In der Rolle des Be-Bop-Jazz-Saxophonisten Charlie Parker fand Forest Whitaker in Clint Eastwoods "Bird" die triumphale und in Cannes mit einem... - Foto: Kurt Krieger http://images.kino.de/flbilder/max08/kuk08/kuk09/u0809013/b150x150.jpg Forest Whitaker
Alle Bilder
Forest Whitaker

  • Geburtstag
    15.07.1961
  • Geburtsort
    Longview, Texas

In der Rolle des Be-Bop-Jazz-Saxophonisten Charlie Parker fand Forest Whitaker in Clint Eastwoods "Bird" die triumphale und in Cannes mit einem Darstellerpreis bestätigte Traumrolle einer Legende. Den Höhepunkt seiner Karriere markiert der Gewinn des Oscars für seine Rolle als ebenso grausamer wie charmanter Diktator Idi Amin in "Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht".

In seiner Jugend war Whitaker dank eines Fußballstipendiums auf der Universität, dank eines weiteren Stipendiums konnte er in London am Unterricht des Drama Studios teilnehmen. Whitaker spielte mit seinem fülligen, aber extrem beweglichen Körper, dem leicht versetzten Auge und einem ruckartigen Gang, der sich zu nervösem Tänzeln entwickeln kann, vor allem Schwarze unter Einfluss.

Als Billardspieler legt er in "Die Farbe des Geldes" Paul Newman aufs Kreuz, als Radio-Sergeant steht er Robin Williams in "Good Morning, Vietnam" bei, als Cop überwacht er mit Richard Dreyfuss die schöne Madeleine Stowe in "Die Nacht hat 1000 Augen", als Prediger im Ghetto verfällt er den Reizen von Robin Givens in der Krimi-Komödie "Harlem Action" (nach einem Roman von Chester Himes) und als britischer Soldat, der von der IRA entführt wird und bei der Flucht ums Leben kommt, war er in Neil Jordans "The Crying Game" zu sehen. Er stellt sich der Modeszene in Robert Altmans "Prêt-à-Porter", dem erotischen Monster in "Species" und war in "Smoke" der einarmige Automechaniker, der von seinem Sohn gesucht und gefunden wird. Einen seiner zahlreichen einprägsamen Auftritte in einer Nebenrolle hatte er als Einbrecher in David Finchers "Panic Room".

Nach einer ersten TV-Regie ("Strapped", über illegalen Waffenbesitz von Slum-Jugendlichen) übernahm er mit dem Frauenfilm "Warten auf Mr. Right", in dem u.a. die Sängerin Whitney Houston auftrat, seine erste Filmregie, der mit "Eine zweite Chance", eine Beziehungsgeschichte mit Sandra Bullock, eine weitere Regiearbeit folgte.

  • Geburtstag
    15.07.1961
  • Geburtsort
    Longview, Texas
  • Geburtsland
    USA
  • Familie
    Hat zwei Töchter mit Keisha Simone Nash (seit 4. Mai 1996) und einen Sohn namens Ocean aus einer früheren Ehe mit Raye Dowell
  • Autogrammadresse
    William Morris Agency
    151 El Camino Drive
    Beverly Hills, CA 90212
    USA
Sprachlos in die Nacht der Nächte

Ob Oscars, Grammys, Golden Globes: Die ergreifendsten Momente großer Ehrungen sind und bleiben doch, wenn die Stars - gerne zu Tränen gerührt - spontan Mikro und Wort ergreifen.

Großansicht Forest Whitaker bringt auch sprachlich Farbe in Dankesreden - wenngleich bruchstückhaft (Foto: Kurt Krieger)

Forest Whitaker bringt auch sprachlich Farbe in Dankesreden - wenngleich bruchstückhaft (Foto: Kurt Krieger)

Sie danken, gedenken, weinen, widmen - Forest Whitaker versucht neuerdings sogar das Stammeln fest zu etablieren. Ganz offen, ganz spontan, die Seele entblößt und nackt finden die Erwählten dennoch Worte für die Ewigkeit. "Der Schlüssel zu einer guten Ansprache sind Dankbarkeit, Anerkennung und Ernsthaftigkeit", behauptet dazu ein Sprecher der Rhetorik-Vereinigung Toastmasters International. Nicht zu vergessen: Ein guter Redenschreiber. Hollywood-üblich setzt man auch hier nämlich lieber auf Profis. Vor allem, angesichts der simplen Finanz-Formel: Oscar + rührende Rede = Spitzengage.

Leider könnte es dieses Jahr etwas eng werden auf dem Mietschreiber-Markt: Mit dem Ausstand der Drehbuchautoren versiegt auch die Hauptquelle für zündende Worte während der Award-Segen. Die streikenden Kreativlinge sind nun mal die besten Verbal-Jongleure der Traumfabrik. Und jetzt können sie via Arbeitsverweigerung zuschlagen, wo es wirklich schmerzt: Im Angesicht von ca 50. Millionen Show-verwöhnten Zuschauern der Oscar-Verleihung. Auch Bruce Vilanch, ehedem Top-Schreiber für Oscar-Reden, mutmaßt hämisch: "Es wird schon eine Oscar-Show geben. Aber ich fürchte, sie wird mehr denn je eurer Schulabschlussfeier ähneln."

Furcht vor Gefasel

Also selbst ist der Star? Wohl kaum: Menschen, die sonst fürs Auswendig lernen bezahlt werden, sind nur selten besonders talentiert fürs Ersinnen authentisch klingender Dankbarkeit. Was nicht heißt, dass die mit dem dicksten Ego, resp. den größten Realitätsverlusten es nicht versuchen werden. Ihnen helfe Gott. Und wer hat mal wieder gut Schmunzeln? Genau: Michael Moore. Denn auf das legendäre "Shame on you, Mr. Bush" ist der Oscar-Rüpel ziemlich sicher auch ohne fremde Hilfe gekommen. Und kein kunstvoll gedechseltes Verbalwunderwerk hat je während einer Verleihung größere Wirkung gezeigt, als seine fünf dünnen Worte.


Filmografie
Treffpunkt Kino
Treffpunkt Kino

Jetzt neu
Deutschlands größtes Kinomagazin können Sie ab sofort auch online erleben. In der aktuellen Ausgabe: Alles über J.J. Abrams' "Star Trek: Into Darkness" und die weiteren Kinohits des Monats.

News zum Star