Einer der großen Hollywood-Produzenten, wurde Irwin Winkler im Lauf seiner Karriere für seine Filme mit zwölf Oscars ausgezeichnet und erhielt 45 Oscar-Nominierungen. 25 Jahre nach seiner ersten Produktion setzte sich Winkler erstmals in den Regiestuhl und inszeniert seither regelmäßig selbst. Er ist der einzige Produzent, der mit drei Filmen in der vom American Film Institute empfohlenen Liste der "100 besten Filme aller Zeiten" vertreten ist. Winkler setzt weniger auf großes Budget, sondern finanziert persönliche Stoffe, in denen sich Menschen wiedererkennen sollen, engagierte Filme von renommierten Autoren wie Martin Scorsese und Genrefilme. Seine größten kommerziellen Erfolge konnte Winkler mit der von John G. Avildsen und Sylvester Stallone inszenierten fünfteiligen Boxersaga um "Rocky" (1976; Oscar als Bester Film) feiern.
Winklers eigene Regiearbeiten kreisen um Menschen in Krisensituationen, die sich auf dem Weg zur Selbsterkenntnis befinden und davon träumen, ein Leben nach dem eigenen Herzen zu führen. Dabei geraten sie auf die Schwarze Liste in Hollywood (Robert De Niro in "Schuldig bei Verdacht") oder können sich nicht von ihrem kriminellen Umfeld lösen (De Niro in "Night and the City", Winklers Remake von Jules Dassins "Die Ratte von Soho"). In "Das Netz" werden die Daten von Computerexpertin Sandra Bullock gelöscht, sie verliert ihre Existenz. Val Kilmer dagegen gewinnt dank Mira Sorvino in "Auf den ersten Blick" sein Augenlicht wieder und droht darüber sein Ich zu verlieren. Kevin Kline als krebskranker Architekt reißt symbolisch für sein verpfuschtes Leben sein baufälliges Holzhaus nieder, baut vor seinem Tod an der gleichen Stelle ein neues Haus und gewinnt wieder Kontakt zu seinem Teenie-Sohn ("Das Haus am Meer"). Eine vollständige Biografie hingegen würdigt Winkler mit dem Leben des Komponisten Cole Porter ("Night and Day", "True Love"), den Kevin Kline verkörpert und dessen Beziehung zu seiner Frau (Ashley Judd) im Mittelpunkt von "De-lovely" (2004) steht, der als Hommage an die Big-Band- und Swing-Ära mit Auftritten heutiger Künstler wie Natalie Cole, Sheryl Crow, Diana Krall, Elvis Costello und Alanis Morissette aufwartet.
Winkler wurde 1931 in New York City geboren und produzierte als ersten eigenen Film 1967 "Zoff für zwei", ein Musikfilm mit Krimihandlung um Elvis Presley. Neun Oscar-Nominierungen gab es für Sydney Pollacks Depressions-Tanz-Drama "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" (1969), das Winkler berühmt machte. Charles Bronson als Profikiller in "Kalter Hauch", Robert De Niro als Boxer Jake La Motta in "Raging Bull - Wie ein wilder Stier" (Oscar-Nominierung als Bester Film, die Astronauten-Crew um Ed Harris in "Der Stoff, aus dem die Helden sind" (Oscar-Nominierung als Bester Film), Robert De Niro als Mafioso in "Good Fellas" (Oscar-Nominierung als Bester Film) und Kevin Spacey als Kleinstadtjournalist in "Schiffsmeldungen" lieferten für Winkler bleibende Leistungen der Filmgeschichte.
Winkler erhielt in Frankreich den Orden Commandeur des Arts et Lettres, das British Film Institute ehrte ihn 1989 mit einer Retrospektive, auf dem Chicago Film Festival wurde er für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
2000 wurde Winklers Name auf dem Walk of Fame am Hollywood Boulevard mit einem Stern verewigt, der sich exakt vor dem Veranstaltungszentrum Hollywood & Highland befindet, in dessen Kodak Theatre seit 2002 die Oscar-Verleihungen stattfinden.
Kevin Kline als Komponist
"Night and Day" könnte man Cole Porters Melodien vor sich hin trällern. "I Get A Kick Out Of You" betört noch heute unzählige Damen, von "I've Got You Under My Skin" mal ganz zu schweigen.
Ähnlichkeit besteht: Kevin Kline
Frank Sinatra, Shirley MacLaine und Fred Astaire sind durch seine Lieder zu Weltstars geworden. Ohne ihn hätte es nie solch wundervolle Musicals wie "Kiss Me Kate", "Can-Can" und "Broadway Melodie" gegeben.
Da wird es höchste Zeit, dass sein Lebenswerk mit einem Biopic gewürdigt wird! Glücklicherweise kam Irwin Winkler auf diese hervorragende Idee. Und weil er in "Life as a House" Kevin Klines Talent für wirklich jede Rolle zu schätzen gelernt hat, traut er ihm auch die des Cole Porter absolut zu.
"De-Lovely" wird das Filmmusical heißen, benannt nach einem von Porters Hits aus der Show "Red, Hot and Blue". Natürlich dürfen dabei die größten Ohrwürmer des amerikanischen Komponisten nicht fehlen, die verschiede Stationen seines Lebens markieren.
Doch es geht nicht nur um Musik in diesem Film. Hauptsächlich will Irwin Winkler die ungewöhnliche Beziehung zwischen Cole Porter und seiner Gattin Linda erzählen. Der homosexuelle Musiker schaffte seinen Durchbruch erst, als er Linda geheiratet hatte. Die beiden hatten eine Art Deal abgeschlossen, in dem eine platonische Beziehung zu Gunsten beider vereinbart wurde: Er bekam Ruhm und Ansehen, sie gesellschaftliche und finanzielle Sicherheit. Ein Leben frei nach dem Motto: "Anything Goes"!
"I Love Paris", dachte sich Kevin Kline, als er "French Kiss" drehte, und zitierte dabei einen Song des Musical-Meisters. Außerdem dürfte er sich in der Rolle ziemlich wohl fühlen, denn seit "In & Out" weiß er bestens Bescheid über die Art, wie Männer küssen. Damit ist er hervorragend gerüstet für den Drehbeginn im Mai.