Heiner Lauterbach

Heiner Lauterbach

Leben & Werk

Deutscher Schauspieler und Synchronsprecher. Heiner Lauterbach begann seine Karriere am Theater und mit Sexfilmen der “Schulmädchen-Report”-Reihe, avancierte mit dem Überraschungserfolg der Komödie “Männer” in den 80er- und 90er-Jahren zu einem der populärsten deutschen Kino- und Fernsehschauspieler (“Der Schattenmann”, “Rossini”, “Der Campus”). In den vergangenen Jahren spielte er vor allem in Fernsehproduktionen, wo er in Komödien (“Zwei Männer und ein Baby“), Katastrophenfilmen (“Sturmflut”, “Dresden”, “Vulkan”) und Thrillern (“Das Papst-Attentat“) zwischen Charakterrollen (“Der Verleger”) und Klischeefiguren (“Andersrum”) pendelte. Das exzessive Privatleben Lauterbachs zwischen Alkohol, Zigaretten, Drogen, Frauen und Partys sorgte für Schlagzeilen in der Boulevardpresse und veränderte sich nach einem Herzinfarkt, worüber er in zwei Autobiographien Auskunft gibt. Stammgast im deutschen Fernsehen (Bundeskanzler in “Helden – Wenn dein Land dich braucht“, 2013), ist er 2014 wieder im Kino zu sehen: In der ersten russischen 3D-Produktion “Stalingrad” als fanatischer Oberstleutnant im Zweiten Weltkrieg, in der Komödie “Wir sind die Neuen” als Mitglied einer Senioren-WG, die gegen eine heutige Studenten-WG antritt, und als entlassener Gangster im Thriller “Harms”.

Heiner Lauterbach wurde 1953 in Köln-Lindenthal als Sohn eines wohlhabenden Sanitärunternehmers geboren, besuchte nach der Mittleren Reife 1970 die private Schauspielschule von Marianne Jentjes in Köln, spielte Theater in Köln, Würzburg und München und ging auf Tournee mit der Münchner Schauspielbühne. Als Kinoschauspieler war er in drei Folgen der “Schulmädchen-Report”-Reihe (1975-77) zu sehen, international in der Rolle eines italienischen Grafen in “Die Kartause von Parma” (1981), schaffte mit der Geschlechterkampfkomödie “Männer” (1985), wo er sich die Hauptrolle mit Uwe Ochsenknecht teilte, den Durchbruch und erhielt dafür den Bundesfilmpreis.

Lauterbach verkörperte in Kinofilmen Machos und Glücksritter aller Art (“Cortuga”, African Timber”, “Gold”), den Vater in Joseph Vilsmaiers Erich-Kästner-Adaption “Charlie und Louise – Das doppelte Lottchen” und einen Universitätslehrer in Nöten in Sönke Wortmanns “Der Campus”. Zu seinen besten Rollen gehört die des Filmproduzenten in Helmut Dietls genialer Satire “Rossini oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief” (1997). Er war Taxigast in Wortmanns Episodenfilm “St. Pauli Nacht” und Produzent Erich Pommer in Vilsmaiers Marlene-Dietrich-Biopic “Marlene”. Als Gast war Lauterbach in Produktionen von Til Schweiger (“Zweiohrküken”, “Schutzengel”) und Matthias Schweighöfer (“Schlussmacher”) zu sehen. Sein Regiedebüt “Andersrum” (2005) ist eine Komödie, in der Homophobie aufs Korn genommen wird.

Zu Lauterbachs Fernsehrollen zählen der Großverleger Axel Springer in “Der Verleger”, der reiche Geliebte der Prostituierten Rosemarie in “Das Mädchen Rosemarie”, der Unterwelt- Anwalt von Mario Adorf in der sechsteiligen Krimireihe “Der Schattenmann” und der Luftfahrtpionier Hugo Eckener im Zweiteiler “Hindenburg”. Er trat in der Krimireihe “Tatort”, den Krimiserien “Ein Fall für zwei” und “Eurocops”, einer Folge der Donna-Leon-Krimireihe (“Endstation Venedig”) und als Titelheld Hauptkommissar Faust in der 24teiligen Serie “Faust” (1991-97) auf.

Heiner Lauterbach wurde unter anderem mit dem Bambi, dem Bayerischen Filmpreis, dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Ehrenpreis des Hessischen Ministerpräsidenten für Besondere Leistungen (2004) ausgezeichnet. 2014 wurde er vom Bundesverband Klavier zum Klavierspieler des Jahres gewählt.

Heiner Lauterbach ist begehrter Synchronsprecher und war/ist die Stimme von Kevin Costner, Richard Gere, Gérard Depardieu, Harvey Keitel, Massimo Girotti und Christopher Walken.

Lauterbach veröffentlichte zwei Autobiographien: “Nichts ausgelassen” (2006) und “Man lebt nur zweimal” (2013). 2013 kam seine DVD “Kerngesund – Das Cardio-, Kraft & Koordinationsprogramm für Männer” auf den Markt.

Heiner Lauterbach war von 1985-2001 mit Kollegin Katja Flint verheiratet, mit der er einen Sohn hat und von der er sich 1991 trennte. Er war von 1996-2000 mit Kollegin Jenny Elvers-Elbertzhagen liiert. Seit 2001 ist er mit der 19 Jahre jüngeren Viktoria Kafs verheiratet, mit der er einen Sohn und eine Tochter hat und am Starnberger See lebt.

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