Hannah Herzsprung

Hannah Herzsprung

Leben & Werk

Unter ihren Generationskolleginnen Julia Jentsch, Sandra Hüller und Katharina Schüttler ist Hannah Herzsprung die mit den extremen Rollen, leidet unter Borderline-Syndrom, bringt sich als Heiminsassin um und ist als überforderte, aggressive, zornige junge Frau immer kurz vor der Explosion.

Hannah-Rebecca Herzsprung wurde 1981 in Hamburg als Tochter des Schauspielers Bernd Herzsprung geboren. Sie besuchte ein Internat in Surrey in der Nähe von London und nahm Ballettunterricht. Herzsprung arbeitete als Produktionsassistentin in der “Bullyparade” und debütierte 1997/98 als Mimi in der Familienserie “Aus heiterem Himmel” (23 Folgen). Mit ihrer Schwester Sara übernahm sie 2002 die Moderation der Tele-5-Clip-Show “musicbox” und begann eine Fernsehkarriere. In der Krimi-Reihe “Unter Verdacht” (mit Senta Berger als interne Ermittlerin Dr. Prohacek) ist sie in der Folge “Morgenröte” (2003) zu sehen, in der Internatsserie “18 – Allein unter Mädchen” (2003/04) ist sie die 17-jährige Vera, die ihren Lehrer wegen sexuellen Missbrauchs anklagt. Im Drama “Emilia – Die zweite Chance” (2004, mit Senta Berger) leidet sie unter Borderline-Syndrom und begeht Selbstmord. Herzsprung war in “Soko 5113“, “Stolberg”, “Das Duo”, der Comedy-Show “Tramitz & Friends” (2003), “Der 1. Mai” (2007) und in Nicolai Rhodes “Der Lotse” (2007) zu sehen.

2003 begann Hannah Herzsprung ein Studium der Kommunikationswissenschaft, das sie 2005 wegen der Dreharbeiten zu “Vier Minuten” und “Das wahre Leben” abbrach. Als Mörderin Jenny, die in Chris Kraus’ Drama “Vier Minuten” (2006) im Gefängnis von einer alten Klavierlehrerin (Monica Bleibtreu) zur Pianistin ausgebildet wird, schaffte Herzsprung den Durchbruch. Für ihre Rolle wurde sie unter 1200 Schauspielerinnen gecastet und lernte vier Monate lang Klavier und Boxen. Sie ist in Alain Gsponers Drama “Das wahre Leben” (2006) suizidgefährdete Nachbartochter von Katja Riemann und Ulrich Noethen und verliebt sich in deren Sohn. Für ihre Rolle erhielt sie den Adolf-Grimme-Preis sowie den Deutschen Filmpreis als “Beste Nebendarstellerin”. 2007 stand sie als junge Liesl Karlstadt in Jo Baiers “Karl Valentin und Liesl Karstadt” vor der Kamera. 2007 wurde sie für Stephen Daldrys Verfilmung des Bestsellers “Der Vorleser” von Bernhard Schlink als Julia besetzt.

2008 gehört sie als RAF-Terroristin Susanne Albrecht zum Ensemble von Bernd Eichingers und Uli Edels “Der Baader-Meinhof Komplex”. Herzsprung spielte in “Werther” (2008) dessen verehrte “Lotte” und war als Novizin Richardis in “Vision” (2009) über Hildegard von Bingen zu sehen. In der Bestsellerverfilmung “Lila, lila” (2009) verdrehte sie Daniel Brühl derart den Kopf, dass dieser sich zu einem Romanplagiat hinreißen ließ.

In der zeitgemäßen Neuverfilmung “Ludwig II.” spielte Hannah Herzsprung die Rolle, in der einst Romy Schneider als “Sissi” dauerverniedlicht wurde und gewann der Figur ganz neue Facetten ab. Besonders eindrucksvoll war sie als Hauptdarstellerin der drei Generationen überspannenden Familiensaga “Der Geschmack von Apfelkernen“.

Von ihrer ernsten Seite zeigt sie sich in der DDR-Serie “Weissensee” in der sie als Julia Hartmann zwischen allen Stühlen steht. Von ihrer Mutter (Katrin Sass) als Freigeist erzogen, verliebt sie sich in Martin Kupfer (Florian Lukas), dessen Familie für das Ministerium für Staatssicherheit arbeitet. Für ihre Darbietung erhielt sie einen Bambi und den Deutschen Fernsehpreis. Im Genre-Film “Hell” (2011) befindet sie sich in einer post-apokalyptischen Variante von Deutschland wieder und versucht mit ihrer kleinen Schwester Leonie (Lisa Viscari) an knapp gewordene Ressourcen zu gelangen und zu überleben.

Herzsprung leiht immer wieder in großen US-Produktionen animierten Figuren ihre Stimme, so der Zahnfee in “Hüter des Lichts” oder Schlumpfine in “Die Schlümpfe 2“. Auf der Berlinale 2014 feierte das Historiendrama “Die geliebten Schwestern” Premiere. Darin ist sie und ihre Filmschwester Henriette Confurius Teil der Dreiecksbeziehung um den Dichter Friedrich Schiller (Florian Stetter. Im deutschen Hacker-Thriller “Who Am I – Kein System ist sicher” (2014) von Baran bo Odar verdreht sie Tom Schilling gehörig den Kopf.

Hannah Herzsprung lebt in Berlin.

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