Hans Steinbichler

Hans Steinbichler

Leben & Werk

Deutscher Regisseur. Er gilt als Erneuerer des Heimatfilms, der lange negativ besetzte Begriff Heimat zieht sich durch seine Filme, die für Hans Steinbichler Gelegenheit sind, unvoreingenommen über jene Bergregionen zu berichten, wo er jeden Stein kennt und deren Natur ihm auch als Seelen- landschaft am Herzen liegt. Steinbichler wuchs fernsehlos auf, während seines Studiums wurde er häufig darauf aufmerksam gemacht, dass diese oder jene Einstellung aus dem oder dem Film stammen könne. Dabei hatte er die Arbeiten nie gesehen. In “Hierankl” (2003) und “Winterreise” (2006) geht er in betörend schönen Bildern von Schneelandschaften den Sujets von Schuld und Sühne nach und verortet sie zwischen Tragödie, Kolportage und emotionalem Drama in den Themen des Heimatfilms (“Heimat ist da, wo es wehtut.”).

Hans Steinbichler wurde 1969 in Solothurn in der Schweiz geboren, wuchs aber am Chiemsee auf. Während der Schulzeit begann er fotografisch und journalistisch (für die “taz” und “nature”) zu arbeiten, sein Jura-Studium in Passau brach er ab und studierte ab 1995 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Während des Studiums inszenierte er Kurzfilme (“Abstieg”, ” Mono”), biografische Dokumentarfilme (“Der Moralist”, “Verspiegelte Zeit”, “Das Auge der Erinnerung”, “Die Germanker”) und veröffentlichte Bücher zu alpinen und kulturellen Themen (“Bäume”, “Berge erleben”).

In “Hierankl”, Steinbichlers Abschlussfilm an der HFFM, zerbricht eine auf dem abgelegenen Gehöft Hierankl am Alpenrand lebende Familie während des Geburtstagsfests des Vaters an den angesammelten Lebenslügen. Der mit Barbara Sukowa, Josef Bierbichler und Johanna Wokalek (“Barfuß”) prominent besetzte Film wurde auf dem Münchner Filmfest mit dem Förderpreis für die Beste Regie und die Beste Darstellerin (Wokalek), dem Bayerischen Filmpreis (für Johanna Wokalek als Beste Darstellerin) und dem Adolf-Grimme-Preis 2006 ausgezeichnet. “Winterreise” (mit Josef Bierbichler, Hanna Schygulla und Sibel Kekili) schildert zur titelgebenden Musik aus Franz Schuberts Liederzyklus und zu Rockrhythmen die Reise in den Tod eines Unternehmers, die aus der bayerischen Provinz nach Nairobi führt. 2010 realisiert er mit “Das Blaue vom Himmel” seinen dritten größeren Kinofilm, eine deutsch-baltische Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen.

Er arbeitet auch fürs Fernsehen, erarbeitete mit Studenten den experimentellen “Autistic Disco” und steuerte einen bissigen Kurzfilm zur Kompilation “Deutschland 2009″ bei.

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