Französischer Schauspieler und César-Preisträger. Mit dem diskreten Charme des Bonvivants und Liebhabers, den von Selbstzweifeln geplagten... - Foto: Senator http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto44/11440134/b150x150.jpg François Cluzet

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François Cluzet


  • Geburtstag
    21.09.1955
  • Geburtsort
    Paris

Französischer Schauspieler und César-Preisträger. Mit dem diskreten Charme des Bonvivants und Liebhabers, den von Selbstzweifeln geplagten Schriftsteller, der Energie von Unternehmern und den dunklen Seiten sadistischer Ehemänner wurde Francois Cluzet in über dreißig Jahren kontinuierlicher Filmkarriere einer der großen Charakterdarsteller des französischen Films. Cluzet arbeitete mit Regisseuren wie Claude Chabrol, Bertrand Tavernier, Bernard Blier und Diane Kurys sowie mit Guillaume Canet, in dessen Thriller "Kein Sterbenswort" er als unter Mordverdacht stehender Arzt um Leben und Freiheit rennt, eine Rolle, die ihm 2007 den César als Bester Hauptdarsteller einbrachte. In Canets Tragikomödie "Les petits mouchoirs" (2010) müssen sich Cluzet als Hotelbesitzer und seine Ehefrau (Marion Cotillard) den Schatten der Vergangenheit stellen.

Francois Cluzet verkörpert häufig Schriftsteller in Schaffenskrisen, so in "Ende August, Anfang September", in "Je suis un assassin" und in Pierre Salvadoris Komödie "Die Anfänger" (1995), der ein großer Kassenerfolg wurde. Für Claude Chabrol stand er sechsmal vor der Kamera, so als Ehemann von Isabelle Huppert in "Eine Frauensache" (1988), als Kurier, um dessen Geldkoffer in "Das Leben ist ein Spiel" (1997) Huppert und Michel Serrault streiten, und als psychopathischer Ehemann von Emmanuelle Béart in "Die Hölle" (1994), seine abgründigste Rolle.. Im Lebens- und Liebesreigen "So ist Paris" (2008) von Cédric Klapisch, ist Cluzet Architekt und Bruder von Fabrice Luchini als Historiker.

Francois Cluzet wurde 1955 in Paris geboren. Sein Entschluss, Schauspieler zu werden, entstand, als er Jacques Brel als Don Quixote auf der Bühne sah. Er spielte in Rockbands, verlies mit siebzehn Jahren die Schule und besuchte die Pariser Schauspielschulen Cours Simon und Cours de Périmony et Cochet. Seine erste Rolle spielte er 1978 in der Teenagerkomödie "Cocktail Molotov" von Diane Kurys, für die er auch im Emanzipationsdrama "Entre nous" (mit Miou-Miou) mitwirkte. Als Bruder von Alain Souchon war er in Jean Beckers Krimi "Ein mörderischer Sommer" (1983) und in Bertrand Taverniers Jazz-Hommage "Um Mitternacht" (1985) als Wegbegleiter des schwarzen Saxophonisten zu sehen.

Cluzets Filmographie umfasst über neunzig Spielfilme und nur wenige TV-Produktionen, von denen die bekannteste der Zweiteiler "Die Französische Revolution" (1989, von Robert Enrico und Richard T. Heffron) ist, wo er den Revolutionär Camille Desmoulins spielt. Gastauftritte hatte er in Robert Altmans Modewelt-Satire "Pret-à-porter" und Lawrence Kasdans romantischer Komödie "French Kiss" (1995). 2006 landete Cluzet als Liebhaber von Isabelle Carré in der Komödie "Quatre étoiles - Manche mögen's reich" wieder einen Publikumserfolg. Er war 2009 Titelheld und Alkoholiker im Road Movie "Le dernier pour la route", betrügerischer Unternehmer und Baustellenleiter in "A l'origine" und im Thriller "Blanc comme la neige" von Christophe Blanc, Luxusautohändler, dessen Frau ermordet wird und der von einer Gruppe finnischer Gangster erpresst wird.

Cluzet wurde 1984 mit dem Prix Jean Gabin ausgezeichnet, war vier Mal als Nebendarsteller für den César nominiert, gewann als Bester Hauptdarsteller 2007.

Cluzet hat vier Kinder aus verschiedenen Verbindungen, darunter Sohn Paul mit der auf tragische Weise ums Leben gekommenen Schauspielerin Marie Trintignant.

2007 sorgte er in einer politischen Talkshow für Aufsehen, als er sich im Beisein eines Regierungsvertreters für die Sache der Palästinenser aussprach.

  • Geburtstag
    21.09.1955
  • Geburtsort
    Paris
  • Geburtsland
    Frankreich

"Frauen sind aufregender - sie kämpfen!"

Mit seiner Komödie "Das Schmuckstück" mit Frankreichs Superstars Catherine Deneuve und Gérard Depardieu knüpft François Ozon an seinen Erfolg "8 Frauen" an und zieht süffisant den Bogen von den Siebzigerjahren bis zum heutigen französischen Politzirkus.

Großansicht François Ozon im Bett mit Hauptdarstellerin Catherine Deneuve am Set von "Das Schmuckstück" (Foto: Concorde)

François Ozon im Bett mit Hauptdarstellerin Catherine Deneuve am Set von "Das Schmuckstück" (Foto: Concorde)

Konnten Sie hier mal wieder so richtig Ihrer Nostalgielust frönen?
FRANÇOIS OZON: Nostalgie ist ein großes Wort. Für mich gehören Kostüme, Farben, Ausstattung und auch die Chansons zu meiner Kindheit. Es war ein Riesenvergnügen, mit "Das Schmuckstück" diese Periode und ihre ganz spezielle Musik wiederzuentdecken. Die Handlung in den Siebzigerjahren erlaubt eine Distanz. Durch den Blick zurück können wir auch die heutige gesellschaftliche Situation unter die Lupe nehmen, ohne in Ernst abzudriften. Ich kann politische Spitzen und Botschaften viel besser in eine Komödie verpacken, das kommt eher bei den Leuten an. Und nachdem meine letzten Filme dem Publikum nicht unbedingt Spaß gemacht haben, hatte ich Lust, mal wieder in die Vollen zu gehen und mit bissigem Humor zu unterhalten.

Warum haben Sie das Angebot Ihrer Produzenten, der Brüder Altmayer, abgelehnt, einen Film über die Wahl von Nicolas Sarkozy zu drehen?
Sogar mit François Cluzet in der Hauptrolle! Aber Sarkozy füllt schon das tägliche Fernsehprogramm. Mich interessiert er nicht als Figur und schon gar nicht als Kinoheld. Spannender hätte ich da schon einen Film über seine Frau Cécilia gefunden, wie die ihren Gatten im Stich gelassen hat, als er Präsident wurde, das hat schon einen haut-gôut.

Filme über Frauen haben es Ihnen ohnehin angetan.
Warum sollte ich einen Film über Männer machen? Die sitzen fett in ihren Positionen und bewegen sich keinen Deut. Frauen sind weniger privilegiert und müssen noch kämpfen, sich permanent ändern. Ich halte es für aufregender, wenn der Charakter eine Wandlung und Entwicklung durchmacht.

Mit Catherine Deneuve und Gérard Depardieu holten Sie sich das Powerpaar des französischen Films vor die Kamera. Hatten Sie keine Angst?
Überhaupt nicht. Es war die Erfüllung eines Traums, ich bin mit den beiden groß geworden. Die beiden wussten, worauf sie sich einließen, und hatten einen Riesenspaß beim Dreh. Catherine war von Anfang an in das Projekt eingebunden, sie scheut kein Risiko.

Mussten Sie da noch Regie führen?
Auf jeden Fall, auch wenn sie sich nach sieben gemeinsamen Filmen wie bei einem alten Liebespaar souverän die Bälle zuspielen. Auf Gérard Depardieu muss man immer ein Auge werfen, wenn der einmal loslegt, ist er ein kaum zu bändigender Berserker.

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Bisher haben Sie sich noch nie an einen so berühmten männlichen Star getraut.
Er ist für mich der größte französische Schauspieler. Ich wollte ihn schon im Jahr 2000 für die Fassbinder-Adaption "Tropfen auf heiße Steine" engagieren, aber Freunde und Bekannte rieten mir, die Idee aufzugeben, der Film sei zu textlastig für Gérard. Ehrlich gesagt, ich war vielleicht auch noch nicht gefestigt genug, mich an ihn heranzuwagen. Jetzt gefiel ihm die Rolle des Kommunisten und ehemaligen Gewerkschaftsführers mit romantischen Gefühlen und er zeigte viel Sympathie für den Mann. Gérard kennt alle Politiker der Welt von Castro bis hin zu den schlimmsten Diktatoren im Osten. Es amüsierte ihn, so einen Kerl zu verkörpern. Am Set ist er ein geniales Monster.

Ist "Das Schmuckstück" ein feministisches oder ein politisches Statement?
Die Frage stelle ich mir nicht. Vielleicht treffe ich ins Schwarze, viele Frauen bedanken sich nach dem Film. "Das Schmuckstück" ist vielleicht insofern feministisch, weil sich die anfänglich sehr bürgerliche Hausfrau emanzipiert, ich bin immer noch erstaunt, wie panisch manchmal die Umwelt reagiert, wenn eine Frau die Macht übernimmt - der Fortschritt - oft nicht mehr als ein paar Trippelschrittchen.

Sie gehen sehr zärtlich mit Ihren Protagonisten um.
Ich fand es sehr bewegend, dass Leute mit über 60 Jahren noch eine Liebesgeschichte leben, sogar für Fabrice Luchini als verstocktem Firmenchef fühlte ich eine gewisse Zärtlichkeit. Vielleicht habe ich mit zunehmendem Alter mehr Verständnis für Menschen.


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