Fahri Yardim

Fahri Yardim

Leben & Werk

Deutsch-türkischer Schauspieler. Seit er in Anno Sauls Komödie “Kebab Connection” (2004) als lockenköpfiger Grieche Lefty, bester Freund von Filmemacher Ibo (Denis Moschitto) debütierte, hat Fahri Yardim in Haupt- und Nebenrollen Deutsch-Türken der dritten Generation und andere Ethnien verkörpert. Mit kraftvollem Spiel und charmant witziger Ausstrahlung setzt er sich dafür ein, dass sich Fragen der Zugehörigkeit zu bestimmten Kulturen nicht stellen: “Ich bin Multikulti in einer Person.” Höhepunkt seiner Karriere wurde die mit dem Deutschen Filmpreis 2011 ausgezeichnete Familiensaga und Einwanderkomödie “Almanya – Willkommen in Deutschland“, die 1,2 Millionen Kinobesucher erreichte und Klischeevorstellungen von Deutschen und Türken über den Haufen wirft. Im Geniestreich der Schwestern Sandereli spielt Yardim mit Schnauzbart und Schlägermütze die Hauptrolle des 1965 als 1001. Gastarbeiter nach Deutschland gekommenen Hüseyin Yilmaz, Begründer einer weltoffenen Familie. 2011 spielt er in der Komödie “Unter Frauen” in einer Doppelrolle als Silvio und Silvia den besten Freund des Machos Alex (Sebastian Ströbel), der sich in einer nur von Frauen bevölkerten Parallelwelt wiederfindet.

Fahri Ogün Yardim wurde 1980 in Hamburg geboren und von der Zeit der Kinderläden, Kitas, freien Kinderschulen und Gesamtschulen geprägt. Seine türkischen Eltern kamen als Studenten nach Hamburg, der Vater wurde Lehrer, die Mutter Künstlerin. Als Kind besuchte er die Großeltern in Adana. Yardim, der Türkisch nur holprig spricht, studierte nach dem Abitur auf Wunsch des Vaters Germanistik, Erziehungswissenschaften und Ethologie, nahm privaten Schauspielunterricht und studierte am Bühnenstudio der darstellenden Künste in Hamburg. Erfahrungen auf der Bühne sammelte er 2004-06 am Ernst-Deutsch Theater und Altonaer Allee-Theater in Hamburg sowie in Berlin am Tiyatrom und am Theater Hebbel am Ufer. In Credits ist er auch als Fahri O. Yardim und Fahri Ogün Yardim zu finden.

Nach dem Filmdebüt spielte Yardim in der kurzlebigen Sat.1-Sitcom “Der König von Kreuzberg” 2005 die erste deutsche Ethno-Sitcom, als nettes Großmaul Attila in acht Folgen den Juniorchef einer Dönerbude in Kreuzberg. Er war sich für keine Nebenrolle zu schade, weil er dort mehr “Feuerwerk” geben konnte, spielte Dealer und Kleinkriminelle und war in von Til Schweiger produzierten und inszenierten Filmen als Taxifahrer in “One Way”, Pfleger Mehmet in “Wo ist Fred?“, Pizzabote in “Keinohrhasen” und “Kokowäh” sowie Herold in “1 1/2 Ritter” zu sehen. In Simon Verhoevens Komödien um “Männerherzen” (2009 und 2011) ist er Loco, Mann am Mischpult im Tonstudio. Im packenden Gangsterfilm “Chiko” (2008) ist Yardim der sich von Gewalt und Kriminalität abwendende Automechaniker Curly, Freund des Titelhelden (Denis Moschitto), während er im Fußball- und Sportdrama “66/67 – Fairplay war gestern” (2009) zu den gewaltbereiten Fans und Hooligans im Umfeld von Eintracht Braunschweig gehört.

Zu Yardims Fernseharbeiten zählen das Drama um die Flugzeugentführung in “Mogadischu” (2008, als Michael Libal, deutscher Botschafter in Mogadischu), das Sozialdrama “Schutzlos” (2009), der Öko-Schocker “Tod aus der Tiefe” (2009, als Biologe), der Thriller “Virus – Expedition Arche Noah” (2010) und das Drama “Schwerkraft” (2009, als junger Vorgesetzter in einer Bank). Er war Gast in den Serien “Türkisch für Anfänger”, “Großstadtrevier“, Notruf Hafenkante”, “Der Dicke”, “Alarm für Cobra 11″ sowie im Pilotfilm der Serie “Countdown – Die Jagd beginnt” (RTL 2011) und wirkte in mehreren Kurz- und Hochschulfilmen mit. 2011 ist Yardim in Lars Beckers Krimi “Die Geisterfahrer” (ZDF) Sanitäter in Hamburg, der mit einem Kollegen (Tobias Moretti) als Mordzeuge in Lebensgefahr gerät. Im Thriller “Hanna Mangold” (Sat 1) ist Anja Kling seine Partnerin und in Marc Rothemunds Verfilmung des Bestsellers “Man tut was man kann”, der um vier Männer und einen Hund kreist, ist er der arbeitslose Künstler und Chauffeur Bronko.

Farih Yardims Überzeugung: “Ich mag es, Menschen zu berühren, indem ich spiele und Geschichten lebendig werden lasse.” Er ist Fan des FC St. Pauli, spielt Klavier und Gitarre und hält sich mit Fußball, Leichtathletik, Fechten und Boxen fit.

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