Eine Urkraft und ein Naturtalent. Sie bezeichnet sich als "starke Arbeiterin" und wusste mit sechs Jahren, dass sie Schauspielerin werden wollte.... - Foto: SWR/Schweigert http://images.kino.de/flbilder/max04/bf04/bf12/b0412133/b150x150.jpg Eva Mattes

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Eva Mattes


  • Geburtstag
    14.12.1954
  • Geburtsort
    Tegernsee

Eine Urkraft und ein Naturtalent. Sie bezeichnet sich als "starke Arbeiterin" und wusste mit sechs Jahren, dass sie Schauspielerin werden wollte. Eva Mattes war ein Begriff im Neuen Deutschen Film, wo sie mit ihrem breiten slawischen Gesicht mit den starken Backenknochen und den leicht traurigen Augen, die urplötzlich in wilde Fröhlichkeit umschlagen und provozierende Gleichgültigkeit wie ungelenke Verführung ausdrücken können. Mattes spielte sperrige Rollen, raue Typen, selbstquälerische Figuren, naive Mädchen vom Lande, blonde Dummchen und zerrissene Charaktere, auch rätselhaft distanzierte schwermütige Mädchen und Frauen, Haushälterin einer Modedesignerin und von Marcel Proust, die Marie im "Woyzeck", als Trümmerfrau in "Deutschland, bleiche Mutter" und urkomisch als Vermieterin in "Das Sams", der ihr 2002 das Filmband in Gold einbrachte. Als Rainer Werner Fassbinder in "Ein Mann wie EVA" (1983) sieht sie mit Bart, Brille und Hut RWF unglaublich ähnlich und setzt dem Regisseur zwischen Krise und kochender Kreativität ein darstellerisches Denkmal.

Obwohl Eva Mattes in vielen RWF-Filmen spielte, gehörte sie nicht zum engeren Kreis des Regisseurs, hatte nie Schwierigkeiten, unter ihm zu spielen. Auch nicht mit Klaus Kinski: Sie bezeichnet die Dreharbeiten zu "Woyzeck" als die "geruhsamsten, die ich je hatte". Parallel zu ihren über 50 Film- und TV-Rollen machte sich Mattes auf dem Theater einen Namen und spielte von Hamburg bis Wien aufregende und experimentelle Rollen, erregte Aufsehen als Desdemona, die von "Othello" (Ulrich Wildgruber) halbnackt auf eine Wäscheleine gehängt wird. Seit 2002 ist sie für die "Tatort"-Reihe die am Bodensee und in Konstanz ermittelnde Kommissarin Klara Blum, die mit einem Kollegen (Michael Gwisdek) verheiratet ist.

Mattes wurde 1954 am Tegernsee als Tochter der Schauspielerin Margit Symo (1913-1992) geboren, die 1940 in "Der Postmeister" mit einem wilden Oben-ohne-Tanz für Aufsehen gesorgt hatte. Mattes arbeitete während der Schulzeit als Synchronsprecherin für "Lassie" und "Pippi Langstrumpf", trat seit 1966 im Fernsehen auf und debütierte 1970 in Michael Verhoevens Skandalfilm "o.k.", wo sie als vietnamesisches Mädchen von vier Soldaten vergewaltigt wird. Im Fernsehen lösten ihre Nacktszenen in RWFs Franz-Xaver-Kroetz-Verfilmung "Wildwechsel" ebenfalls einen Skandal aus.

Mattes wurde u.a. 1971 ("o.k.") und 1973 ("Die bitteren Tränen der Petra von Kant") mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet und erhielt 1979 in Cannes den Preis für die Beste Nebenrolle in "Woyzeck" sowie 1982 den Bayerischen Filmpreis für "Céleste" und 1983 den Chaplin-Schuh.

  • Geburtstag
    14.12.1954
  • Geburtsort
    Tegernsee
  • Geburtsland
    BRD
  • Familie
    Tochter der Schauspielerin Margit Symo

Deutscher Filmpreis, die 52te

Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.

Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.

Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.

Die Nominierungen

Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".

Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"

Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"

Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"

Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".

Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".

Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"

Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".

2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.

Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.


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