Um ihn lag eine Aura verstörter Einsamkeit, aber auch jener Hauch höhnischer Herausforderung, an dem alle jungen Rebellen zu erkennen sind. James Dean (1931-1955) war erst 24, als er mit seinem Porsche Spyder auf einem Highway in Kalifornien in den Tod raste. Er hatte nach einer Fülle von TV-Rollen, etwas Radioarbeit und drei Nebenrollen in Spielfilmen mit den drei Großproduktionen "Jenseits von Eden", "...denn sie wissen nicht, was sie tun" und "Giganten" in kürzester Zeit den Darsteller-Olymp erreicht, war ein Star geworden. Historisch gesehen war Dean in den 50ern Prototyp des entfremdeten Mittelklassejungen der Vorstadtgesellschaft. In ihm liefen die Wünsche, Hoffnungen und Ängste der jungen Leute zusammen, die skeptisch und neurotisch, "halbstark" und verletzlich, aggressiv und ruhelos bestehende soziale Werte in Frage stellten und zerstörten. Die Erwachsenen hatten dem neuen romantischen Ideal, das sich ständig in Widersprüchen ausdrückte und "junge Unrast", Tempo, Schnelligkeit und Rausch verkündete und einforderte, nur Misstrauen entgegenzusetzen.
Dean war Bewunderer von Marlon Brando, der mit seiner absolut revolutionären Art der Darstellung die Filmwelt für immer verändert hatte. Brandos realistische Spielarten auf der Basis psychologischer Selbstanalyse schuf ein Universum unauslotbarer Charaktere. Bei Dean sah es anders aus. Wo Brando ungebändigte Kraft vermittelte, kam Dean mit den Sehnsüchten des Hilflosen zur Erfüllung. Die darin erkennbare Suche nach Identität, Formung eines eigenen Rollen- und Lebensmusters mit möglicher Anpassungsbereitschaft war Deans Stärke. Seine Rebellion, die berühmte Aufsässigkeit ohne Grund, sie hatte erkennbare Hintergründe: Dean versuchte, sich selbst zu finden und vor allem selbst zu schaffen. Nach Deans Tod entstand erst Hysterie, dann ein Kult und schließlich eine Industrie, die Dean in einer gigantischen Kitsch-Poster-Pop-Art-Souvenir-Fabrik vereinnahmte.
Robert Pattinson imitiert James Dean
Drei große Filme - mehr brauchte James Dean nicht, um eine Legende zu werden. Kein Wunder, dass Robert Pattinson sich an dem Frauenschwarm der 50er-Jahre orientiert.
Großansicht
Robert Pattinson imitiert James Dean (Foto: Warner/Kurt Krieger)
Wenn man's denn mal weiß, liegt es völlig auf der Hand: Die geschwungene Struwwel-Tolle von "Twilight"-Star Robert Pattinson ist inspiriert von - James Dean!
Und nicht nur diese: Sprache, Klamotten, Style - ganz Twilight scheint offenbar vom Geist der Hollywoodlegende durchzogen: "Ich habe versucht, Deans Akzent zu imitieren - einfach, weil ich schon immer seine Stimme wollte. Ich denke, deswegen ist meine Rolle bei Frauen auch so gut angekommen. Jeder liebt doch James Dean", berichtete der Schauspieler jetzt dem britischen "OK!"-Magazin.
Robert Patterson untot - James Dean unsterblich
Bei der Stimme hat der 23-jährige Filmvampir jedoch nicht halt gemacht: "Vor allem "... denn sie wissen nicht, was sie tun" hatte einen großen Einfluss auf den ersten Teil von "Twilight" - besonders, was Haare und Styling anging", verriet Pattinson weiter.
Interessant: Der eine mimt erfolgreich einen Untoten - der andere ist längst unsterblich. Denn mit seinen wenigen Filmen hat sich James Dean in der Geschichte Hollywoods unauslöschlich verewigt - auch wenn er selbst im Alter von 24 Jahren den Folgen eines Autounfalls erlag.