Er ist der Vater optimistischer sozialer und politischer Fantasien, die wesentlich von der New-Deal-Stimmung unter dem demokratischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt (1933 - 1945) beeinflusst sind, sowie einiger der bekanntesten amerikanischen Komödien wie "Arsen und Spitzenhäubchen", eine Horror- und Heirats-Parodie, oder "Ist das Leben nicht schön?". Frank Capra (1897 - 1991) wurde als Sohn sizilianischer Obstbauern geboren, studierte Ballistik und arbeitete in einem Kopierwerk, bevor er als Cutter beim Film anfing. Er etablierte sich mit Action-Filmen und Melodramen und fand in den Komödien der 30er und 40er Jahre seine Domäne. Den Anfang machte "Vor Blondinen wird gewarnt", in dem Jean Harlow eine ihrer ersten Rollen spielte, gefolgt von "American Madness - Bankkrach in Amerika", in dem Capra sein Thema fand: der ungebrochene amerikanische Individualist mit idealistischem Glauben an die Kraft des "kleinen Mannes" überwindet soziale Härten und findet bei Politikern Unterstützung. In der Folgezeit drehte Capra eine der ersten Screwball Comedies ("Es geschah in einer Nacht", mit Claudette Colbert und Clark Gable) und variierte sein Dauerthema mit "Mr. Deeds geht in die Stadt" (Gary Cooper als wohltätiger Millionenerbe), "Lebenskünstler" (ein Haushalt glücklicher Exzentriker rettet ein Viertel), "Mr. Smith geht nach Washington" (James Stewart hält als idealistischer Senator eine "Filibuster"-Dauerrede) und "Hier ist John Doe", in dem Gary Cooper gegen den Faschismus kämpft. 1941 wurde Capra eingezogen, erhielt den Rang eines Majors und drehte im Weltkrieg Dokumentarfilme und überwachte und gestaltete die propagandistische "Why We Fight"-Serie des amerikanischen Kriegsministeriums. Nach dem Krieg gründete er mit William Wyler, George Stevens und Samuel Briskin die Liberty Films, inszenierte aber außer "Ist das Leben nicht schön?" nur noch drei Filme, als letzten das New-York-Märchen "Die unteren Zehntausend", ein Remake seines "Lady for a Day" von 1933. In den 50er Jahren drehte er einige naturwissenschaftliche Lehrfilme für das Fernsehen. Capra war wesentlich an der Gründung der Directors' Guild, der Gewerkschaft der US-Regisseure, beteiligt, die ihn 1958 mit dem D.W. Griffith Award ehrte. 1982 erhielt er den Life Achievement Award des American Film Institute. Seine Autobiographie erschien 1971.
Jennifer Garner ist Barbara Stanwyck
Die sagenhafte Filmkarriere der Barbara Stanwyck dauerte über 59 Jahre. Zuletzt stand sie für die Fernseh-Serie "Die Colbys" vor der Kamera und gewann dafür einen Emmy.
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Jennifer Garner sucht die schauspielerische Herausforderung (Foto: Columbia TriStar)
Einen Emmy-Award hat Jennifer Garner für "Alias" noch nicht erhalten, aber im Gegensatz zu Barbara Stanwyck begann ihre Karriere beim Fernsehen. Die großen Rollen in Hollywood erhält die 32-Jährige erst seitdem. So kämpfte sie als Elektra gegen "Daredevil" Ben Affleck und darf nun sogar in einem Spin-off wieder die Superheldin mimen.
Die Superheldin Hollywoods vergangener Tage war Barbara "Missy" Stanwyck, deren Leben nun in einem biografischen Film dargestellt werden soll.
Jennifer Garner übernimmt dabei die Rolle der arbeitssüchtigen Barbara, die im Zenith ihrer Karriere bis zu sechs Filme pro Jahr drehte. Barbara Stanwyck starb 1990 im Alter von 83 Jahren und wirkte bis dahin in über 93 Kinofilmen mit.
Späte Ehre für die Leinwand-Pionierin
Ihre Filmchronik liest sich daher wie ein Lexikon der Kinogeschichte: "Frau ohne Gewissen", "The Bitter Tea of General Yen" unter der Regie von Frank Capra oder "Die Falschspielerin an der Seite von Henry Fonda ließ sie in die Herzen der Zuschauer einkehren.
Die Presse beschreibt die "Königin des goldenen Zeitalters" als "so verführerisch wie jede Frau, und so knallhart wie jeder Mann". Kollegen, Regisseure und Produzenten kannten sie auch genau so, denn die allürenlose Stanwyck gab immer 110 Prozent, was sich auch in ihren Filmen zeigte. Trotz ihrer schauspielerischen Leistung blieb sie jahrzehntelang fast ungeehrt, so wurde sie oft als "beste Schauspielerin, die nie einen Oscar gewann" bezeichnet. Die Jury zeichnete sie nämlich erst 1982 für ihre Lebenswerk mit der goldenen Statue aus.
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg für Jennifer Garner, bleibt zu hoffen, dass ihr die Schuhe von Barbara Stanwyck auch passen.