Seine Filme sprühen vor Einfällen, mischen Genres auf aufregend neue Art und sind tricktechnisch perfekt. Mit vier Spielfilmen stieg der Werbefilmer Gore Verbinski zu einem der erfolgreichsten Spielfilmregisseure Hollywoods auf. Mit der Slapstick-Komödie "Mäusejagd", dem Road Movie "The Mexican" und dem Horrorfilm "The Ring" bewies Verbinski Witz und Mut zu ungewöhnlichen Kombinationen, der größte Wurf gelang ihm jedoch bislang mit dem Piratenspektakel "Fluch der Karibik".
Verbinski studierte an der UCLA und graduierte dort 1987 mit einem B.A. In den folgenden Jahren inszenierte er Musikvideos u.a. für L7, Bad Religion und Monster Magnet und machte sich mit mehrfach mit dem Clio Award und den Silbernen Löwen von Cannes ausgezeichneten Werbespots einen Namen. Zu den Spots gehören Arbeiten für Nike (mit Michael Jordan) und Budweiser (die "Frogs"-Spots). 1997 war Verbinski mit dem anspielungsreichen Titel "Mäusejagd" 1997 für die erste Produktion von Steven Spielbergs Studioneugründung DreamWorks verantwortlich (Mitbesitzer Jeffrey Katzenberg war jahrelang Produktionschef der Mickeymäuse): Verbinski holte aus dem Live-Action-Cartoon um eine tollkühne Maus, die ein heruntergekommenes architektonisches Meisterwerk vor den verkaufswilligen Erben rettet und sie in eine unfreiwillige Zerstörungsorgie à la Laurel & Hardy treibt, alles an Ideen raus, was Verfolgungsjagden und visuelle Verrücktheiten hergeben.
In "The Mexican", in dem Julia Roberts und Brad Pitt zum ersten Mal Seite an Seite spielten, veränderte er die Genreregeln, indem er seine Hauptdarsteller parallele Abenteuer erleben lässt, bis sie zusammentreffen: Pitt sucht in Mexiko nach der titelgebenden Duellpistole, Roberts wird von einem schwulen Killer entführt, für den sie zur Seelenklempnerin wird. "The Ring", erfolgreichster Teenie-Horrorfilm 2002 und Remake des japanischen Vorbilds, spielt unter Kids in Seattle, unter denen die "urban legend" vom mysteriösen Video umgeht, dessen surreale Bilder, darunter ein Feuerring wie die Corona einer Sonnenfinsternis, die Jugendlichen anlocken. Hat man das Tape gesehen und klingelt dann das Telefon, das "Sieben Tage" ankündigt, verliert man nach diesen Tagen das Leben. Reporterin Rachel, die den Tod ihrer Nichte untersucht, stößt auf die ominöse todbringende Kassette.
Frisches Blut hauchte Verbinski 2003 dem totgeglaubten Piraten-Genre ein: Sein parodistisches Effektspektakel "Fluch der Karibik" hat zwar nur wenig mit dem klassischen Piratenfilm gemein, bietet aber durch Action, bunte Charaktere und Situationskomik beste Kinounterhaltung. Johnny Depp und Orlando Bloom jagen als heruntergekommener Pirat bzw. einfacher Schmied Captain Barbossa (Geoffrey Rush), der Blooms Liebe, die Gouverneurstochter Elizabeth (Keira Knightley), entführt hat. Durch ihr Blut will Barbossa den Fluch aufheben, der ihn und seine Crew zur Unsterblichkeit verdammt und sie ihre wahre skelettierte Gestalt nur bei Mondlicht zeigen lässt (die digital animierte Skelettmeute ist der heimliche Star des Films).
Als Regisseur ist Verbinski auf dem Set beliebt, weil er seine Darsteller für Ideen begeistern kann. Julia Roberts: "Und von da an beeindruckte er mich jeden Tag. Er ist sehr genau, es ist absolut unmöglich misszuverstehen, was er von einem will. Das ist ein großer Luxus. Noch nie habe ich Menschen am Set mit so großer Freude Überstunden machen sehen."
"Fluch der Karibik 5": Tim Burton als Regisseur im Gespräch
Es wird düster in der Karibik…
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Eingespieltes Team: Wird Tim Burton demnächst auch in "Fluch der Karibik" Johnny Depps Regisseur? (Foto: Kurt Krieger)
Von "Edward mit den Scherenhänden" bis "Alice im Wunderland": Wenn Top-Mime Johnny Depp und der Meister des düster-fantastischen Kinos Tim Burton zusammenarbeiteten, kamen meistens großartige Filme dabei heraus. Nun ist Burton sogar als Regisseur bei der Filmreihe im Gespräch, die aus dem Edelmimen Johnny Depp einen Blockbuster-Superstar machte: "Fluch der Karibik".
Der vierte Teil "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten" ist zwar gerade noch im Kino, doch die Planungen für einen fünften Film, der sich problemlos an das Ende des aktuellen Piraten-Abenteuers anschließen ließe, laufen bereits auf Hochtouren. Allerdings ist Johnny Depp erst mal auf die Bremse getreten und will nicht sofort loslegen - damit die "Fluch der Karibik"-Filme fürs Publikum etwas Besonderes bleiben.
Popcorn-Karibik oder Gothic-Piraten?
Nun ist aber unklar, wie der Terminplan von Regisseur Rob Marshall aussieht, der "Fremde Gezeiten" inszenierte und eigentlich auch für den fünften Film vorgesehen ist. Doch Marshall ist in Hollywood schwer gefragt, erst Recht seit seinem ersten "Fluch der Karibik"-Film.
Daher haben die Macher um Produzentenpapst Jerry Bruckheimer nun eine Liste möglicher Nachfolger aufgestellt. Und ganz oben steht darauf Tim Burton! Mit ihm würden Jack Sparrows Abenteuer, die unter Gore Verbinski als knallbunte Popcorn-Blockbuster begannen, sicher deutlich düsterer - und möglicherweise auch ein wenig anspruchsvoller. Nachdem der vierte Teil derzeit zwar recht erfolgreich aber doch kein absoluter Kassenknüller ist, könnte eine solche Neuausrichtung durchaus gewollt sein.
Auch die anderen Regisseure auf der Liste sind große Namen: Shawn Levy ("Nachts im Museum") würde eher die Verbinski-Tradition fortsetzen, "Spider-Man"-Macher Sam Raimi wäre eine gute Verbindung aus Dramatik und Spektakel, Chris Weitz und Alfonso Cuarón stünden wie Tim Burton eher für eine düstere Stimmung und haben mit "Twilight" respektive "Harry Potter" schon bewiesen, dass sie große Fantasy-Reihen stemmen können.
Viele Fans würden jedoch sicher Tim Burton als Regisseur für Johnny Depps nächste Kaperfahrt als Jack Sparrow bevorzugen. Welchen düsteren Gestalten er dann unterwegs wohl begegnen würde?
Bilder zu "Pirates of the Caribbean - Fremde Gezeiten"
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