George A. Romero, der Altmeister des Horrorgenres, lässt in der Low-Budget-Produktion "Survival of the Dead"erneut Untote und Lebende gegeneinander kämpfen.
George A. Romero legte bereits mit seinem Debüt "Die Nacht der lebenden Toten" (1968) einen Kultfilm vor. Mit "Survival of the Dead" arbeitet er erneut in seinem Lieblingsgenre.
Wird Ihnen das Zombiegenre nicht langweilig?
Überhaupt nicht. Ich liebe es. Mit diesen Filmen hatte ich die Möglichkeit, meine eigenen Beobachtungen zu machen, eine eigene Sprache zu finden und zudem noch ein bisschen Sozialkritik zu üben, wie auch jetzt in "Survival of the Dead". Ich hoffe nur, dass es dem Publikum nicht langweilig wird.
"Land of the Dead" entstand beim Studioriesen Universal, hier sind Sie zur Independent-Produktion zurückgekehrt. Welche Art des Arbeitens ist Ihnen lieber?
Universal zeigte bei "Land of the Dead" großes Verständnis, man ließ mich meinen Film machen und unterstützte mich. Dabei hatten mich alle gewarnt. "Die unheimlich verrückte Geisterstunde" war unabhängig produziert und bei Warner im Verleih. Zwei Studioerfahrungen waren die absolute Hölle, "Der Affe im Menschen" und "Stephen Kings Stark", beide bei Orion. Ständig mischten sich irgendwelche Bosse ein, wechselten permanent ihre Meinung, wollten mal dieses und mal jenes und zu guter Letzt auch noch in die fertigen Szenen eingreifen. Der typische Hollywood-Wahnsinn eben. Und dann musste ich auch noch jeweils das Ende ändern. Bei Universal wurde ich dagegen sehr respektvoll behandelt. Mehr Geld heißt mehr Verantwortung. Alles wird größer und unübersichtlicher, schon die Cateringrechnung geht in die zigtausend Dollar.
Bietet mehr Geld nicht auch mehr Möglichkeiten?
Bei einem großen Budget kann man nicht mehr spontan reagieren und improvisieren, sondern muss jede Änderung absegnen lassen. Mehr Geld hilft auch nicht immer weiter. Mit weniger Geld kontrolliert man genauer, wofür man es ausgibt. Mit dieser Politik kann man oft mehr erreichen, als wenn Studios die Dollars mit vollen Händen rauswerfen. Geld ersetzt keine Freiheit.
Ist die Anerkennung für das Zombiegenre gestiegen? Ihre Wettbewerbsteilnahme in Venedig galt als Ritterschlag.
Viele Menschen glauben immer noch, Zombiefilme seien nicht seriös, sie sehen nicht die Themen unter der Oberfläche.
Neben Horror setzen Sie auch auf Humor.
Das muss sein. Ich halte wenig von diesen zunehmend aggressiveren Wesen. Meine Zombies sollen sich langsam bewegen, so richtig schön oldfashioned. Bei Zack Snyders Remake von "Dawn of the Dead" sehen sie aus, als würden sie direkt ins Fitnesscenter marschieren. Im Internet läuft eine Diskussion, wie sich ein Zombie bewegen soll, auf T-Shirts heißt es "Fast zombies suck".
Wie erklären Sie sich das derzeitige Revival von Zombiefilmen?
Eine Modeerscheinung. Die Leute greifen nach irgendeinem Thema und vermarkten es. Das Investment amortisiert sich über die Videoschiene, weniger durch die Kinoauswertung. Ich sehe die Entwicklung ganz pragmatisch. Wenn Zombies wirtschaftlich erfolgreich sind, steigt die Produktion, wenn die Filme floppen, kräht kein Hahn nach ihnen. Ich hätte nichts dagegen, einen weiteren Zombiefilm zu drehen. "Land of the Dead" hat viel Kohle gemacht und ermöglichte "Diary of the Dead" mit einer riesigen Videoauswertung, deshalb konnte ich "Survival of the Dead" schreiben. Warten wir mal ab, was passiert.