Er ist ein kraftvoller Schauspieler und Draufgänger, der sich auflehnende Charaktere und Außenseiter ebenso beherrscht wie die ihm auf den Leib... - Foto: WDR/Uwe Stratmann http://images.kino.de/flbilder/max13/auto13/auto42/13420423/b150x150.jpg Götz George
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Götz George

  • Bürgerlicher Name
    Götz George
  • Geburtstag
    23.07.1938
  • Geburtsort
    Berlin

Er ist ein kraftvoller Schauspieler und Draufgänger, der sich auflehnende Charaktere und Außenseiter ebenso beherrscht wie die ihm auf den Leib geschriebene Rolle des Duisburger Ruhrpott-Kommissars "Schimanski". Diesen verkörperte er seit 1981 in zahllosen "Tatort"-Folgen, zwei Kinofilmen und weiteren TV-Filmen, und diese Rolle bestimmt wesentlich sein öffentliches Image als proletarischer Kraftbolzen mit rüder Sprache und flottem Liebesleben. Georges muskulöse, durchtrainierte Erscheinung wurde auch im Spielfilm bildfördernd eingesetzt, ob er einen schwulen Dieb ("Das Trio") oder einen resignierenden Filmregisseur ("Rossini") spielte.

Götz George, geboren 1938 in Berlin, ist der Sohn von Heinrich George und Berta Drews und debütierte 1953 in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht." Seitdem hat er in Karl-May-Filmen ebenso gespielt, wie in Filmen, die sich mit der Nazi-Zeit auseinandersetzen ("Kirmes", "Herrenpartie"). In diesem Bereich lieferte er 1977 in "Aus einem deutschen Leben", wo er der brutale, spießige und reflektierte KZ-Kommandant Rudolf Höß war, eine beeindruckende Leistung. In den 60er-Jahren auch in zweitrangiger Action-Ware zu sehen ("Der Todeskuss des Dr. Fu Man Chu"), wandte sich George in den späten 70ern vermehrt der TV-Arbeit zu und arbeitete nur sporadisch für das Kino, wo er in bewusster Abgrenzung zum "Schimanski"-Image z.B. in Frank Beyers "Der Bruch" einen flotten Nachkriegsganoven, eine der vier im Lift eingeschlossenen Personen in "Abwärts" (Bundesfilmpreis) und den schmierigen Sensationsreporter in "Schtonk" (Bundesfilmpreis) spielte.

Georges differenziertes Spiel trägt Filme wie "Der Totmacher", in dem er als Massenmörder seine Taten zu Protokoll gibt (Darstellerpreis Venedig 1995), und den Thriller "Solo für Klarinette", wo er ein deutscher "Bad Lieutenant" war. George zeigt stets das Bemühen, sich als Schauspieler treu zu bleiben und weiterzuentwickeln, was jedoch weniger in seinen unzähligen TV-Produktionen als im Spielfilm zum Ausdruck kommt. Dort ist er - von Ausnahmen wie der Werbebranchen-Komödie "Viktor Vogel - Commercial Man" abgesehen - seit einigen Jahren eher in kleineren Filmen zu sehen, so als arbeitsloser Schlosser, dem in Kadir Sözens "Gott ist Tod" mit dem Wohnmobil auch noch sein letzter emotionaler Halt genommen wird. In der tragikomischen Internet-Liebesgeschichte "Maria an Callas" setzte er als Witwer nach dem Tod seiner Frau unter deren Namen die Kommunikation mit ihrer E-Mail-Freundin fort. Anspruchsvollere Fernseharbeit verschaffte ihm Leander Haußmanns Schiller-Verfilmung "Kabale und Liebe", in der George den eiskalten Präsident von Wolter spielte, der die Liebe seines Sohnes (August Diehl) aus politischen Gründen opfert.

Im zweiteiligen Fernsehfilm "Die Sturmflut", der auf die Ereignisse der Naturkatastrophe am 16. Februar 1962 im Hamburg basiert, spielte er den kranken Vater eines Matrosen (Benno Führmann), der gerade Heimaturlaub macht und ihn im Krankenhaus besucht. Neben Veronica Ferres stand er 2005 seinem dem Alkohol verfallenen Freund (Jean-Hugues Anglade) in "Kein Himmel über Afrika" zur Seite. Roland Suso Richter verfilmte die tragische Beziehungsgeschichte nach der Autobiografie von Kerstin Cameron. In Andreas Kleinerts sehenswertem Sozialdrama "Als der Fremde kam" animiert er als Gewerkschaftsfunktionär die Arbeiter eines Zementwerks zum Hungerstreik. George faszinierte 2007 als blinder Klavierlehrer Henry, der eine Monatsbeziehung zu Lena (Barbara Auer) hatte. Doch nach deren Unfalltod bekommt der "Novembermann" Besuch von Lenas Ehemann, der vom Doppelleben seiner Frau nichts ahnte.

Der auf Sardinien lebende Schauspieler wurde 2007 mit dem Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet.

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