F. Gary Gray

F. Gary Gray

Leben & Werk

Er ist der einzige schwarze Regisseur, der in Hollywood mit großen Budgets arbeiten kann. Der ehemalige Nachrichtenkameramann F. Gary Gray, Spezialist für versiertes und rasantes Actionkino, ist wie Ridley Scott, Sam Mendes oder Robert Zemeckis einer der Regisseure, deren Filme sich durch ausgefeilte visuelle Brillanz auszeichnen. Sie verleihen ihren Arbeiten einen glänzenden ‘Look’, indem sie sich ihrerseits der besten Kameraleute des Metiers bedienen. So arbeiteten Clint Eastwoods Hauskameramann Jack N. Green und Russell Carpenter (“Titanic”) für Gray. Wie Scott hat Gray eine lange Karriere von Werbefilmen und Musikvideos vorzuweisen, wo er mit Musikern wie WC, Mad Circle, Coolio, Mary J. Blige, Ice Cube, TLC und Dr. Dre arbeitete und zahlreiche Preise und Nominierungen gewann. Das Video “It Was a Good Day” (für Ice Cube) wird vom einflussreichen Musikmagazin “Rolling Stone” zu den 100 besten Musikvideos aller Zeiten gerechnet.

Ice Cube ermöglichte ihm daraufhin seinen ersten Spielfilm: “Friday”, eine Getto-Komödie im Hip-Hop-Rhythmus, verfolgt zwei Chaoten aus South Central L.A., die innerhalb von zwölf Stunden Geld auftreiben müssen, das sie ihrem Dealer schulden. Für zwei Mio. Dollar produziert, wurde “Friday” mit über 30 Mio. Dollar Einnahmen ein profitabler Überraschungserfolg und stand am Anfang der Filmkarriere von Ice Cube und Gray. Der reagierte prompt mit der ersten Getto-Actionkomödie mit vier schwarzen Schauspielerinnen in den Hauptrollen: Queen Latifah (“Chicago”), Vivica A. Fox, Jada Pinkett Smith (“Scream 2″) und Kimberly Elise haben ihr Leben als Hausfrauen satt und beschaffen sich in “Set It Off” das Geld fürs materielle Glück mit Banküberfällen.

Einen weiteren ungewöhnlichen Action-Blickpunkt wählte Gray mit “Verhandlungssache”: Zwei Spezialisten für Verhandlungsführung bei Geiselnahmen (Kevin Spacey und Samuel L. Jackson) liefern sich als ebenbürtige Meister ihres Fachs ein atemloses, mit Täuschungsmanövern und Finten gespicktes Duell in einem Hochhaus, als einer der beiden selbst Geiseln nimmt. Für einen weiteren Ausflug ins Action-Gewerbe konnte Gray mit Vin Diesel einen jungen Star für “Extreme Rage” gewinnen, noch bevor der mit “xXx” zum Weltstar wurde. “Extreme Rage” (Kamera Jack N. Green) erzählt in der Tradition der Rachedramen mit Clint Eastwood, Charles Bronson und Steven Seagal vom DEA-Agenten Vetter (Diesel), der zu Beginn einen Drogenboss kaltstellt und zum Rächer wird, als seine Frau bei einem Anschlag der Hitmen des neuen Drogenkönigs getötet wird.

Zurückhaltender hinsichtlich der Action zeigte sich Gray mit “The Italian Job – Jagd auf Millionen“, dem humorvollen, nach Kalifornien verlegten Remake des Heist-Klassikers “Charlie staubt Millionen ab“: Eine Gang von Gentleman-Gaunern um den genialen Dieb Charlie (Mark Wahlberg) macht sich auf, Ex-Bandenmitglied Steve (Edward Norton) die Beute aus einem Raub wieder abzujagen und benötigt dazu die Hilfe der Tochter (Charlize Theron) des von Steve erschossenen Veteranen John.

Alle Filme Grays zeichnen sich durch ausgezeichnete Schauspielerleistungen um Menschen, die mit dem Rücken zur Wand stehen und durch schnörkellose Inszenierungen ohne Leerlauf aus. Es sind Filme der Tat wie die von Don Siegel oder Samuel Fuller: “Die Verbindung großer Actionszenen und charakterorientierter Dramen ist wie eine Operation am offenen Herzen. Es ist eine sehr feine Gratwanderung, die Elemente so ineinander zu verweben, dass eine perfekte Balance entsteht.” (Gray).

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