Mit 43 Jahren gehört Helena Bergström zu Schwedens größten Kinostars. Im Interview erzählt sie von ihrer Komödie "Schwedisch für Fortgeschrittene" um eine umtriebige Gynäkologin und eine verklemmte Politesse und deren Lust und Frust mit der Männerwelt.
» Frau Bergström, was war Ihr erster Gedanke, als Sie von der Idee zu diesem Film hörten?
HELENA BERGSTRÖM: Mein Mann Colin, der "Schwedisch für Fortgeschrittene" inszeniert hat, und ich hatten schon länger über so etwas nachgedacht. Aber dann kam Colin nach einem Dinner heim und erzählte mir von dieser Frau, die plötzlich in Tränen ausgebrochen war. Sie erzählte Colin, dass ihr Mann sie gerade verlassen hatte und das dieses Lied "ihr Song" gewesen sei.
» Worum geht's in diesem Film?
In erster Linie geht es um zwei sehr unterschiedliche Frauen und um Freundschaft. Witzigerweise wollten sowohl meine Kollegin Maria Lundqvist als auch ich unbedingt die schüchterne Politesse Gudrun spielen. Ich habe dann nachgegeben, denn als Ausgleich bin ich immerhin mit dem Regisseur verheiratet.
» Wie liefen die Dreharbeiten ab?
Colin ließ uns viel improvisieren und konfrontierte uns einfach mit bestimmten Situationen, das war echt ein Riesenspaß.
» Wie ist das eigentlich, wenn Sie und Colin am Set arbeiten? Legen Sie den Schalter um auf eine rein professionelle Beziehung?
Nein, und in solchen Dimensionen denken wir auch gar nicht. Bei uns vermischen sich Arbeit und Privatleben immer - schon deswegen, weil wir inzwischen so viele Filme miteinander gemacht haben.
» In "Schwedisch für Fortgeschrittene" geht es um zwei Frauen über 40, die um Anerkennung kämpfen. Hatten Sie nach Ihrem 40. Geburtstag ähnliche Probleme, zum Beispiel, wenn es um die Jobsuche ging?
Zum Glück noch nicht. Aber wichtig ist doch, dass man sich damit arrangiert, wie man zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Ich bin jetzt 43 und finde mein Leben großartig. Ich habe Erfahrung, bin selbstbewusst und will nicht mehr um jeden Preis allen gefallen.