Sie gehörte als Darstellerin und zeitweilige Regieassistentin zum ständigen Team um Rainer Werner Fassbinder, in dessen "Der Händler der vier... - Foto: ZDF/BRITTA KREHL http://images.kino.de/flbilder/max12/auto12/auto13/12130562/b150x150.jpg Irm Hermann
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Irm Hermann

  • Bürgerlicher Name
    Irmgard Hermann
  • Geburtstag
    04.10.1942
  • Geburtsort
    München

Sie gehörte als Darstellerin und zeitweilige Regieassistentin zum ständigen Team um Rainer Werner Fassbinder, in dessen "Der Händler der vier Jahreszeiten" sie die frustrierte und mürrische Ehefrau des Obsthändlers spielte. Für diese Rolle wurde Irm Hermann 1971 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet.

Geboren 1942 als Irmgard Herrmann, hatte das einstige Au-Pair-Mädchen und die frühere ADAC-Sekretärin RWF bei einem Dramatikerwettbewerb kennengelernt. In seinen Filmen spielte sie Rollen aller Art, teils kleinste Nebenrollen, und trennte sich 1975, nach "Mutter Küsters Fahrt zum Himmel", von der Fassbinder-Crew. Sie heiratete den Autor Dietmar Roberg und zog von München, ihrem Geburtsort, nach Berlin. Dort arbeitete sie in Filmen von Ulrike Ottinger ("Dorian Gray im Spiegel der Boulevardpresse"), Thomas Brasch ("Der Passagier"), Reinhard Hauff ("Endstation Freiheit"), Werner Herzog ("Woyzeck"), Percy Adlon ("Fünf letzte Tage", als Zellengenossin von Sophie Scholl (Lena Stolze), (dafür erneut der Bundesfilmpreis), oder Hans Werner Geissendörfer ("Ediths Tagebuch") mit allen namhaften Regisseuren des Jungen Deutschen Films.

Hermann spielte für Christoph Schlingensief (u. a. in "Das deutsche Kettensägenmassaker") ebenso, wie für Robert Van Ackeren ("Die Venusfalle") oder Bernhard Wicki ("Das Spinnennetz"). Für Rudolf Thome war sie in "Tigerstreifenbaby wartet auf Tarzan" eine Lektorin und in "Paradies" eine Nonne, die zum 60. Geburtstag des Ex-Gatten Hanns Zischler anreist und das Gewand gegen ein Kleid tauscht, um tanzen zu können.

Neben zahlreichen Auftritten in TV-Filmen und Serien war Hermann in den letzten Jahren auf der Kinoleinwand u. a. in Volker Schlöndorffs Segment des Episodenfilmprojekts "Ten Minutes Older - The Cello" sowie als Mutter des faulen Germanen Hermann (Gerhard Polt) in der Komödie "Germanikus" zu sehen. In dem fantastisch-abenteuerlichen Kinderfilm "Mein Bruder ist ein Hund" spielte sie die verhasste Oma Gerda, trotz deren Beaufsichtigung es der zehnjährigen Marietta gelingt, ihren Bruder in einen Hund zu verwandeln.

Als Nebendarstellerin trat sie 2006 in Dito Tsintsadzes "Der Mann von der Botschaft" auf und ein Jahr später in "Reine Geschmacksache" als Frau Retzlaff. Max Färberböck führte sie für sein Kriegsdrama "Anonyma - Eine Frau in Berlin" ans Set und an die Seite von Nina Hoss und August Diehl. Inspiriert von der Kollision zweier Flugzeuge über dem Bodensee im Jahre 2002 inszenierte Nicolai Rohde sechs Jahre später das Drama "10 Sekunden", bei dem Irm Hermann in der Rolle der Lisbeth Hofer in das schwere Unglück hineingezogen wird. Im unterhaltenden Serien-Genre sah man die talentierte Schauspielerin zuletzt als Schulsekretärin Frau von Ryben in "Die Stein".

Ihre eigentümlich hohe Stimme, an der Grenze zum Überschlag ins Schrille, und ihre beinahe rituelle Bewegungslosigkeit oder Starre machen Hermann, die nie eine Schauspielausbildung genoss, dennoch zu einer markanten Darstellerin im deutschen Film, wo sie mit ihrem strengen Gesichtsausdruck sofort Charakterstärke herstellt.

Zusammen mit ihrem Ehemann hat Irm Hermann zwei Söhne, die 1977 und 1981 geboren wurden.

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