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Hannelore Elsner

Hannelore Elsner

Leben & Werk

Ihre großen funkelnden Augen und die Katzenhaftigkeit ihrer geschmeidigen Bewegungen machten sie zu einer der sinnlichsten Erscheinungen im deutschen Film- und TV-Schaffen. Den größten Erfolg konnte die vielseitige und wandlungsfähige Hannelore Elsner mit einer Traumrolle feiern: Als Schriftstellerin Hanna Flanders (gemeint ist Namensvetterin Gisela Elsner, die Mutter ihres Regisseurs Oskar Roehler) bot Elsner 2000 in dem Film “Die Unberührbare” eine makellose Charakterleistung, die mit zahlreichen Preisen (u.a. Deutscher Filmpreis) gewürdigt wurde. Ihre Starautorin der 60er-Jahre, die zwischen Luxus und Sozialismus schwankt und als weltfremde Künstlerin im Leben scheitert, ist eines der großen Frauenporträts des deutschen Films.

Wie Senta Berger und Iris Berben gehört Elsner zu den Schauspielerinnen, die Rollen für attraktive, selbstbewusste und sensible Frauen über 50 durchsetzten und propagierten und mit Distanz zur Frauenbewegung der 70er ihren eigenen Weg gingen.

1944 im oberbayerischen Burghausen geboren, besuchte Elsner, deren Bruder bei einem Tieffliegerangriff umkam und deren Vater starb, als sie acht war, das Internat der Englischen Fräulein bei Passau. Den Schulabschluss machte sie in München, wo sie auch auf die Schauspielschule ging und 1962 ihre Abschlussprüfung ablegte.

Mit 16 gab sie ihr Filmdebüt als “Das Mädchen mit den schmalen Hüften”, mit 17 ihr Bühnendebüt am Intimen Theater München und mit 18 Jahren ihr sehr erfolgreiches TV-Debüt in einer “Stahlnetz“-Folge. 1966 stand sie als erste deutsche Schauspielerin in dem Stück “Tango” nackt auf der Bühne der Münchner Kammerspiele. In dieser Zeit war Elsner in seichten Komödien und Schlagerfilmen (“Die Lümmel von der ersten Bank“, “Allotria in Zell am See”, “Freddy unter fremden Sternen“), später in Simmel-Verfilmungen (“Der Stoff, aus dem die Träume sind“) zu sehen, bevor ihr 1973 und 1975 der Durchbruch mit den Hauptrollen in “Die Reise nach Wien” (an der Seite von Elke Sommer als fesche Provinzlerinnen im Dritten Reich) und “Berlinger” (als Geliebte des Titelhelden) gelang.

Im Lauf der Jahre verlagerte sie trotz gelegentlicher Rollen im jungen deutschen Film (“Grete Minde”, “Der Sturz”) ihren Arbeitsschwerpunkt zum Fernsehen in Serien wie “Mit Leib und Seele” (ab 1990). Mit 52 Jahren übernahm sie die Titelrolle in der Serie “Die Kommissarin” und wurde zu einer der beliebtesten TV-Ermittlerinnen. Differenzierte Charakterporträts lieferte sie in Rudolf Thomes Kinofilmen “Rot und Blau”, “Frau fährt, Mann schläft!” und “Du hast gesagt, dass du mich liebst“. Einmal von ihrer komischen Seite zeigte sie sich in Dani Levys Familienkomödie “Alles auf Zucker!“. Einen großen kritischen und kommerziellen Erfolg feierte sie mit ihrer Hauptrolle in Doris DörriesKirschblüten – Hanami” (2008).

Hannelore Elsner wurde während ihrer über 200 Film- und TV-Rollen umfassenden Karriere u.a. mit dem TeleStar, der Goldenen Kamera, dem Bambi, dem Deutschen Filmpreis und dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Zu den Männern in ihrem Leben gehörten Regisseur Dieter Wedel (gemeinsamer Sohn), der Verlagsleiter Uwe Carstensen und der Literaturprofessor Günter Blamberger.

Über ihre Arbeit sagte die an astrologischen Vorgaben orientierte Schauspielerin: “Ich bin ja lebendig. Ich entwickle mich jeden Tag weiter.”

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