Auf sein Konto gehen drei der bedeutendsten deutschen Filme der 90er-Jahre, alle drei Satiren unterschiedlicher Medienbetriebe: "Schtonk", "Rossini... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max05/kuk05/kuk03/u0503800/b150x150.jpg Helmut Dietl
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Helmut Dietl

  • Geburtstag
    22.06.1944
  • Geburtsort
    Bad Wiessee

Auf sein Konto gehen drei der bedeutendsten deutschen Filme der 90er-Jahre, alle drei Satiren unterschiedlicher Medienbetriebe: "Schtonk", "Rossini" und "Late Show".

Helmut Dietl, geboren 1944 in Bad Wiessee, diente bei den Fallschirmjägern, brach sein Studium der Theaterwissenschaft ab, wurde Aufnahmeleiter und Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, drehte Werbefilme, schrieb Drehbücher und begann seine Karriere beim Fernsehen mit Serien, die alle in München spielten ("Münchner Geschichten", "Der ganz normale Wahnsinn"). Erfolg hatte er mit der zehnteiligen Serie "Monaco Franze - der ewige Stenz" (mit Helmut Fischer und Ruth-Maria Kubitschek), die um den titelgebenden Frauenhelden und Aufschneider kreist und das Münchner Lokalkolorit geschickt und gewitzt mit einbezieht. Der Sechsteiler "Kir Royal", in dem Franz Xaver Kroetz den Klatschkolumnisten Baby Schimmerloos spielte, brachte ihm den Grimme-Preis ein. Beide Produktionen schrieben Fernsehgeschichte und waren über Jahrzehnte populär.

Dietls Fähigkeit der Schauspielerführung verbindet sich mit intelligenten Drehbüchern, die teils in Zusammenarbeit mit Patrick Süskind entstanden, pointierten Dialogen und Sinn für satirische Zuspitzungen und Überzeichnungen. "Schtonk" (1990/91), der Spielfilm über die authentische Affäre der gefälschten Hitler-Tagebücher (das Debakel der Illustrierten "Stern" 1983) und eine entlarvenden Satire über die Presse, wurde ein großer Publikumserfolg, der mit "Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" noch übertroffen wurde. Großes Gesellschaftspanorama in der Art von Robert Altman, in einem In-Restaurant angesiedelt, wo sich Schickeria und Filmleute und ihr Anhang begegnen, zelebrierte Dietl hier mit einer formalen Meisterschaft, die im deutschen Film beispiellos ist, mit Starbesetzung bis in die Nebenrollen und mit einem Arsenal gleichberechtigter Hauptfiguren, einen Jahrmarkt der Eitelkeiten.

Dietls Süffisanz, Ironie und Sarkasmus kamen ebenso in der TV-Satire "Late Show" zum Tragen, die den Fernsehbetrieb aufs Korn nimmt und einen ihrer Effekte durch die realen Star-Moderatoren Thomas Gottschalk und Harald Schmidt in den Hauptrollen erzielte. Erstmals war ein Film von Dietl nicht in München, sondern in Köln angesiedelt. In allen drei erfolgreichen Filmen Dietls der neunziger Jahre spielte auch seine langjährige Lebensgefährtin und Muse Veronika Ferres, von der er sich 2000 trennte.

Für "Vom Suchen und Finden der Liebe" arbeitete Dietl, der mit seiner Firma Diana Film auch Filme anderer produziert (z.B. den TV-Film "Wambo" über die Ermordung des Schauspielers Walter Sedlmayr) erneut mit Süskind zusammen: In der märchenhaft-romantischen Komödie widmet sich Dietl den großen Themen Liebe und Tod und bewegt sich dabei gewohnt perfektionistisch auf dem feinen Grad zwischen sentimentaler Melancholie und brüllender Komik.

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