Als sie im geblümten, teils transparenten Chiffon-Kleid 2002 den Oscar als Beste Weibliche Hauptdarstellerin in Empfang nahm, überzog sie fassungslos unter Tränen, Aufregung und Stolz ihre Dankesrede und schrieb als erste mit dem Oscar ausgezeichnete schwarze Hauptdarstellerin Filmgeschichte. Halle Berry erhielt den Oscar für "Monster's Ball", wo sie sich als Kellnerin in den Mann verliebt, der Henker ihres Mannes ist: sensationell zwischen Kraft, Verzweiflung, Zorn auf die Verhältnisse und Lebenswut, die sie in wilder Begierde in die Arme des Weißen treibt (in den USA gekürzte Sexszene).
Halle Berry wurde parallel in "Stirb an einem anderen Tag" die erste in einem James-Bond-007-Film spielende Oscarpreisträgerin, die den Coup toppte, indem sie im Jubiläumsfilm (der zwanzigste 007) vor Pierce Brosnan mit einem Auftritt eingeführt wird, der den ersten Bond-Film zitiert: Sie entsteigt in dem Bikini den Fluten, mit dem 1962 Ursula Andress, die erste Bondine, in "James Bond jagt Dr. No" 1961 Furore gemacht hatte. Die Rolle der Jinx brachte ihr den Image Award 2003 ein. Mit ihrer atemberaubenden Figur war dies für Berry die leichteste aller Übungen, hatte sie sich, wenn die Kasse stimmte, auch barbusig gezeigt, was Filmpartner Hugh Jackman im Action-Film "Passwort: Swordfish" buchstäblich ins Stolpern brachte.
Am 14. August 1968 in Cleveland, Ohio, geboren, wollte die schokobraune Schönheit Fotografin werden, betrat jedoch mit 17, als sie zur Miss Teen All American des Jahres 1985 gewählt wurde, die Tür ins Showbusiness. Nach TV-Serienrollen debütierte sie in Spike Lees "Jungle Fever" als Crack-Süchtige und schlug sich zwischen Modeltätigkeit und Film mit Rollen durch, von denen die (ursprünglich für eine Weiße geschriebene) sexy Sekretärin im Comic-Film "Die Familie Feuerstein" populär wurde. Coole Stewardess im Actioner "Einsame Entscheidung", junge Lehrerin in "Race the Sun" und Street Girl in der Politsatire "Bulworth", in der sie Warren Beatty als durchgeknallten Senator auf einer Odyssee durch Nachtclubs und Politauftritte begleitet. Das ermöglichte ihr, 1999 das Biopic "Introducing Dorothy Dandridge" zu produzieren und die Rolle der in den 50er-Jahren berühmten Darstellerin zu übernehmen. Der Film brachte ihr Golden Globe, Emmy und Screen Guild Award ein.
Im Genrekino gehört Halle Berry als das Wetter kontrollierende Mutantin Storm zu den Helden der "X-Men"-Trilogie (200, 2002, 2006) und hat als "Catwoman" (2004) in einer weiteren Comic-Verfilmung gespielt. Sie bewies Mut, als sie, 2005 für diese Rolle mit dem "Razzie"-Preis als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet, auf der Preisverleihung erschien und sich bedankte. Im selben Jahr erhielt sie als Psychiaterin, die in der eigenen Klinik zur Patientin wird, für "Gothika" den Teen Choice Award und als Produzentin des Dramas "Lackawanna Blues" den Black Movie Award. In Deutschland wurde Halle Berry wegen ihrer Popularität als Bond-Girl 2002 mit dem Bambi ausgezeichnet, zehn Tage vor dem Silbernen Bären als Beste Darstellerin der Berlinale (für "Monster's Ball"). In James Foleys "Perfect Stranger" (2006) spielt sie eine Frau, die den Mord an ihrer Freundin aufkären will und undercover in der Online-Liebe-Szene recherchiert.
Von 1992 bis 1997 war Halle Berry mit dem Baseballspieler David Justice, von dem sie wegen Misshandlung geschieden wurde, und von 2001 bis 2005 mit Eric Benét verheiratet, dessen Tochter sie adoptierte. 2000 wurde sie für einen Autounfall mit Fahrerflucht zu 13.500 Dollar Bußgeld und drei Jahren auf Bewährung verurteilt. Die an Diabetes leidende Schauspielerin arbeitet ehrenamtlich für Vereinigungen, die sich um junge Leute mit Drogen- und Alkoholproblemen kümmern.
Halle Berry bricht sich Fuß auf Mallorca
Von einer Sekunde auf die nächste kann es passieren und man findet sich im Rollstuhl wieder.
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Halle Berry trägt jetzt Gipsfuß (Foto: Kurt Krieger)
Glück im Unglück hatte Bond-Girl Halle Berry kürzlich, als sie nach einem Sturz im Krankenhaus landete. Für die Dreharbeiten zu "Cloud Atlas" hat sich die Schauspielerin ein Anwesen auf Mallorca gemietet. Dort rutschte sie in einem unbedachten Moment aus und konnte nicht mehr aufstehen.
Sie wurde sofort ins Krankenhaus gebracht. Dort stellten die Ärzte fest, dass sich Halle Berry den Fuß gebrochen hat. Die nächsten Tage und Wochen wird sie nun mit Gipsbein und Krücken verbringen müssen. Um den verletzten Fuß zu schonen, wurde Halle Berry jedoch vorerst in einen Rollstuhl gesetzt, in dem sie die Klinik kurz darauf wieder verlassen durfte. Die Dreharbeiten müssen vorerst ohne sie weitergehen, damit sich Halle Berry schnell von ihrem Sturz erholen kann.
Halle Berry unten ohne
Da außer ihr noch namhafte Stars wie Tom Hanks, Hugh Grant und Susan Sarandon in "Cloud Atlas" mitspielen, müssen die Terminpläne allerdings streng eingehalten werden. Deshalb werden die Szenen, in denen Halle Berry nicht mitspielt, vorgezogen und ihr Stunt-Double kommt vermehrt zum Einsatz. Sobald Halle Berry wieder einigermaßen auf zwei Beinen stehen kann, wird sie zumindest die Nahaufnahmen drehen, in denen ihre Beine nicht zu sehen sind.