Unter den Regisseuren des New Hollywood ist Francis Ford Coppola der Epiker und Exzentriker, maßloser Spieler mit den Möglichkeiten des Kinos, besessen von neuen Techniken, Erfolgsregisseur und gescheiterter Studiochef.
1939 in Detroit als Sohn des Musikers Carmine Coppola, der in dieser Funktion später auch für ihn arbeitete, geboren, gehörte Coppola nach seinem Theater- und Filmstudium zu den Talenten, die Roger Corman förderte, der ihm den Psycho-Horror-Film "Dementia 13" ermöglichte. Daneben bearbeitete Coppola ausländische Filme für den US-Markt. Der zeitgebundenen Sixties-Comedy "Big Boy, jetzt wirst du ein Mann!" folgte mit "Liebe niemals einen Fremden" seine Studie amerikanischer Entfremdung und das Musical "Der goldene Regenbogen" (mit Fred Astaire). Coppola gründete in San Francisco die American Zoetrope Filmgesellschaft, die im Ruin endete und unter anderem europäische Filme von Wim Wenders ("Hammett") und Kenneth Branagh ("Frankenstein") produzierte.
Coppola verfasste Drehbücher und schaffte 1972 mit dem Va-Banque-Spiel der Verfilmung von Mario Puzos Roman "Der Pate" einen sensationellen Welterfolg, der die Karrieren von Marlon Brando (Comeback) und Al Pacino, James Caan, Robert Duvall und Talia Shire entscheidend förderte und Coppola einen Drehbuch-"Oscar" einbrachte. Der Erfolg des zweiten Teils (1974) übertraf den des ersten (sieben "Oscars", darunter für Coppolas Regie). 1990 vervollständigte Coppola das Epos um die Mafia-Familie Corleone zur Trilogie.
Dazwischen entstanden der Abhörfilm "Der Dialog" und die Vietnamkriegs-Vision "Apocalypse Now", deren dreijährige Produktion auf den Philippinen mit zahlreichen Katastrophen belastet war (Unwetter, Inflation, Herzinfarkt von Martin Sheen). Das Fiasko von "Einer mit Herz", in dem Coppola mit Video-Techniken experimentierte, stürzte ihn in einen Schuldenberg, den er mit den Teenager-Dramen "The Outsiders" und "Rumble Fish" und dem Musik-Krimi "Cotton Club" nicht aufhalten konnte, so dass er 1984 sein Zoetrope-Studio verkaufen musste. Die Berg- und Talbahn von Coppolas Karriere führte vom Erfolg ("Peggy Sue hat geheiratet") zum Flop (der Autofilm "Tucker"), wieder zum Erfolg ("Dracula") und wieder zum Flop ("Jack"). Coppola hat neben seinen Spielfilmen einen kurzen Film namens "Captain Eo" in 3-D-Technik gedreht, der nur in Disneyland gezeigt wurde.
Als ausführender Produzent beim zweiten Film seiner Tochter Sofia, "Lost in Translation", durfte Francis Ford Coppola am großen Erfolg teilnehmen, nachdem das Drama 2004 schlussendlich mit einem Oscar gekrönt wurde. Einige Jahre später arbeitete er auch im Produktionsstab von Robert De Niros "Der gute Hirte" mit, der 2007 in Berlin den Silbernen Bären erhielt, und er unterstützte den nächsten Film seiner Tochter "Marie Antoinette" mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle. Nach langen Jahren Drehpause überraschte Coppola sein Publikum mit einem neuen Film, "Jugend ohne Jugend", der in Rom 2007 seine Premiere hatte. In den tragenden Rollen sind Tim Roth, Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara zu sehen: Ein alter Linguistik-Professor wird in Bukarest von einem Blitz getroffen und erwacht im Körper eines jungen Mannes, dem seine Jugendliebe zu begegnen scheint. Hinter Coppolas neuem "Filmexperiment" steckt viel Kunstwille, aber auch eine gewisse Hilflosigkeit, die dem Film aber nicht schadet.
Dem italienischen Ideal der "famiglia" verpflichtet, hat Coppola, der Weinberge in Kaliforniens Napa Valley besitzt, immer wieder Verwandte in seinen Filmen eingesetzt: Neben Vater Carmine half er seiner Schwester Talia Shire, seinem Neffen Nicolas Cage (Schauspieler) und seinem Schwager David Shire (Filmmusik) zur Hollywoodkarriere. Sein 1986 gestorbener Sohn Gian-Carlo war sein Co-Produzent. Coppola und Eleanor Coppola, die ein Buch über die Dreharbeiten von "Apocalypse Now" schrieb, haben noch einen Sohn und eine Tochter, Sofia, die mittlerweile selbst erfolgreich als Regisseurin hinter der Kamera steht.
Sofia Coppola heiratet mit Johnny Depp & George Lucas als Ehrengäste
Es war eine echte Hollywood-Hochzeit vor romantischer Kulisse.
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Frisch gebackenes Ehepaar: "Lost in Translation"-Regisseurin Sofia Coppola und Phoenix-Frontmann Thomas Mars (Foto: Kurt Krieger)
Für "Lost in Translation" hat sie einen Goldjungen gewonnen und nun gab's einen Diamantring von ihrem langjährigen Lebensgefährten: Sofia Coppola hat am Sonntag nach sechs Jahren Beziehung den Phoenix-Sänger Thomas Mars geheiratet.
Stargäste bei der Zeremonie im Städtchen Bernalda im äußersten Süden Italiens waren Johnny Depp und George Lucas. Dazu waren 80 enge Freunde des Paares und der Familie geladen. Sofias Vater, "Pate"-Regisseur Francis Ford Coppola, führte seine Tochter zum Altar.
Sofia Coppola und Thomas Mars leben seit sechs Jahren zusammen und haben zwei Töchter: die vierjährige Roma und die 15 Monate alte Cosima. Mars hatte mehrfach Songs seiner Band Phoenix für die Soundtracks von Coppolas Filmen beigesteuert, unter anderem auch schon für "Lost in Translation" den Hit "Too Young."
Bernalda wurde nicht zufällig als Ort für die Trauung gewählt: Francis Ford Coppolas Eltern stammen aus dem Städtchen, der legendäre Regisseur besitzt dort ein mondänes Anwesen.
Edler Tropfen aus Coppolas Keller
Sofia Coppola trug ein lavendelfarbenes Kleid, die Hochzeitstorte war aus Vanille-Creme und mit weißen Blumen geschmückt. Nach dem Jawort speisten die Gäste regionale Käsespezialitäten, Fisch, Salate, Pasta und Schweinefilets. Dazu gab es Weine aus der privaten Kelterei der Coppolas.
Bürgermeister Leonardo Chiruzzi, der die standesamtliche Trauung vornahm, beschrieb die Zeremonie als "einfach und locker". Das Paar habe bewusst nicht in Hollywood heiraten wollen: "Hier ist es einfach wunderschön, deshalb wollten sie unbedingt genau hier in Bernalda feiern."
Sofia Coppola war zuvor vier Jahre lang mit ihrem Regie-Kollegen Spike Jonze verheiratet gewesen, von dem sie sich 2003 scheiden ließ.