Mord noch im Affekt, so waren die nachfolgenden bloße Routine.
Korpulent und krank
Dass Hayek die Rolle der gefühlskalten Tötungsmaschine spielen wird, stellt nicht nur eine charakterliche, sondern auch eine körperliche Herausforderung dar: Schließlich brachte die echte Martha Beck über 100 Kilo auf die Waage. Spannend wird demnach, ob die auf Authentizität beharrende Hollywood-Schönheit die fehlenden Pfunde zulegen wird.
Ihre "Lonely Hearts"-Partner hätten mit dieser Aufgabe wohl weniger Probleme. Sowohl John Travolta als auch James Gandolfini gehören eher zur gemütlichen Sorte. Ein bisschen Bauchspeck mehr macht den beiden auch nichts aus. Und ihren Filmfiguren - die zwei spielen die Polizisten, welche das tödliche Pärchen dingfest machen - verleiht es nur das nötige Quäntchen Cop-Gemütlichkeit.