Er ist der sympathische Chauvi Richard Fish in der Kultserie "Ally McBeal".
» Greg, in Deutschland ist gerade die zweite Season von "Ally McBeal" auf DVD erschienen. Würden Sie sich ihre eigene Produktionen auf DVD ansehen?
GREG GERMANN: Oh nein, ich glaube nicht (lacht). Ich schaue mir lieber andere Sachen an.
» Die letzten Folgen von "Ally McBeal" wurden inzwischen abgedreht. Was ging in Ihnen vor, als sie hörten, dass das Ende naht?
Ich war total froh, weil ich nun endlich in Deutschland mit tollen Frauen auf Promotiontour gehen konnte! Nein, im Ernst: Ein wenig hatte ich gemischte Gefühle, denn einerseits war es ein riesiger Spaß, mit diesen Schauspielern und dieser Crew eine so lange Zeit zusammen zu drehen.
Andererseits war nach fünf Jahren auch die Zeit gekommen, nach der sich viele sagten, jetzt müssen wir uns anders weiterentwickeln.
» Gibt es für Sie eine Lieblings-Season?
Meine Lieblings-Season ist der Herbst, wegen den bunten Blättern! Oder meinen Sie bei "Ally McBeal"? Es gibt eigentlich keinen Favoriten, weil jede Staffel anders war. Wir hatten unterschiedliche Gaststars, Musik und so weiter. Die erste Season war vielleicht die Schönste, weil keiner erwartet hatte, dass die Serie so schnell ein Hit wird.
» Hat der überraschende Erfolg Ihr Leben verändert?
Teils ja, teils nein. Ich erkenne den Erfolg eigentlich erst jetzt mehr, obwohl ich gar nicht mehr an der Serie arbeite. Jetzt kann ich zum Beispiel mit tollen Frauen herumfahren (Red.: Gemeint sind seine Betreuerinnen von Fox). Wenn man arbeitet, kriegt man dagegen vieles, was rundherum passiert, gar nicht so mit.
» Wie war die Zusammenarbeit mit "Ally" Calista Flockhart?
Oh, Calista wollte gar nicht mit mir arbeiten, wir hatten deshalb keine einzige Szene zusammen. Nein, war nur Spaß. Sie war natürlich großartig. Viele von uns hatten vorher schon in New York Theater gespielt, so dass wir sehr gut wußten, wir wir zusammen spielen können. Und das wurde mit der Zeit natürlich immer noch besser. Wir wurden dadurch immer kreativer.
Calista ist alles, was man sich von einem Schauspielpartner wünschen kann: Sie ist hübsch, sie ist witzig, sie geht mit ihrer Rolle wirklich in die Tiefe und es macht Spaß, ihr zuzusehen. Das gleiche gilt auch für Peter MacNicol (John Cage), nur mit dem Unterschied, dass der nicht hübsch ist. Es ist sooo traurig, dass es vorbei ist (heult übertrieben)!
» Würden Sie nach fünf Jahren "Ally" wieder langfristig bei einer TV-Serie einsteigen oder sind jetzt bevorzugt Kinofilme oder wieder Theater an der Reihe?
(stöhnt)
» Soso, das Interview macht Ihnen also keinen Spaß?
Oh doch, viel mehr, als dieses Autogrammeschreiben vorher. Also: Wenn die Rolle und das Stück gut sind, ist es eigentlich nicht wichtig, ob es sich um Fernsehen, Kino oder Theater handelt. Wenn mir also wieder eine TV-Serie mit gutem Drehbuch angeboten wird, bin ich natürlich dabei.
» War es anders, für eine Mehrheit an weiblichen Zuschauern zu spielen?
Ich spiele mit Frauen genauso wie mit Männern. Aber das meinten Sie glaube ich nicht. Ich denke, dass auch eine ganze Menge Männer bei "Ally McBeal" zugesehen haben, denn wir hatten mit Calista und vielen anderen doch eine ganze Reihe sexy Frauen im Team. Für mich war das nicht einfach, denn die waren alle Singles und ich bin verheiratet!
» Wie gefällt Ihnen eigentlich Deutschland? Sie waren ja auch bei Stefan Raab in "TV Total"! Wie war das?
Oh, es war, äh,.... wie hieß der weibliche Gast noch gleich?
» Dolly Buster.
Richtig, Dolly Buster. Ja, Dolly und ich sind sehr enge Freunde geworden! Im Ernst: Alles in allem hatte ich eine tolle Zeit in Deutschland, ich habe viel von Berlin gesehen, aber auch von Köln und hier von Hamburg. Wie heißt noch gleich die Straße, in die man nicht gehen soll?
» Herbertstraße.
Richtig, da war ich letzte Nacht (lacht). Ehrlich, ich fand es toll hier und freue mich jetzt schon, einmal wieder zu kommen und mehr Zeit zu haben, mir die Städte genauer anzusehen.