Sein Lebenswerk ist die "Star Wars"-Saga, jene 1976 begonnene Arbeit an einem mythischen Universum, das sich aus Motiven des Märchens, der Fantasy, der Science-Fiction, des Kriegsfilms, der Artus-Sage, des Western und des Horrorfilms zusammensetzt und eine eigene Welt um Generationen und Genealogien umfassende Geschichten aus der ewigen Galaxie erzählt, deren Geschöpfe zum Bestandteil der populären Gegenwartskultur gehören.
Als Lucas 1976 nach abenteuerlichen Produktionsbedingungen "Krieg der Sterne" herausbrachte, veränderte er die Kinolandschaft für immer. Von Anfang an hatte er mindestens drei Teile im Sinn und sicherte sich deshalb selbst die Merchandisingrechte - ein Schritt, der ihn zum Multimillionär machte und die Gründung verschiedener Firmen (u.a. für Trick- und Tontechnik) ermöglichte. Lucas führte das Merchandising um Personen und Produkte aus "Star Wars" und den Folgefilmen "Das Imperium schlägt zurück", "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" und "Star Wars: Episode I" bis "Episode III" in jeweils neue Dimensionen, verschaffte der Tricktechnik für Genrefilme u.a. mit seiner Firma "Industrial Light and Magic" eine dominierende Bedeutung bei der Herstellung von Filmen und veränderte die Zielgruppe hin zu einem vorwiegend auf jugendliche Konsumenten konzentrierten Markt.
Lucas, geboren 1944, gehörte zum Umkreis des New Hollywood, war aber wie sein Freund Steven Spielberg, mit dem er als Produzent zusammenarbeitete ("Indiana Jones"-Trilogie), am populären Erzählkino orientiert. Lucas studierte in Los Angeles Film und Astronomie und schuf mit seinem Abschlussfilm "THX 1138", der nach etlichen Fassungen im Kino Gewinn einbrachte, eine Anti-Utopie, die als düstere Zukunftsvision im Gegensatz zu seinem "Star Wars"-Zyklus steht. 1973 drehte er mit dem nostalgisch leichten "American Graffiti" eine Reverenz an seine von Rock'n'Roll, Diners und Teenieträumen bestimmte Jugend, die einen überragenden Publikumserfolg hatte.
Lucas' Filme als Regisseur, Autor und Produzent, die ihn zu einem der mächtigsten Tycoons des New Hollywood gemacht haben, zeichnen sich durch eine immer ausgefeiltere Tricktechnik aus. Durch ihn wurde Harrison Ford zum Weltstar (Han Solo in "Star Wars", Indiana Jones). Zu den von Lucas nur produzierten Filmen gehören außer den "Indiana Jones"-Filmen auch Jim Hensons Fantasy-Film "Labyrinth" (mit Jennifer Connelly und David Bowie) und die internationale Version von Akira Kurosawas "Kagemusha" (1980).
"Star Wars"-Wette: Lucas verliert 50 Mio. $ an Spielberg Mangelndes Selbstvertrauen kann richtig teuer werden…
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Einträgliche Männerfreundschaft: Steven Spielberg und George Lucas (Foto: Kurt Krieger)
Luke Skywalker, Darth Vader und Han Solo kennt jedes Kind, Lichtschwerter sind unterm Weihnachtsbaum beliebter als Ritterschwerter und die Pläne für eine neue Trilogie halten seit Monaten ganz Hollywood in Atem: Keine Frage, "Star Wars" ist absoluter Kult!
Doch als Erfinder George Lucas 1977 seinen ersten Film im Kasten hatte, war er vollkommen deprimiert und glaubte nicht an den Erfolg von "Krieg der Sterne". Das hat nun Lucas' langjähriger Weggefährte und Freund Steven Spielberg verraten:
"George besuchte mich nach dem 'Star Wars'-Dreh in Mobile, Alabama, wo ich gerade 'Unheimliche Begegnung der dritten Art' drehte, und blieb für ein paar Tage", erzählt Spielberg. "Er war allerdings ein psychisches Wrack, denn er fand, dass 'Star Wars' nichts mehr mit der Vision gemein hatte, die er ursprünglich im Kopf hatte. Er war der Meinung, es sei ein Kinderfilm dabei herausgekommen."
Teurer TauschGleichzeitig war Lucas so beeindruckt von dem riesigen Set, das Spielberg für seinen Film aufbauen hatte lassen, dass er sich auf einen folgenschweren Deal einließ:
"George sagte damals zu mir: 'Oh mein Gott, Dein Film wird viel erfolgreicher sein als 'Star Wars'. Das wird der größte Blockbuster aller Zeiten. Wollen wir nicht Gewinnbeteiligungen tauschen? Ich geb Dir 2,5% von allen 'Star Wars'-Einnahmen und Du gibst mir 2,5% von 'Unheimliche Begegnung'. Ich antwortete ihm 'Klar, auf das Glücksspiel lasse ich mich ein, super!'"
Obwohl Spielberg tatsächlich große Erfolge mit seinem Film feierte, war es natürlich kein Vergleich mit "Star Wars":
"Ich habe zwar nie so viel Geld mit einem Film verdient wie mit 'Unheimliche Begegnung' und das rettete damals sogar Columbia Pictures vor der Pleite. Aber im Vergleich war das Peanuts. 'Star Wars' wurde ein Phänomen und ich bin bis heute ein glücklicher Profiteur davon - dank ein paar Prozentpunkten, die mir George gab."
Experten zufolge heißt "glücklicher Profiteur", dass Spielberg mit seiner Wette knapp 50 Millionen US-Dollar eingenommen hat.