Frankreichs "Ein-Mann-Nouvelle-Vague" wird von seinen Landsleuten wie der von ihm verkörperte Obelix (in "Asterix & Obelix gegen Caesar" und "... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max07/kuk07/kuk21/u0721039/b150x150.jpg Gérard Depardieu
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Gérard Depardieu

  • Bürgerlicher Name
    Gérard Xavier Marcel Depardieu
  • Geburtstag
    27.12.1948
  • Geburtsort
    Châteauroux, Indre

Frankreichs "Ein-Mann-Nouvelle-Vague" wird von seinen Landsleuten wie der von ihm verkörperte Obelix (in "Asterix & Obelix gegen Caesar" und "Mission Kleopatra") kultisch verehrt und ist ein Schauspieler von ungeheurer Produktivität und geradezu extremer Wandlungsfähigkeit.

Seit seinem Durchbruch in "Die Ausgebufften" (1973) drehte der 1948 geborene Gérard Depardieu sowohl künstlerisch ambitionierte Filme wie Truffauts Klassiker "Die letzte Métro" als auch Kassenschlager, Außenseiterproduktionen und seit 1998 auch TV-Filme. Die äußere Erscheinung des liebevoll "Klotz" genannten Mimen steht im reizvollen Kontrast zu seiner sanften Stimme, das Hünenhafte korrespondiert mit einer flinken Beweglichkeit.

Depardieu kann alles spielen und wirkte als Proletarier, Bauer, Bergarbeiter, Soldat, Gauner oder Streuner ebenso glaubhaft wie als Priester, Bildhauer, Kommissar, Offizier oder Kellner in New York. Er entwickelte bei erstaunlicher physischer Ähnlichkeit ohne große Maske historische Figuren wie Columbus, Danton, Rodin oder den Barock-Koch "Vatel" ebenso wie er sich Bühnenfiguren wie "Cyrano de Bergerac" (eine seiner Glanzrollen) aneignete.

Depardieu ist im historischen, dramatischen und komödiantischen Fach gleichermaßen zu Hause. Die Farcen mit Partner Pierre Richard ("Die Flüchtigen") oder auch den absurd komischen reaktionären Rugby-Trainer in dem französischen Komödienhit "Ein Mann sieht Rosa" bewältigte er ebenso glaubhaft wie die zahlreichen Liebhaberrollen ("Die Frau nebenan", "Zu schön für dich!"). Mit "Ruby & Quentin" ergänzte er die Reihe seiner gegensätzlichen Partner in Gaunerkomödien um Jean Reno. In "Nathalie" erlag Depardieu den Reizen einer jungen Prostituierten (Emmanuelle Béart), die von seiner Ehefrau (Fanny Ardant) beauftragt wurde, seine Treue zu testen.

Als Obdachloser namens Boudu in der gleichnamigen Komödie von und mit Gérard Jugnot nistet er sich bei einem Galeristenehepaar ein und nimmt alles in Anspruch - vom Wohnraum über den Inhalt des Kühlschrankes bis hin zur Gattin (Catherine Frot). In "Wie sehr liebst du mich?" (2005) erkauft sich ein Lottogewinner eine Prostituierte (Monica Bellucci) für ein gemeinsames Leben, doch ihr Zuhälter (ein genialer Gérard Depardieu) möchte plötzlich auch mitkassieren. Einen singenden Depardieu, der als Chansonsänger Alain für die reifere Generation durchs Land fährt und sich dann kurzerhand in eine bedeutend jüngere Immobilienmaklerin verliebt, erlebt man in "Chanson d'Amour". Seine Filmpartnerin ist Cécile De France, die 2003 und 2006 den César erhielt.

Depardieu, der auch für das Theater arbeitet, veröffentlichte 1988 eine viel beachtete Sammlung von Briefen ("Gestohlene Briefe"), in denen er sich mit Kollegen und Freunden auseinandersetzte. Der trinkfeste Weinbauer, der in Cannes Nick Nolte beim Wetttrinken schlug, ist seit 1997 mit der Schauspielerin Carole Bouquet ("Zu schön für Dich!") liiert.

  • Bürgerlicher Name
    Gérard Xavier Marcel Depardieu
  • Geburtstag
    27.12.1948
  • Geburtsort
    Châteauroux, Indre
  • Geburtsland
    Frankreich
  • Familie
    Vater: (Schmied)

    Geschwister: 5

    Ehefrau: Elisabeth Depardieu (Schauspielerin, 1970 - 1996)

    Freundinnen:
    Marie Lemieux (2001)
    Carole Bouquet (seit 2003 verlobt)

    Töchter:
    Julie Depardieu (von Elisabeth Depardieu)
    Roxanne (von Karine Sillas, Model)

    Sohn: Guillaume Depardieu (von Elisabeth Depardieu)
  • Autogrammadresse
    c/o Art media
    10 av. George V,
    F-75008 Paris
    France
"Frauen sind aufregender - sie kämpfen!"

Mit seiner Komödie "Das Schmuckstück" mit Frankreichs Superstars Catherine Deneuve und Gérard Depardieu knüpft François Ozon an seinen Erfolg "8 Frauen" an und zieht süffisant den Bogen von den Siebzigerjahren bis zum heutigen französischen Politzirkus.

Großansicht François Ozon im Bett mit Hauptdarstellerin Catherine Deneuve am Set von "Das Schmuckstück" (Foto: Concorde)

François Ozon im Bett mit Hauptdarstellerin Catherine Deneuve am Set von "Das Schmuckstück" (Foto: Concorde)

Konnten Sie hier mal wieder so richtig Ihrer Nostalgielust frönen?
FRANÇOIS OZON: Nostalgie ist ein großes Wort. Für mich gehören Kostüme, Farben, Ausstattung und auch die Chansons zu meiner Kindheit. Es war ein Riesenvergnügen, mit "Das Schmuckstück" diese Periode und ihre ganz spezielle Musik wiederzuentdecken. Die Handlung in den Siebzigerjahren erlaubt eine Distanz. Durch den Blick zurück können wir auch die heutige gesellschaftliche Situation unter die Lupe nehmen, ohne in Ernst abzudriften. Ich kann politische Spitzen und Botschaften viel besser in eine Komödie verpacken, das kommt eher bei den Leuten an. Und nachdem meine letzten Filme dem Publikum nicht unbedingt Spaß gemacht haben, hatte ich Lust, mal wieder in die Vollen zu gehen und mit bissigem Humor zu unterhalten.

Warum haben Sie das Angebot Ihrer Produzenten, der Brüder Altmayer, abgelehnt, einen Film über die Wahl von Nicolas Sarkozy zu drehen?
Sogar mit François Cluzet in der Hauptrolle! Aber Sarkozy füllt schon das tägliche Fernsehprogramm. Mich interessiert er nicht als Figur und schon gar nicht als Kinoheld. Spannender hätte ich da schon einen Film über seine Frau Cécilia gefunden, wie die ihren Gatten im Stich gelassen hat, als er Präsident wurde, das hat schon einen haut-gôut.

Filme über Frauen haben es Ihnen ohnehin angetan.
Warum sollte ich einen Film über Männer machen? Die sitzen fett in ihren Positionen und bewegen sich keinen Deut. Frauen sind weniger privilegiert und müssen noch kämpfen, sich permanent ändern. Ich halte es für aufregender, wenn der Charakter eine Wandlung und Entwicklung durchmacht.

Mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu holten Sie sich das Powerpaar des französischen Films vor die Kamera. Hatten Sie keine Angst?
Überhaupt nicht. Es war die Erfüllung eines Traums, ich bin mit den beiden groß geworden. Die beiden wussten, worauf sie sich einließen, und hatten einen Riesenspaß beim Dreh. Catherine war von Anfang an in das Projekt eingebunden, sie scheut kein Risiko.

Mussten Sie da noch Regie führen?
Auf jeden Fall, auch wenn sie sich nach sieben gemeinsamen Filmen wie bei einem alten Liebespaar souverän die Bälle zuspielen. Auf Gérard Depardieu muss man immer ein Auge werfen, wenn der einmal loslegt, ist er ein kaum zu bändigender Berserker.

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Bisher haben Sie sich noch nie an einen so berühmten männlichen Star getraut.
Er ist für mich der größte französische Schauspieler. Ich wollte ihn schon im Jahr 2000 für die Fassbinder-Adaption "Tropfen auf heiße Steine" engagieren, aber Freunde und Bekannte rieten mir, die Idee aufzugeben, der Film sei zu textlastig für Gérard. Ehrlich gesagt, ich war vielleicht auch noch nicht gefestigt genug, mich an ihn heranzuwagen. Jetzt gefiel ihm die Rolle des Kommunisten und ehemaligen Gewerkschaftsführers mit romantischen Gefühlen und er zeigte viel Sympathie für den Mann. Gérard kennt alle Politiker der Welt von Castro bis hin zu den schlimmsten Diktatoren im Osten. Es amüsierte ihn, so einen Kerl zu verkörpern. Am Set ist er ein geniales Monster.

Ist "Das Schmuckstück" ein feministisches oder ein politisches Statement?
Die Frage stelle ich mir nicht. Vielleicht treffe ich ins Schwarze, viele Frauen bedanken sich nach dem Film. "Das Schmuckstück" ist vielleicht insofern feministisch, weil sich die anfänglich sehr bürgerliche Hausfrau emanzipiert, ich bin immer noch erstaunt, wie panisch manchmal die Umwelt reagiert, wenn eine Frau die Macht übernimmt - der Fortschritt - oft nicht mehr als ein paar Trippelschrittchen.

Sie gehen sehr zärtlich mit Ihren Protagonisten um.
Ich fand es sehr bewegend, dass Leute mit über 60 Jahren noch eine Liebesgeschichte leben, sogar für Fabrice Luchini als verstocktem Firmenchef fühlte ich eine gewisse Zärtlichkeit. Vielleicht habe ich mit zunehmendem Alter mehr Verständnis für Menschen.


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