Ein stummmes Kind, eine verwirrte Psychologin und ein böser Geist. Wetten, dass Hideo Nakata diese Zutaten in Nerven zerfetzendes Grauen verwandeln kann?
Ein, wenn mittlerweile auch etwas ältliches, Vorurteil lautete: Asiaten klauen westliche Ideen. Zumindest in punkto origineller Horror ist das längst ins Gegenteil verkehrt: "Ring", "Pulse", "Der Fluch" - viele US-Screamer imitieren ein asiatisches Original. Meist leider unter Verlust von Atmosphäre und Originalität - eben geistlos statt geisterhaft.
Nur fair, dass der japanische Kult-Regisseur Hideo Nakata sich jetzt auch mal fremder Ideen bedient. Der Schöpfer der "Ringu"-Reihe will den Mysterythriller "Voice From the Stone" inszenieren. Das Drehbuch basiert dabei auf dem italienischen Roman "La voce della pietra", filmfähig gemacht von Mark Wheaton, der bereits die Story zu "The Messengers" entwarf.
Die Geschichte selbst handelt von einer Psychologin, die einen seltsamen Fall betreut: Ein Junge versprach seiner Mutter am Sterbebett zu schweigen, bis sie als Geist zurückkehrt. Und offenbar bereitet diese ihr irdisches Comeback konkret vor - mit dem Körper der Psychologin als diesseitiges Vehikel. Übersinnliche Geheimnisse, fiese Geister - alles drin, was Hideo Nakata für Spitzen-Horror erfahrungsgemäß braucht.